Die meisten werden sich nun fragen: „Hmmm….nicht Berlin? ….ja was bleibt denn dann?“ Die Wahrheit ist aber:

Ja, es gibt Alternativen

Ich weiß, ich weiß. Berlin ist (zumindest in Europa) wohl unschlagbar, was den idealen Aufenthaltsort für digitale Nomaden angeht. Es gibt Coworking-Möglichkeiten ohne Ende, die Stadt ist voller Kreativität und hat ein internationales Publikum.

Es gibt aber auch noch andere Städte da draußen, die man einmal ins Auge fassen sollte. Drei von ihnen klopfe ich heute einmal für dich auf ihre Tauglichkeit als Nomaden-Standort ab: Madrid, Wien und Prag.

Madrid

Einwohner: 3,2 Millionen

Sprache: Spanisch

Preise fürs Wohnen: Nicht so günstig wie in Berlin. Wenn man es aber mit anderen europäischen Hauptstädten vergleicht, dann wohnt man in Madrid noch recht günstig. Ein Zimmer für 500,- Euro im Monat ist machbar.

Preise fürs Essen: Man bekommt in Madrid Mittags eigentlich immer und überall relativ günstig ein „Menu del Dia“. Das kostet zwar mehr als ein Berliner Döner, man lebt aber auch wesentlich gesünder. Die Kombination ‚gesund UND günstig‘ ist in Madrid wirklich leichter zu haben. Für 8 Euro hat man mittags immer sehr gut gegessen. Auch die Supermarktpreise sind human. Wer gerne kocht, wird sich zudem über die frische Gemüse-Auswahl freuen. Ein gutes Glas Wein bekommt man in Madrid meist schon für unter 3 Euro.

Mobilität: Der Nahverkehr ist gut und günstig. Aber im Grunde muss man ihn gar nicht nutzen, denn: Man kann alles in der Stadt zu Fuß erreichen. Noch besser: Man besorgt sich ein Fahrrad. Da es in Madrid auch im Winter selten kälter als 10 Grad wird, kann man eigentlich das ganze Jahr gut mit dem Fahrrad fahren.

Flair der Stadt: Madrid ist extrem schön. Vor allem dank der Belle Epoque Architektur. Zwar ist die Stadt nicht ganz so traumhaft gelegen wie z.B. Barcelona (kein Meer), dafür ist sie aber auch bei Weitem nicht so touristisch. Das Umland ist zudem sehr sehenswert. Weinregionen, Berge, Küsten – all das ist nicht weit weg.

Co-Working / Cafés: Madrid hat (genau so wie Barcelona) eine schnell wachsende Co-Working Szene. In den letzten Jahren haben viele neue Spaces eröffnet. Cafés gibt es zwar auch ausreichend, sind aber nicht unbedingt nomadentauglich.

W-Lan Verfügbarkeit: W-Lan in Cafés gibt es zwar hin und wieder, aber ist nicht selbstverständlich. Tipp: Wer sich einen USB-Stick mit 3G besorgt, der kann sich niederlassen, wo er will. Nomaden-Cafés voller Menschen mit Laptop findet man jedoch eher nicht. Zumindest habe ich kein Café entdeckt, das stark von Webworkern frequentiert worden wäre.

Wien

Einwohner: 1,7 Millionen

Sprache: Deutsch

Preise fürs Wohnen: In Wien steigen die Preise für Wohnraum rasant. Es herrscht ein wenig Sorge vor einer Blase. In manchen Bezirken zahlt man für eine Mietwohnung bis zu 20 Euro für den Quadratmeter. Günstiger Wohnraum sollte also kein Antrieb sein, um nach Wien zu kommen.

Preise fürs Essen: Auch was das Essen angeht, ist Wien kein Schnäppchen. Wer sich jedoch mit Imbissbuden zufrieden gibt, kann auch in Wien günstig essen. Für gutes Essen muss man schon etwas Geld auf den Tisch legen. Die Preise in den Supermärkten sind okay.

Mobilität: Der ÖPNV in Wien ist sehr gut.

Flair der Stadt: In Wien fühlst du dich, als währst du in der Zeit zurückgereist. Eine elegante Kulisse. Architektur, die beide Weltkriege überlebt hat. Parks. Torten. Pferdekutschen. Aber auch moderne Architektur (wenn man die Augen offen hält).

Co-Working / Cafés: Wien hat eine berühmte Café-Kultur: Jeder kennt die Wiener Kaffeehäuser. Seinen Laptop dort aufzuklappen, wird aber vermutlich eher ungern gesehen (man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege). Coworking Spaces boomen jedoch in Wien, man hat also ausreichend Möglichkeiten, was das mobile Arbeiten angeht, Zudem kann man dort zugleich in die Wiener Start-Up Szene schnuppern, die auch recht lebendig sein soll.

W-Lan Verfügbarkeit: In den Cafés war es nicht so überzeugend, was W-Lan angeht. Oft war es sehr langsam. Aber vielleicht hatte ich einfach nur Pech. Aber auch hier: Ein USB-Stick bewahrt einen vor dem Nervenzusammenbruch.

Prag

Einwohner: 1,2 Millionen

Sprache: Tschechisch

Preise fürs Wohnen: Prag ist definitiv teurer geworden. Günstig ist es verhältnismäßig aber immer noch. Im Verhältnis zu Wien und Madrid ist Prag definitiv die kostengünstigste Option. Auch auf Airbnb findet man sehr gute Angebote.

Preise fürs Essen: Fürs Essen gilt das gleiche, was auch schon fürs Wohnen galt. Teurer, aber immer noch günstig. In einem einfachen Restaurant bekommt man ein gutes Essen für 100 Kronen (3,50 Euro).  Ein Bier bekommt man für 30 Kronen.

Mobilität: Mit 30 Kronen (1,00 Euro) für eine einfache ÖPNV-Fahrkarte ist man günstig dabei. Das Netz ist gut, jedoch ist die Stadt recht übersichtlich. Man kann viel zu Fuß machen.

Flair der Stadt: Prag ist bekannt für sein Nachtleben. Vor allem junge Leute verbringen gern ein Partywochenende dort. Auch für weniger partyfreudige Nomaden ist Prag aber eine gute Destination: Die Stadt ist extrem schön, relativ übersichtlich und bietet viel Kultur.

Co-Working / Cafés: Dafür, das Prag eine eher kleine Stadt ist, gibt es hier eine gute Auswahl an Coworking Spaces. Mit mehr als 5 Spaces sollte man kein Problem haben, den passenden Ort zum Arbeiten zu finden. In Prag gibt es viele Cafés. Auch Internetcafés findet man zahlreiche. Sie stammen aus der Zeit, als es Stunden dauern konnte, eine einzige E-Mail zu versenden. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist heute aber viel schneller. Man kommt also auch mit 3G-Stick gut zurecht.

W-Lan Verfügbarkeit: Wie schon gesagt.. heute ist die Netzgeschwindigkeit okay. Viele Cafés bieten W-Lan. Die zuverlässigsten Orte, um im Notfall Wi-Fi-Zugang zu bekommen, sind McDonalds und KFC, die überall in der Tschechischen Republik gratis W-Lan anbieten. Und natürlich darf man Starbucks nicht vergessen, die ebenfalls kostenloses W-Lan anbieten.

Übrigens, in allen drei Städten gibt es diverse Möglichkeiten, sich eine Unterkunft zu suchen. Hier die besten Möglichkeiten:

  • Airbnb – Apartments findet ihr dort für alle drei Städte. Meistens ist Airbnb der beste Deal.
  • GowithOh – schicke Apartments von GowithOh gibt es in allen drei vorgestellten Städten.
  • Flatsandfriends – Portal, um Wohnungen zu tauschen. Auch eine günstige Option.

Dieser Artikel wurde unterstützt von GowithOh. Titelbild: Madrid by cuellar

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

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