Es mag am Namen liegen, aber ich bin kein so großer Fan von sogenannten Blogparaden, daher findest du diese auch normalerweise nicht auf Earthcity. Aber da ich die Fragen super finde und die dazugehörigen Beiträge der Teilnehmer auch, habe ich mich entschieden, dieses Mal bei der Blogparade von Stephan Wießler mitzumachen.

Die 10 Fragen hatten es wirklich in sich. Aber wenn man, so wie ich, immer über das „Verlassen der Komfortzone“ schreibt, dann muss man sich eben auch selbst daran halten und es genau so tun. Stephans Fragen sind aber quasi „nackig machen Deluxe“.

Eine Bitte hätte ich aber noch… Kann nicht mal irgendjemand einen anderen Namen dafür erfinden? Bei „Parade“ denke ich immer an Karneval oder Disney Land.

Was ist das Schlimmste, was Dir jemals passiert ist?

Das ist für mich ziemlich leicht zu beantworten, weil in meinem Leben wirklich nicht all zu viel Schlimmes passiert ist bisher. Ich hatte ein sehr behütetes Leben und kann mich insgesamt nicht beklagen. Daher sticht ein Erlebnis ganz besonders heraus. Meine kleine Schwester nach einem Autounfall im Koma zu erleben und sie letztendlich zu beerdigen, das war definitiv ein Erlebnis, dass bei mir sehr tief sitzt. Aus drei Gründen: Wegen der empfundenen Ungerechtigkeit, dass ihr nur so wenig Zeit blieb, ihr Leben zu leben. Wegen des eigenen Schmerzes. Aber vor allem weil es sehr wehtut, andere geliebte Menschen im direkten Umfeld leiden zu sehen.

Was ist das Beste?

Hier kann ich definitiv nicht die eine, ultimative Sache herauspicken. Mir sind viele gute Dinge widerfahren. Ich habe so einige Brüche in meinem Leben gehabt. Momente, in denen sich mein Leben in eine völlig neue Richtung gedreht hat. Die meisten dieser Brüche waren im Nachhinein sehr gute Momente. Mein Outing mit 18 und die große Akzeptanz meines Umfeldes. Das war ein erster Befreiungsschlag. Meine Entscheidung, meine Konzernkarriere nicht weiterzuverfolgen. Definitiv ein genau so wichtiger Befreiungsschlag. Diverse Menschen kennengelernt zu haben und diese nun in meinem Leben zu haben.

Was ist Deine Vision?

Eine große Vision habe ich nicht. Dinge, auf die ich zuarbeite, die habe ich schon. Ich bin ein rastloser Typ. Ich möchte irgendwann einmal ankommen. Das meine ich nicht nur in Bezug auf einen bestimmten Ort. Ich möchte ruhiger werden um somit dann mehr Energie übrig zu haben, um andere Menschen um mich herum ebenfalls glücklich zu machen.

Beruflich möchte ich meine Blogs weiter ausbauen, allein von meinen Büchern und Workshops leben können und in spätestens 10 Jahren eine Immobilie (um)bauen.

Warum bloggst Du?

Bloggen hilft mir bei der Reflektion meiner Gedanken. Es erleichtert mir den Kontakt zu Gleichdenkenden. Zudem kann ich anscheinend auch einigen Menschen mit meinen Artikeln (und den Ideen und Gedanken darin) weiterhelfen. Wenn sich jemand für die kostenlosen Texte auf meinem Blog bei mir bedankt, dann ist das ein wirklich tolles Gefühl und motiviert unheimlich. Zudem ermöglicht der Blog es mir aber natürlich auch, meine Produkte zu vermarkten (vor allem meine Bücher und Workshops). Ich blogge also ganz klar nicht nur, aber auch aus Gründen der Selbstvermarktung.

Wie viel Geld hast Du jetzt gerade auf dem Konto?

Ich habe zwei private Girokonten (DKB und Number26) und zusammen addiert komme ich da aktuell auf 2.851,10 €.

Hast Du einen Traum, den Du Dir noch nicht erfüllen konntest?

Ich habe viele Träume, die ich mir noch nicht erfüllen konnte. Das wird sich wohl auch nie ändern. Wenn das nicht so wäre, hätte ich ja keinen Antrieb mehr. Mein größter Traum ist (und bleibt es vermutlich noch ein paar Jahre) eine Immobilie, vermutlich ein Mehrfamilienhaus, komplett selbst zu entwerfen und bauen zu lassen und die schönste Wohnung selbst zu behalten. Wo das stehen soll, weiß ich noch nicht. Ich dachte eigentlich immer an Berlin, aber da bin ich mir nicht mehr so sicher. Es könnte doch ganz woanders werden.

Wo und wie wohnst Du?

Jetzt gerade in diesem Moment wohne ich in einem gemieteten 30qm Apartment nahe der Sathorn Road in Bangkok. In Berlin habe ich noch eine 45qm Eigentumswohnung, die aber meistens vermietet ist. Wenn ich in Berlin bin, wohne ich (wenn es zeitlich passt) ab und zu auch einmal selbst dort. Ich brauche keine große Wohnung, und auch nicht viel „Zeugs.“ ich habe es jedoch ganz gern schön. Details machen es für mich aus. Nach dem Motto: Klein aber fein.

Was würdest Du tun, wenn Du ab jetzt finanziell ausgesorgt hättest?

Wann hat man denn finanziell ausgesorgt.. Wenn man theoretisch nie wieder arbeiten müsste? In dem Fall würde ich sicher mit der Hälfte meiner Zeit genau so verfahren, wie jetzt auch. Ich würde weiterhin bloggen und schreiben. Jedoch würde ich mein Business als CAD-Dienstleister aufgeben, und meine Architekturkenntnisse stattdessen dazu nutzen, eigene Bauprojekte zu realisieren. In diese würde ich dann selbst investieren. Sicher würde ich auch etwas häufiger den Laptop beim Reisen zugeklappt lassen.

Was ist Deine größte Angst?

Allein zu sein ist meine größte Angst. Hier bin ich ein wenig schizophren, denn ich bin eigentlich manchmal gern allein, und brauche das auch. Aber immer nur in begrenzter Dosis. Das Gefühl, lange Zeit allein sein zu müssen, beängstigt mich. Am liebsten habe ich Menschen um mich, die ich gut kenne und die mich gut kennen. Vertraute, liebe Menschen. Ab und zu habe ich Albträume davon, wie ich irgendwann im hohen Alter einsam und allein in einem Zimmerchen sitze und nichts mit mir anzufangen weiß. Kein Scherz.

Wen würdest gerne persönlich mal treffen?

Niemand bestimmtes eigentlich. Bruce Lee vielleicht? Damit er mir die Szene mit dem Finger und dem Mond nochmal vorspielt. Oder den Typen, der Herrn von Bödefeld in der Sesamstraße gesprochen hat. Just vor Fun, um dann sagen zu können „Krass, der klingt ja echt so.“.

Berühmte Vorbilder muss ich nicht treffen. Da ist man nachher vermutlich enttäuscht. Und Vorbilder aus dem Alltag (die eh die besseren sind), kann man ja treffen wann man will.

Hier findest du weitere Artikel aus der Parade:

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

6 Antworten zu “10 außergewöhnliche, persönliche Fragen an Tim Chimoy”

  1. Ich finde Deine Antworten sehr ehrlich und aufrichtig. Es ist äußerst bewundernswert, was Du machst, und Du bist für mich ein großes Vorbild. Ich glaube auch nicht, dass Du vor dem Älterwerden Angst haben musst. Bis dahin hast Du mindestens 100 Weltreisen hinter Dir :-)) und wirst eine Menge Leute kennen lernen. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Projekten.

  2. Wirklich sehr ehrliche Antworten und angenehm zu lesen. Ich habe mal gehört dass man am Ende seines Lebens nicht die Dinge bereut die man getan hat, sondern die Dinge, die man nicht getan hat 😉

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