Ortsunabhängige Selbstständige sind häufig Individualisten und denken nicht zuerst an die Zusammenarbeit in einem Team, sondern suchen allein ihr unternehmerisches Glück. Zumindest dann, wenn Flexibilität und örtliche Freiheit ihre wichtigsten Beweggründe sind.

Wenn man alleine arbeitet, muss man keine Kompromisse eingehen, ist niemandem Rechenschaft schuldig und kann jederzeit machen, was man will. Ein Maximum an Freiheit. Doch diese Art der Freiheit kann zugleich auch negative Seiten mit sich bringen.

Ist ein Maximum an Freiheit immer nur etwas Gutes? Gefühle der Isolation, Rastlosigkeit und Demotivation sind zwar Typenabhängig, aber kommen wesentlich häufiger vor, wenn man vor allem alleine arbeitet. Virtuelle Teams bringen gewisse Verbindlichkeiten, aber auch immense Vorteile. Man motiviert sich gegenseitig und kann sich austauschen. Ein Team kann sogar ein fast familiäres Gefühl geben. Etwas, das gerade für Ortsunabhängige sehr wertvoll ist.

Was aber, wenn die einzelnen Teammitglieder, mit denen man zusammen arbeiten möchte, alle ihren Lebensmittelpunkt woanders haben möchten oder umher reisen wollen? Ist der Wunsch nach Freiheit und Ortsunabhängigkeit heute noch ein legitimer Grund, auf die Zusammenarbeit im Team zu verzichten?

Die Antwort lautet: Jein! Es kommt darauf an. Virtuelle Teams erzeugen natürlich Verbindlichkeiten. Der Aufenthaltsort spielt dabei aber nur noch eine sehr kleine Rolle.

Es gibt die unterschiedlichsten Teamkonstellationen, zum Beispiel eine gemeinsame Firma, die man im Team betreibt, ein loses Freelancer-Netzwerk oder Mitarbeiter, die man als Unternehmer um sich schart. Davon gibt es natürlich auch Mischformen.

Die Dinge, die man beachten sollte, wenn man ortsunabhängig im Team arbeiten möchte, sind aber unabhängig vom Modell sehr ähnlich. In diesem Artikel will ich einige davon mit dir teilen.

Virtuelle Teams brauchen keinen festen Ort

Fest steht: Man kann heute problemlos erfolgreich mit einem virtuellen Team arbeiten, ohne dass man am gleichen Ort sitzt. Das beweisen nicht nur immer mehr Firmen (Buffer, Microsoft, Zapier… deutsche Beispiele bleiben noch aus), sondern auch zahlreiche Freelancer-Teams weltweit. Viele technische Tools ermöglichen die Zusammenarbeit und diese werden monatlich mehr. Teamarbeit ist heute grundsätzlich ortsungebunden möglich. Das ist ein Fakt. Man benötigt in den meisten Fällen kein gemeinsames Büro, und in den Fällen in denen dies heute doch nicht erforderlich ist aufgrund von mangelnder Technologie, sieht die Welt in 5 Jahren vermutlich auch schon wieder völlig anders aus.

Ein virtuelles Team braucht regelmäßige Treffen

Wenn man als Team virtuell zusammenarbeitet, bleibt weniger Raum zum „menscheln“. Man hat ja keine Kaffeemaschine, an der man sich treffen kann. Daher ist es, und das halte ich für ganz entscheidend, trotz der Ortsunabhängigkeit essentiell, dass sich das Team regelmäßig zu virtuellen Treffen verabredet, und hin und wieder auch gemeinsam Zeit an ein und demselben Ort verbringt. Die Firma Zapier zum Beispiel investiert das Geld, dass sie durch nicht vorhandene Bürostrukturen sparen, indem sie zweimal im Jahr das gesamte Team an einen Ort einfliegen lassen. Ich halte 2 oder 3 Treffen pro Jahr für sehr wichtig.

Virtuelle Teams brauchen klare Strukturen und Verbindlichkeiten

Gerade in der Teamkonstellation „Chef und Mitarbeiter“ hat Ersterer oft Angst, dass er die Kontrolle verliert und die Mitarbeiter nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen. Diese Angst ist unbegründet, da bei virtuellen Teams das Reporting ein wichtiges Element ist. Jedes Teammitglied sollte feste Aufgaben haben und diese sollten mit Terminen verknüpft werden. In regelmäßigen Abständen muss das Teammitglied den anderen im Team (oder dem Chef) berichten, wie der Stand der Dinge ist. Der Erbringer der Leistung ist in der „Bringschuld“. Durch ein gutes Reporting-System erfährt man sehr schnell, wenn jemand seiner Arbeit nicht nachkommt. Zugleich werden andere Maßnahmen überflüssig.

Virtuelle Teams brauchen gute Tools

Für virtuelle Teams sind die richtigen Tools das allerwichtigste Kriterium. Gleichzeitig müssen die richtigen Tools für die richtigen Dinge eingesetzt werden. Slack hat sich bei vielen Teams zum wichtigsten Tool für die tägliche Kommunikation entwickelt, es ist quasi das virtuelle Büro. Mit Hilfe von Trello werden Aufgaben verteilt und übergeben. Mit Google Docs werden gemeinsam Dokumente bearbeitet. Die Liste liesse sich noch weiter fortsetzen. Ständig kommen neue Kollaborationstools neu hinzu.

Ein virtuelles Team braucht eine gemeinsame Mission

In einem gut funktionierenden Team gibt es eine gemeinsame Mission, oder vielmehr Vision, auf die alle zuarbeiten. Einfach nur Geld gegen Zeit zu tauschen reicht den meisten Menschen heute zu recht nicht mehr. Sie wollen eine gute Antwort auf das Warum, wenn sie einer Arbeit nachgehen. Dieses Warum sollte man einem Team bieten, damit es ein starkes Team ist und jeder genug Eigenmotivation hat, um ich selbstständig die Arbeit einteilen zu können.

Virtuelle Teams können viel mehr bewegen

Ein Team ist für ortsunabhängige Unternehmer kein Problem mehr, wenn sie ein paar kleine Freiheitseinschränkungen hinnehmen können. Mit einem Team kann man wesentlich größere Vorhaben stemmen und deutlich größer denken. Als Einzelkämpfer ist man immer limitiert und die erreichbaren Ziele bleiben deutlich kleiner.

Suchst du die Gemeinschaft zu Menschen mit ähnlichen Zielen?

Möchtest du ortsunabhängig arbeiten, aber bist ein Teamplayer und hast keine Lust, etwas alleine aufzubauen? In unserer Community, dem Citizen Circle, findest du Menschen, denen Freiheit und Ortsunabhängigkeit sehr wichtig ist. Gleichzeitig sind aber ein Großteil der Mitglieder in unserer Community an der Zusammenarbeit mit anderen interessiert. Es haben sich im Citizen Circle schon viele gemeinsame Projekte ergeben oder es sind andere Formen der Zusammenarbeit und Beauftragungen entstanden.

Klingt gut? Alle weiteren Infos zum Citizen Circle findest du hier: Alle Infos ansehen.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

3 Antworten zu “Als virtuelles Team zum ortsunabhängigen Business”

  1. Hallo Tim,

    der Artikel gefällt mir richtig gut. Ich habe auch dein Buch gelesen, das richtig Hammer ist.

    Zum Artikel: Ab einen gewissen Zeitpunkt ist es notwendig, sich andere Menschen ins Business zu holen.

    Oder wie die Amerikaner es sagen: „Hire when it hurts“.

    MFG Philipp

  2. Für mich ist es definitiv ein Mix. Als ich selbständig arbeitete, mischte ich reine Arbeitszeit in Isolation sozusagen mit sehr sozialen Kontakten in der Freizeit, auch eine Möglichkeit. Danke für den super Artikel.

  3. es gibt wirklich viele Herausforderungen. Hab mich selbst schon dafür lange informiert und mein Team so umgestellt. Jedoch ist die Effizienz teilweise wirklich schlecht und Meetings bzw. gemeinsame Absprachen sind halt schon noch relativ wichtig.

Hinterlasse eine Antwort