„Unternehmerisches Potenzial ist bei Ihnen vorhanden“, hat der Unternehmer-Persönlichkeitstest ausgespuckt. Der Existenzgründer-Check bescheinigt „gute Chancen“ in Bezug auf meine Einstellung zur Selbstständigkeit. Puh! Scheint, als ob ich bereit bin!

Jetzt nur noch prüfen, ob ich die zwölf richtigen Eigenschaften für Selbstständige mitbringe oder die Big Five für Gründer. Oder lieber nicht? Ist es nicht so, dass man sich diese Checks sparen kann? Weil sich nämlich die Eignung fürs Unternehmertum schon aus dem Verhalten am Arbeitsplatz im Angestellten-Job herauslesen lässt?

Nach 11 Jahren 9/5-Job behaupte ich: Ganz sicher sogar! Ja. Deshalb folgen hier (mit einem Augenzwinkern versehen) 20 verdächtige Dinge, die dich als angehenden Entrepreneur outen.

Diese Dinge outen dich als Entrepreneur

1. Wenn die Kollegen 10 Minuten vor Ende des Arbeitstages schon an der Stechuhr stehen, servierst du ihnen einen Kaffee zur Überbrückung der Wartezeit.

2. Dein Chef schreit dich an? Du schenkst du ihm das Buch „Anleitung für artgerechte Menschenhaltung.“

3. Du denkst dir „Endlich mal wieder eine Herausforderung“, wenn ein neues Computer-System installiert wird, während alle anderen im Büro jammern und nicht verstehen können, „warum das denn nie aufhört mit dem neuen Zeugs.“

4. Du fragst dich, ob es noch eine bessere Art der Lebenszeit-Verschwendung gibt, als Dschungel-Camp, DSDS, Frauentausch oder Kochshows im Fernsehen zu schauen.

5. Die Kollegen fragen dich, wie ein Leben ohne Fernseher überhaupt möglich ist und was man außer Dschungel-Camp, DSDS, Frauentausch oder Kochshows anschauen abends denn sonst noch machen kann.

6. Für deine Kollegen wäre eine Kündigung das Horrorszenario schlechthin. Du denkst dir: „Dann wäre ich endlich hier raus und könnte mein eigenes Ding machen.“

7. Wenn dir jemand erzählt „Aber die Renten sind doch sicher, hat Norbert Blüm immer gesagt“, bekommst du unkontrollierbare Lachanfälle.

8. Wenn dein Kollege gebetsmühlenartig betont: „So im Großen und Ganzen ist die Arbeit hier doch ganz okay“, denkst du dir: „So im Großen und Ganzen ist mein Fußpilz auch ganz okay.“

9. Bei der Frage: „Fliegst du im Mai mit nach Malle?“ antwortest du: „Nein, da gehe ich auf die DNX.“

10. Während die Kollegen am Abend ihren Bürofrust mit Bier runterspülen, malst du dir aus, wie du deine beste Flasche Wein aus dem Keller holst, wenn du deine ersten 1000 Euro als Selbstständiger verdient hast.

11. Auf die Aussage des Kollegen hin „Die 15 Jahre bis zur Rente ziehe ich jetzt auch noch durch“ schaust du in dein Notizbuch und überlegst, ob du alle Ideen und Projekte, die da drin stehen, innerhalb von 15 Jahren überhaupt schaffen kannst.

12. Bei den Gesprächen über den anstehenden Kauf neuer Autos kannst du nicht mitreden. Denn du fährst nur noch mit dem Rad, um Geld für deinen baldigen Ausstieg zu sparen.

13. Wenn bei strahlendem Sonnenschein ein gut gelaunter Jogger an deinem Bürofenster vorbeiläuft, denkst du nicht mehr: „Immer die faulen Arbeitslosen“, sondern: „Das ist bestimmt ein Freelancer, der dafür heute Abend lang an seinem Rechner sitzen wird.“

14. Die Kollegen lesen in der Mittagspause Sport-Bild, Spiegel oder Shades of grey. Du ziehst dir verwunderte Blicke zu, weil sich bei dir Bücher mit Titeln wie Lean Business, SEO, E-Mail-Marketing, Die 4-Stunden-Woche und The-100-Dollar-Startup stapeln.

15. Während die anderen sich am Samstag auf dem Oktoberfest vergnügen, sitzt du im Mastermind-Workshop, um noch bessere Ideen und Inspirationen für dein künftiges Business zu bekommen.

16. Allein von der Vorstellung einer 60-Stunden-Woche im Büro bekommst du schon Stresspusteln. Wenn du dir aber ausmalst, wie es ist, 60 Stunden als Unternehmer zu arbeiten, denkst du dir: „Da bleiben mir ja immer noch 108 Stunden für mich.“

17. Dein Kollege teilt täglich neue Posts von heftig auf Facebook, du teilst Videos von TED Talks.

18. Die anderen haben am Montagmorgen schlechte Laune wegen der Fußballergebnisse des Wochenendes. Du schlenderst fröhlich pfeifend durchs Büro, weil du endlich deinen Blog online gestellt hast.

19. Die Kollegen überlegen sich, ob sie es sich leisten können, dem Chef einmal zu widersprechen. Du überlegst dir, ob du es dir leisten kannst, als Jungunternehmer einmal zwei Monate kein Geld zu verdienen.

20. Während die anderen von der großen Freiheit träumen, wenn sie sich mit 65 ein Wohnmobil kaufen und durch die Welt reisen werden, denkst du dir: „Richtig frei bin ich erst, wenn ich nie mehr durch diese Bürotür gehen muss.“

Gibt es noch weitere Ansatzpunkte, die ich vergessen habe? Was nervt dich im Büro am meisten, sodass du lieber heute als morgen dein eigenes Ding machen willst? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Dieser Artikel stammt von Mischa Miltenberger, Co-Autor auf Earthcity. Danke, Mischa!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Mischa Miltenberger
Über den Autor

Mischa Miltenberger

Mischa hat nach 11 Jahren als Sportredakteur den Job gekündigt und ist mit seinem VW Bus auf eine sechsmonatige Europareise gegangen. Gleichzeitig sprang er ins kalte Wasser der Selbstständigkeit. Er schreibt leidenschaftlich gerne und viel zu den Themen Persönlichkeitsentwickung, Ängste und Herausforderungen.

32 Antworten zu “20 verdächtige Dinge, die dich als angehenden Entrepreneur outen”

  1. Cooler Artikel.
    So ungefähr, denke mal das jeder da das eine oder andere ergänzen kann:

    Dich regen folgende Zitate von Kollegen und Kunden auf: „Ich habe keine Zeit!“ Hatten aber vorher min. eine halbe Stunde Zeit beim Kaffee mit der netten Kollegin zu plaudern (nicht über die Arbeit).

    • Ja, Benjamin, den habe ich vergessen. Das hat mich auch immer in den Wahnsinn getrieben. Wobei ich auch eine Kollegin hatte, die gerne auch zwei Stunden plaudern konnte, bevor sie frühzeitig ins Wochenende abgerauscht ist 🙂

      Danke für dein Lob und viele Grüße

  2. Prima zusammengefasst, aber ich gestehe…2 Wochen Dschungelcamp werden auch 2015 sein. Überschaubares Junk-TV und hat Tradition. Dafür vergesse ich sonst gern mal alles um mich herum. Und ja, wo packe ich in aller Welt die Ideen in die Zeit, die ich habe…

    Grinsende Grüße,
    Ivana

    • Hi Ivana,

      das ist lustig, Dschungel-Camp war auch bei mir das einzige Trash-Format, das ich geschaut habe. Jetzt bleibt die Kiste aber fast komplett aus. Einzig der sonntägliche Tatort ist festes Ritual.

      Und das mit den Ideen – wem sagst du das?`:)

      Liebe Grüße

      Mischa

  3. Christina

    Hallo Mischa!

    Jetzt hab ich es sogar Schwarz auf Weiß: Ich bin reif!!!
    Ich muss ganz dringend nochmal Tims und Connis e-books lesen, zur DNX im Mai fahren und den Sprung wagen!

    Vielen Dank für die verdächtigen zwanzig Punkte 😉

    Christina

    • Hi Christina,

      sehr gerne 🙂

      Bei mir fing es auch mit Tims E-Book an. Und jetzt darf ich hier Artikel schreiben. Das Leben hat echt gute Dinge auf Lager …

      Connis Buch kann ich dir auch nur wärmstens empfehlen, und dann sehen wir uns auf der DNX.

      Liebe Grüße

      Mischa

  4. Hallo Mischa,

    ich habe jetzt ein Dreivierteljahr als Enterpreneur hinter mir und arbeite aber parallel noch in einer Firma, in der ich nicht viel zu tun habe.

    Wiedererkannt habe ich mich in allen Punkten, aber besonders in den Punkten 4 und 5. Es ist nicht so, dass ich komplett ohne Filme lebe, aber wenn ich einen schaue, dann gezielt, meistens sogar im Kino. Das stumpfsinnige Berieselungsprogramm in der Idiotenlaterne (Fernseher) konsumiere ich nicht mehr, seit vor 5 Jahren ein Baum vor meine Satellitenschüssel gewachsen ist. Notwendigkeit, den Baum zurück zuschneiden oder die Schüssel zu verrücken, habe ich nie empfunden.

    Zur DNX werde ich auch auf jeden Fall kommen!

    • Hi Justin,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Und das Motto „Kein Fernsehen mehr dank eines Baumes“ ist doch genial 🙂

      Ich schaue mir auch gerne einen super Film oder eine Weltklasse-Serie wie Braking Bad auf DVD an. Ab und zu braucht man einfach eine gute Unterhaltung. Aber das klassische Fernsehen geht gar nicht mehr – und bringt einem so viel wertvolle Zeit.

      Vielleicht sehen wir uns ja auf der DNX?

      LIebe Grüße

      Mischa

  5. Hey Mischa,

    zunächst muss ich DANKE sagen! Dieser Dank gebührt jedoch nicht nur dir sondern allen Menschen die uns den Weg weisen wenn wir ihn selbst nicht sehen. Ich konnte mich in vielen deiner Punkte sehen jedoch fehlen mir noch immer ein paar Puzzlesteine um mich selbst davon zu überzeugen, dass ich es schaffen kann aus dem „Alltagstrott“ auszusteigen und ein freise Leben zu leben. Demnächst will ich auch einen Blog starten. Ein kleines Flämmchen lodert schon, leider fehlen mir noch ein paar Ideen und der Fokus auf spezielle Themen die mich interessieren um daraus eine Flamme zu machen. Habe ich etwa zu viele Interessen? Es ist ein wenig wie…hm…ich stehe vor 5 möglichen Wegen und weiß nicht welchen ich nehmen soll. Vielleicht beschreibt dieses Bild meine derzeitige Situation am besten. Vielleicht hast du ja ein paar Tipps??

    • Hi Mario,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob, das ich stellvertretend für alle „Wegweiser“ entgegennehme 🙂

      Deine Situation kann ich gut nachvollziehen. Aber deine vielen Interessen sind kein Problem, sondern eine Chance. Wenn du feststellst, dass Plan A nicht funktioniert, hast du immer noch andere Felder, auf denen du gut bist.

      Zum Einstieg in die Thematik und herauszufinden, ob du für den Ausstieg der richtige Typ bist und welche Möglichkeiten sich anbieten, kann ich dir sowohl Tims E-Book (Banner oben rechts) als auch das von Conni Biesalski empfehlen. Zwei alte Hasen, die unheimlich viele gute Tipps auf Lager haben.

      Liebe Grüße

      Mischa

  6. Genialer Post!
    So schmunzelnd du den auch geschrieben hast, ist doch alles irgendwo wahr 😀
    Ich möchte den Sprung in die Selbstständigkeit auch schaffen und hab wohl eher zufällig als zielgerichtet viele solcher Verhaltensweisen schon seit Jahren an den Tag gelegt.
    Fernseher? Was ist das? 😀 Sichere Rente? Ich glaub das erleben wir nicht mehr 😉

    Ganz besonders unterschreib ich 11 (so viel Leben hab ich gar nicht, dass ich alles umsetzen und alles lernen kann, was ich möchte) 12 (ich bin schon immer gern öffentlich unterwegs gewesen, da kriegt man doch viel mehr von seiner Umgebung mit) 16 (ich krieg schon beim Gedanken an 30 Std Büroarbeit Stresspusteln 😀 ) und 20 (Freiheit ist unbezahlbar und bis dorthin lass ich bestimmt keine 30 oder 40 Jahre vergehen).

    Danke für den tollen Post und das Lächeln das ich jetzt im Gesicht habe 🙂

  7. Hi Martina,

    vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das fette Lob! Ich mache nichts lieber, als jemand anderem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern 🙂

    Ich finde es klasse, dass du dich in dem Text wiedererkennst und wünsche dir viel Mut und Energie bei deinen Plänen. Hast du dir schon einen Termin gesetzt, bis wann du in die Freiheit entfliehen willst?

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Hi Mischa,

      ich habe mir kein Fixdatum zurechtgelegt. Es hat sich gerade tatsächlich so ergeben, dass mein Arbeitsvertrag mit Ende 2014 ausläuft und ich damit „frei wie ein Vogel“ bin 🙂 Es macht alles natürlich noch ein bisschen Angst, aber es wird alles dadurch aufgewogen, was ich an Lebensqalität dazu gewinnen werde.

      Ich glaub jedenfalls fest daran, dass meine Pläne aufgehen werden.

      Alles Liebe, Martina

      • Dann freu dich aufs Fliegen 🙂

        Ich drücke dir fest die Daumen, dass deine Pläne aufgehen. Eine unerschütterliche Zuversicht und Vertrauen in die Dinge, die da kommen werden, ist schon mal die halbe Miete.

        LG
        Mischa

Hinterlasse eine Antwort