Wir alle sind Gefangene unserer eigenen Denkmuster. Unglaublich viele Dinge laufen unterbewusst bei uns ab, egal ob es ums Zähneputzen geht, um das Einschätzen unserer Mitmenschen oder um die Richtung, die unser eigenes Leben nimmt. Wie können wir das ändern oder zum Positiven nutzen?

Der Mensch tendiert dazu, die Anzahl seiner bewusst getroffenen Entscheidungen deutlich zu hoch einzuschätzen. Wir sind zwar keine Marionetten, da wir die Fähigkeit haben, potentielle Fäden selbst zu durchtrennen; aber oft genug verzichten wir darauf – bewusst und auch unbewusst. Aber wenn so vieles im Unterbewusstsein abläuft, muss dort ja zumindest ein Plan herumliegen, an dem sich eben jenes Unterbewusstsein orientiert, oder?

Was nimmt Einfluss auf unseren Plan?

Genau das tut es auch; die entscheidenderen Fragen sind aber: Woher kommt dieser Plan und wie kommt er in unseren Kopf? Alles, was wir hören, sehen, fühlen und in anderer Form erleben, hat Einfluss auf diesen Plan. Er ist ein Puzzle aus den anderen Plänen der Menschen in unserem Umfeld, aus Büchern, die wir gelesen und aus Dingen, die wir im Fernsehen gesehen haben.

Kognitionspsychologen gehen davon aus, dass die Möglichkeit zur Informationsverarbeitung des Menschen beschränkt ist, weshalb sich dieser auf die Dinge verlassen muss, die ihm sein soziales Umfeld und andere Quellen vorgeben. Daher werden beispielsweise Menschen oft in Kategorien einsortiert, wodurch Vorurteile entstehen. Da der menschliche Bezugsrahmen aber beschränkt ist, kommt es häufig zu fehlerhaften Kategorisierungen, die sich dann als Stereotypen äußern.

Diese Stereotypen beziehen wir auf die Menschen um uns herum. Sie haben nämlich genauso einen Einfluss auf das Denken in Bezug auf uns selbst wie auf unseren Plan für das eigene Leben. Wir haben ein Bild von uns im Kopf, das wir auch nach außen vertreten und aufrechterhalten möchten. Somit folgen wir einem Entwurf, der diesem Selbstbild gerecht wird. Unsere Denkmuster können hier unterstützend wirken, uns jedoch auch Hürden in den Weg stellen.

Wer schreibt dir deinen Lebensentwurf vor?

Aber nun zurück zur zentralen Frage: Wer gibt eigentlich die Regeln vor? Unsere Eltern und unsere Freunde? Die Regierung? Oder sind es dunkle Mächte aus Verschwörungstheorien, die die Fäden für unser Leben in den Händen halten?

Es wäre schön, wenn sich diese Frage so einfach beantworten ließe. Verschwörungstheorien sind ja deswegen so beliebt, da sie höchst komplexe Sachverhalte in zwei Sätzen erklären können. So leicht ist es aber nicht. Wir müssen erst einmal akzeptieren, dass wir nicht alles ins kleinste Detail erfassen können. Nur weil wir beispielsweise nicht begreifen können, wie Dinge „aus dem Nichts“ entstehen oder dass Dinge existieren, die keinen Anfang und kein Ende haben, muss das nicht im Umkehrschluss heißen, dass es einen Gott gibt. Es heißt aber auch nicht, dass es keinen gibt. Es liegt schlichtweg außerhalb unseres Verständnisses.

So verhält sich das auch bei den Einflüssen, die unserem Unterbewusstsein die Regeln vorgeben. Wir können zwar ein paar zentrale Einflüsse bestimmen, aber es existieren sicher auch viele andere, die uns verschlossen bleiben.

Fest steht aber, dass wir, wenn wir nicht die Ketten selbst sprengen und die Dinge stärker hinterfragen, wir einem Lebensmodell folgen, zu dem wir uns weitestgehend nicht 15 wirklich bewusst entschieden haben. Den Entwurf haben andere Leute für uns geschrieben; wir befolgen ihn nur und verhalten uns möglichst ruhig.

Nimm das Steuer selbst in die Hand!

Es ist Zeit, das Steuer häufiger wieder selbst in die Hand zu nehmen und uns den eigenen Entwurf lieber selbst zu bauen. Nur wer selbst steuert, kann auch sicherstellen, dort anzukommen, wo er möchte – Kapitän, auf die Brücke und zurück an das Steuer!

Das Zauberwort an der Stelle heißt: Selbstverantwortung! Du bist immer und zu jeder Zeit dafür verantwortlich, was um dich herum passiert. Und wenn etwas passiert, das du nicht beeinflussen konntest, liegt es immer noch in deiner Verantwortung, wie du darauf reagierst und das Ereignis für dich selbst interpretierst. Du bist verantwortlich für deinen Haarschnitt, deine Gesundheit, deine Ernährung, dein Gewicht, deinen Job, dein Gehalt, deine Freunde – einfach für alles!

Wenn du morgen an der Ampel stehst und dir kracht jemand hinten drauf, ist das zweifelsfrei ein Ereignis, das du nicht beeinflussen kannst. Es liegt aber in deinem Ermessen, ob du aussteigst und schimpfst wie Rumpelstilzchen, oder die Dinge so nimmst, wie sie sind und versuchst, daraus etwas Positives für dich zu ziehen. Vielleicht hatte die Stoßstange schon vorher einen Schaden und du bekommst nun eine neue? Unter Umständen ist der „Unfallgegner“ sogar eine nette neue Bekanntschaft?

Fazit

Wer nach seinen eigenen Regeln leben möchte, muss lernen, die Verantwortung für ausnahmslos alles im Leben selbst zu übernehmen. Erst wenn du dir die volle Verantwortung zurückholst, hast du die Möglichkeit, deine eigenen Regeln aufzustellen, die fortan Bestand haben sollen.

In meinem neuen Buch beschreibe ich basierend aus meiner eigenen Erfahrung als Unternehmer, wie du erfolgreich deine eigene Definition findet, dich neu erfindest und dein Business als Werkzeug deiner Lebensplanung und deines Wachstums nutzt.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

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