Wer sich an einem Ort länger aufhalten möchte, um von dort seiner Arbeit als Webworker nachzugehen, der braucht eine gewisse Infrastruktur. Nicht jede Stadt ist gut geeignet, um von dort zu Arbeiten.

Jeder hat hier seine eigenen Kriterien und Vorlieben. In diesem Artikel erzähle ich Dir, was mir persönlich wichtig ist, wenn ich mir einen Ort zum Arbeiten aussuche. Dass ich ein totaler Städtejunkie bin, hat manch einer sicher schon mitbekommen. Alle anderen wissen es spätestens jetzt: Ich bin ein Städte-Junkie. Daher sind meine 3 Favoriten auch alles Großstädte.

Warum Städte?

Ich bin auch gerne mal am Strand oder auf dem Land, aber zum effektiven Arbeiten brauche ich das Stadtgewusel. Es macht vieles einfacher, weil meist eine gute Infrastruktur vorhanden ist. Am Strand will ich schwimmen gehen, in der Sonne liegen und Kokosnüsse löffeln – den Laptop aufzuklappen fällt mir dort einfach schwer.

In der Stadt kann man ins Kino, Museum oder ins Fitnessstudio gehen, abends Freunde treffen, Ausflüge machen, ist meist schnell am Flughafen – Aber da tickt eben jeder anders.

Was sind die Kriterien?

Um meine 3 Favoriten festzunageln, lege ich zuerst einmal meine wichtigsten Kriterien fest. Was muss vor Ort in welchem Maße vorhanden sein, um mir eine perfekte Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen?

Kriterium 1: Der Preis ist heiß. Die Stadt muss günstig sein. Man sollte günstig wohnen und essen können und dabei auch etwas geboten bekommen. Kopenhagen, Helsinki oder Sydney mögen als Städte noch so schön sein (ich liebe alle drei Städte sehr) – sie sind einfach zu teuer, um sich dort länger aufzuhalten. Das Geld rinnt einem nur so unter den Fingern weg.

Klar, es gibt auch Städte, die saugünstig sind, aber man sich Nachts nicht auf die Strasse trauen kann. Das ist natürlich auch totaler Käse. Eine sichere Umgebung mit günstigen Mieten muss also her!

Kriterium 2: Der soziale Aspekt. Es muss relativ leicht sein, Menschen kennenzulernen. Ich kann auch ganz gut allein sein – wenn man aber über Wochen und Monate an einem Ort verweilt, dann braucht man dringend ein soziales Umfeld, mit dem man sich treffen kann, essen gehen kann, Spaß haben kann.

Idealerweise sollte es leicht sein, sowohl „Locals“ als auch andere Reisende, Expats oder Auswanderer kennenzulernen. Am besten sollten sich auch viele andere digitale Nomaden in er Stadt tummeln, dass hilft ungemein.

Kriterium 3: Infrastruktur. Es muss eine Café-Kultur vor Ort vorhanden sein. Ich liebe es, in Cafés mit gutem W-Lan zu sitzen und von dort aus zu arbeiten. Manch einer bevorzugt Coworking Spaces, Business Lounges oder ähnliches. Auch alles ganz nett hin und wieder. Aber für mich gehören Cafés zu einer idealen Infrastruktur dazu. Eine gute Infrastruktur hat auch Einfluss auf den Spaßfaktor. Die Stadt muss abwechslungsreich sein.

Es gibt einfach Städte, die sind stinklangweilig oder einfach viel zu chaotisch. Man sollte sich gut von A nach B bewegen können, die Umgebung sollte spannend sein und auch viele Freizeitmöglichkeiten vorhanden sein. Essentiell finde ich auch eine gute Flug-Anbindung in die Nachbarländer, falls man mal ein paar Tage weg möchte (Stichwort: Visa-Run).

Bevor ich nun meine Favoriten preisgebe, sei noch eines gesagt: Es gibt Kontinente, die ich bisher kaum bis gar nicht besucht habe. Hierzu gehören Südamerika und Afrika. Das werde ich sicher in den kommenden Jahren ändern. Meine Favoritenliste ist also noch in Bewegung, es kann sich hier jederzeit noch etwas ändern.

Hier nun meine 3 Favoriten (nach aktuellem Stand):

Ho-Chi-Minh-City: Warum Saigon? Surprise Surprise. Saigon hat eine Café-Kultur, von der sich manch andere Stadt eine dicke Scheibe von abschneiden kann. Es gibt Cafés an wirklich jeder Ecke, alle haben ausgezeichnetes W-Lan und der vietnamesische Kaffee schmeckt super. (Du magst Mocka? Du wirst vietnamesischen Kaffee lieben!)

Zudem ist Saigon total praktisch, was Mobilität angeht. Das wird einem aber erst bewusst, wenn man das erste Mal auf einem Motorroller durch die Stadt „gecruist“ ist. Wer in Saigon zu Fuß geht, der hat verloren. Kennst du den Song „Nobody walks in LA“? Der trifft genauso auf Saigon zu. Der Unterschied ist nur, dass man sich hier nicht in einem fetten Auto fortbewegt, sondern sich am besten mit einem Motorroller auf die wuseligen Straßen traut. Man kann überall direkt vor der Tür parken und es macht zudem viel Spaß.

Bangkok: Nur etwa 600 Kilometer entfernt liegt gleich meine zweitliebste Stadt, was das Arbeiten angeht. Bangkok hat nicht so eine Café-Kultur wie Saigon und kostenloses W-Lan ist hier auch längst nicht so selbstverständlich. Es gibt aber auch hier sehr günstige Apartments und viele Orte, an denen es sich hervorragend Arbeiten lässt. Der entscheidende Punkt, warum Bangkok jedoch bei mir auf Platz 2 liegt, ist die Infratsruktur:

Bangkok hat 2 Flughäfen. Man kommt schnell und günstig in viele andere Städte Asiens und auch nach Europa ist es verhältnismäßig günstig. Das Essen ist ausgezeichnet. Für unter einen Euro kann man zu jeder Tageszeit extrem leckeres Streetfood bekommen. Es gibt viele Gleichgesinnte in der Stadt, man muss nicht allein sein, wenn man es nicht will.

Berlin: Berlin, meine „Heimatbasis“. Irgendwie unspannend, dass ich meine Heimatbasis gleichzeitig auch als meinen ultimativen Favoriten aufzähle, oder? Ist aber nunmal so. Ich halte mich ja nicht ohne Grund die meiste Zeit des Jahres dort auf. Berlin ist zwar kalt und fies im Winter (ein Grund, warum ich so oft flüchte), trotzdem hat Berlin neben einem tollen Sommer auch viele, viele Vorteile für jeden, der ortsunabhängig seiner Arbeit nachgeht.

Es gibt viele Cafés mit gutem W-Lan, eine riesige und stetig wachsende Zahl an Coworking Spaces und viele andere Webworker, mit denen man sich austauschen kann. Die Stadt bietet einfach eine ideale Atmosphäre für digitale Nomaden. Zudem ist sie im europäischen Vergleich nach wie vor saugünstig. Wo sonst bekommst du in Europa noch innerstädtischen Wohnraum für unter 10,- € den Quadratmeter?

„Test the Best:“ Wer Berlin einmal ausprobieren möchte, der muss zudem nicht gleich eine Wohnung mieten. Das Angebot an möblierten Apartments ist riesig. Du hast Lust, mal eine oder zwei Wochen die Berliner Luft zu schnuppern? Ich empfehle Dir für diesen Zweck bei GowithOh vorbeizuschauen. dort gibt es tolle, möblierte Apartments in Berlin und 16 weiteren europäischen Städten.

Das waren sie also, meine derzeitigen drei Favoriten, was das ortsunabhängige Arbeiten angeht. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in Saigon in einem Café, und freue mich schon auf die kommende Woche in Bangkok und vor allem auch auf die darauf folgenden Wochen in Berlin.

Happy travelling + Keep on working!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

Eine Antwort zu “In welchen Städten arbeitet es sich gut? Meine persönlichen 3 Favoriten”

  1. Komm ins Ruhrgebiet: Mieten in Innenstadtlage zwischen 4,- und 7,- Euro, drei Flughäfen, zentrale Lage in Europa mit Zugverbindungen nach England, Frankreich und Benelux, saubere Infrastruktur und wachsende Kreativszene. Einziges Manko ist der fehlende Haupstadtbonus. Daher gibt’s internationale Webworker meist nur auf Durchreise. Mein Eindruck ist, dass auch das besser wird. Dortmund, Essen und Bochum kann ich empfehlen.

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