„Fehler sollte man vermeiden. Jeder, der häufig Fehler macht, wird es auch zu nichts bringen.“

Bullshit! Genau das Gegenteil entspricht nämlich der Wahrheit. Fehler zu machen ist zwingend notwendig, um erfolgreich zu sein.

Warum? Ganz einfach: Wer keine Fehler begeht, der macht nämlich gar nichts! Denn das ist der einzige Weg, um Fehler zu vermeiden. Und wer nicht tätig wird, der kann auch keinen Erfolg haben.

keine Fehler = kein Erfolg

Ein weiterer Grund: Aus Fehlern lernt man. Sorry, klingt, abgelutscht… ich weiß. Ist aber so! Hier ist die simple Gleichung:

etwas TUN führt unweigerlich zu FEHLERN

FEHLER ermöglichen erst einen LERNPROZESS

ein LERNPROZESS führt zu ERFOLG

Aber… Hey, ich wollte das auch lange nicht wahrhaben. Ich habe mir Podcasts, Bücher und Businesstipps reingezogen, und habe das TUN vor mich hin prokrastiniert. Informationen aufsaugen ist wichtig, aber nur, wenn man sie auch umsetzt. Manchmal erwische ich mich heute noch beim NICHT-TUN. Jedoch ist mir dann zumindest bewusst, das etwas falsch läuft und ich ändere es.

Noch eins vorab: Wenn ich dir nun von meinen 5 größten Fehlern erzähle, dann hilft dir das hoffentlich. Aber keine Sorge, es bleiben noch genug andere, potentielle Fehler für dich übrig (in die du voll hineinspringen kannst, wie ein kleines Kind in eine Regenpfütze. Splash!)

Welche 5 großen Fehler habe ich also in den vergangenen Jahren begangen, die ich mit Dir teilen will? Here you go:

1) Ich habe zu oft Business gespielt

In der Vergangenheit habe ich oft Business ‚gespielt‘. Was meine ich damit? Anstatt mich aufs Geld machen zu konzentrieren, habe ich Businesskarten entworfen, viel Zeit und Geld in eine Webseite investiert und alle möglichen Dinge gemacht, nur nichts, was mir Geld eingebracht hat.

Ein Business ist im Grunde meist ein Deal zwischen zwei Menschen. Keine Businesskarte. Ich habe es erst langsam kapiert: Wer Geld verdienen will, muss den Hörer in die Hand nehmen, Menschen treffen, E-mails schreiben – In Kontakt treten!

Heute stelle ich mir jeden Morgen die Frage, was die wichtigste Aufgabe des Tages ist. Hat diese nicht unmittelbar mit Geld verdienen zu tun, dann hinterfrage ich noch einmal, ob es auch definitiv die wichtigste Aufgabe ist. (Manchmal zu recht, manchmal zu unrecht… Es gibt eben auch Dinge, die getan werden müssen, und nichts einbringen. Steuern zum Beispiel.)

2) Ich habe meine Finanzen nicht im Auge behalten

Anfänglich habe ich sogar nicht einmal ein separates Konto geführt. …. Ich bin immer noch nicht „Mr. Control“ was meine Finanzen angeht. Werde ich vermutlich auch nie, dazu bin ich zu sehr Chaot.

Zumindest habe ich es aber mittlerweile geschafft, Einnahmen und Ausgaben sauber festzuhalten, ein separtes Business-Konto zu führen, und immer brav meine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben.

Am Ende eines Monats kann ich sehen, was unterm Strich hereingekommen ist und wo Sparpotentiale vorhanden sind. Das ist sicher das Wichtigste.

Leg also von Anfang an damit los, deine privaten Finanzen von deinen Business-Finanzen zu trennen. Scheibe Einnahmen und Ausgaben sorgfältig auf. (Nein, das macht dich nicht zu einem Spiesser – das ist ein MUSS). Nimm dir monatlich einen Nachmittag Zeit, um deine Umsatzsteuervoranmeldung zu machen und im Zuge dessen auch deine Ausgaben genauer durchzusehen.

3) Ich war Einzelkämpfer, hatte keinen Austausch

2011 war mein Rambo-Jahr. Ich wollte selbstständig sein, ortsunabhängig sein und meine Freiheit haben. Ich habe Unmengen an Infos darüber aufgesogen. Aber ich habe mich nicht vernetzt. Ich kannte niemanden, der die gleichen Ziele verfolgt hat.

2012 habe ich durch meinen Blog die ersten Menschen kennengelernt, die ähnlich getickt haben. Damals war Earthcity noch wesentlich stärker auf das Thema ‚klassische Reise‘ fokussiert. Ich habe andere Reiseblogger kennengelernt und viel über das Bloggen hinzugelernt.

So richtig durchgestartet bin ich dann aber erst zu Beginn dieses Jahres, als ich auch Menschen getroffen habe, nicht nur reisen wollen, sondern ein eigenes Business haben, welches sie von überall steuern können. Echte Freedom-Fighters.

Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie unendlich stark mich das weitergebracht hat. Es hat den „Turbo Pursuit Mode“ für mich und meine Eigeninitiative gezündet ..

Ich brenne nicht nur vor Ideen, sondern gehe sie auch an. Zudem habe ich immer jemanden, den ich fragen kann, wenn ich nicht weiter weiß. Genauso gebe ich natürlich auch mein Wissen weiter, wenn jemand Hilfe braucht. Brauchst du Hilfe oder einen Rat? Schreib mir einfach!

4) Ich habe zu viele Baustellen gleichzeitig aufgerissen

Ganz großer Fehler, von dem ich leider immer noch nicht geheilt bin. Ich reiße zu viele Baustellen gleichzeitig auf – ich beginne zu viele Projekte und arbeite an ihnen parallel. Ich weiß, das es schlecht ist, mache es aber trotzdem. Kennst du ein Heilmittel dagegen? Ich kenne leider noch keins.

Immerhin habe ich es geschafft, mich auf zwei Dinge zu konzentrieren, wenn ich wirklich etwas voranbringen will. Dieser Blog hier nimmt sicherlich 15-20 Stunden meiner Zeit pro Woche in Anspruch. Damit bleiben wir nur 30-40 Stunden für andere Projekte, wenn man auch noch ein wenig Zeit für Sport, sowie Zeit mit Partner und Freunden haben möchte. Das ist nicht viel.

Mehr als 2 Baustellen gehen also gar nicht. Vergiß es. Am besten 1 Projekt, maximal 2 Projekte. 3 Projekte ist gleichzusetzen mit: „Es wird nix! Kannst im Bett bleiben.“

5) Ich habe einen falschen Perfektionismus gepflegt

Manchmal kommt der Perfektionist in mir durch. Leider. Ich verliere mich schnell in Details.

Was das heißt? Ich bastele über 2 Wochen an einem Re-Design für Earthcity und am Ende verwerfe ich alles, weil es mir nicht gefällt. Nicht nur ist das Design des Blogs nicht soooo wichtig, es war auch verschwendete Zeit weil ich es am Ende nicht eingesetzt habe.

Ich bin ständig mit irgendwelchen Kleinigkeiten nicht zufrieden und bastele Stunden lang an ihnen herum. In der Zeit hätte ich dann: 2 Blogposts für Earthcity schreiben können, einen Gastartikel für 123paleo.de schreiben können, neue Freelancer-Aufträge an Land ziehen können, Unterstützer für ein neues Projekt suchen können.

Perfektionismus ist in manchen Fällen gut, im Online-Business meist eher schädlich. Keine Zeit verschwenden: Raus mit dem Produkt, der Webseite etc.

Ich hoffe, meine Fehler helfen Dir weiter – genau so, wie sie mir auch weitergeholfen haben. Welche Fehler hast Du gemacht? Ich würde mich freuen, wenn Du deine bisherigen Fehler in den Kommentaren mit mir teilst!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

9 Antworten zu “Geständnis: Meine 5 grössten Fehler”

  1. Punkt für Punkt punktgenau – super auf den Punkt gebracht 🙂 Das sind, glaube ich, genau die typischen Probleme kreativer Freelancer… Auch ich erkenne mich da wieder, Du bist nicht allein, da schließe ich mich den anderen Kommentatorinnen vor mir an 🙂 An Deinem Blog schätze ich die Ehrlichkeit und Transparenz, mach weiter so. Sympathisch und konstruktiv finde ich auch Dein Angebot, sich gegenseitig zu unterstützen. Gerne kannst Du mich ebenfalls jederzeit fragen, wenn Du mal Rat und Hilfe brauchst.
    Liebe Grüße! Maike

  2. Bei Punkt 4 spiele ich auch gerne mit.
    Es gibt aber auch immer so unglaublich viele Sachen, die ich so gern machen würde. Ich fang dann meistens 3 Dinge gleichzeitig an, verheddere mich zwischendrin, weil ich viel zu wenig Zeit hab, setze mich selbst unter Druck, weil ja auch alles unbedingt total toll werden muss und letzten Endes wird keine Baustelle jemals wirklich fertig… und dann findet sich bestimmt auch noch etwas anderes Neues was auch spannend klingt…
    Ich bin da Profi drin… 😀
    Also, wenn du dagegen mal was findest, sag mir bescheid. Bis dahin versuche ich mich – unbelehrbar wie ich bin – in der Jonglage meiner Baustellen… 😉

  3. Hey Tim,

    ich denke zu Punkt Vier kenne ich ein gutes Mittel. Es nennt sich Geduld 🙂
    Aber ich kenne das nur zu gut… Man hat so viele Ideen und man denkt sich, je mehr ich Umsetze, desto mehr Geld müsste eigentlich auch raus springen… Aber Pustekuchen 😉 Genau das Gegenteil ist der Effekt. Man hat eigentlich gar keine Zeit mehr für nichts und das Konto bleibt auch noch leer.
    In diesem Sinne… Immer schön eins nach dem Anderen.. 🙂

    Viele Grüße!

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