Ich liebe Städte. Die meisten Städte werden für mich nie langweilig. Sicherlich ist dies auch ein Grund, warum ich mich nur auf die zwei grössten Städte konzentrierte, als ich vergangenes Jahr in Australien unterwegs war. Schliesslich hatte ich nur 2 Wochen Zeit, meine ersten Erfahrungen auf dem australischen Kontinent zu machen.

Klar, Australien ist vor allem bekannt für seine atemberaubende Natur, seine Weiten, seine Tierwelt. Aber da ich nur eine sehr begrenzte Zeit hatte, beschloss ich, mich dieses Mal nur auf das Umfeld der Städte an der Ostküste zu konzentrieren. Schliesslich sollte dies nicht meine letzte Reise nach „Down Under“ werden. Less is more – lieber weniger ansehen, dafür aber mehr vor Ort mitbekommen.

So kam es dann, dass ich während besagter 2 Wochen also eine Woche in Sydney und eine Woche in Melbourne verbrachte – was mir bereits viel zu kurz vorkam und mir grosse Lust machte, in der Zukunft noch einmal für eine längere Zeit zurück zu kommen. Von meiner Woche in Melbourne möchte ich Euch nun in diesem Artikel berichten. 7 Tage in der zweitgrößten Stadt Australiens, und was man in diesen 7 Tagen alles machen kann. Falls Ihr auch einen Aufenthalt in Melbourne plant, kann ich Euch meinen „Wochenplan“ sehr empfehlen.

Tag 1 – Ankunft, Hitzeschock, Verständigungsprobleme

Nach etwa 8 Stunden Flug von Bangkok nach Melbourne, davon gefühlten 4 Stunden Flug über endloses Niemandsland (auch Australien genannt), überkam mich ein Hitzeschock. Trockene Luft, 33 Grad, Willkommen im Januar in Melbourne.

Erste Verständigungsprobleme am Flughafen sorgten dafür, dass ich kurz überlegte, ob hier Englisch gesprochen wird. Nach einigen Stunden hatte ich mich jedoch schnell an das Aussi-Englisch gewöhnt. G’day, mate. Viel mehr war an diesem Tag nicht mehr zu reißen. Ich übernachtete bei einem Freund von mir, irgendwo in Kingsbury, etwas ausserhalb. Mit der Tram aber gut angebunden.

Tag 2 – Die Stadt, alles niedlich, Preis-Schock

Am zweiten Tag ging ich auf eigene Faust los, um die Stadt zu entdecken. Die einstündige Tramfahrt war ideal, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Die Aussenbezirke sehr amerikanisch, die Innenstadt sehr europäisch – so könnte man es in einem Satz beschreiben. Natürlich alles doch irgendwie anders. Wie eine Kollage aus Europa, Asien und Amerika.

Je näher ich der Innenstadt kam, umso mehr liess ich die Vorort-Siedlungen a là L.A. oder S.F. hinter mir und tauchte in eine Englisch anmutende Innenstadt ein. Ein wilder Mix verschiedener Architektur-Einflüsse. In der Einkaufsstrasse saß eine Aboriginee-Familie und machte Straßenmusik mit ihren Digereedoos. Die Kinder tanzten.

Ich schaute mir die Einkaufsstraße an, die Flinders Station, den Federation Square und die Yarra Banks. Ich streunte wie ein Hund durch die Strassen, so wie ich es am liebsten mache, und trank mir im 2-Stunden-Takt einen Kaffee an irgendeiner Strassenecke, so wie ich es auch am liebsten mache.

Tag 3 – Great Ocean Road, Wow

Mit meiner alten Best of „Crowded House“ CD ausgestattet, ging es am dritten Tag Richtung Great Ocean Road. Die Fahrt von Melbourne bis zum offenen Meer zieht sich. Melbourne liegt an der Port Philip Bucht, und eben diese Bucht muss man erst einmal halb umrunden, bis man den Pazifik erreicht hat. Die Fahrt dauert ungefähr 2 bis 3 Stunden.

Der erste Ort am Meer, den man ansteuern sollte, ist Torquay. Ein Surferparadies mit schönem Strand und vielen Surfer-Shops voller bunter Billabong-Hosen. Wer surft, sollte hier vielleicht sogar eine Übernachtung einplanen. Für einen Zuseher wie mich reichte eine Stunde, bis es weiterging.

Den Rest der Strecke ging es nun entlang der Great Ocen Road weiter. Immer links das Meer im Blick. Je länger die Fahrt war, umso kliffiger und spannender wurde die Landschaft.

Der Leuchtturm von Aireys Inlet, die 12 Apostel, Koalas, und spektakuläre Aussichten entlang der gesamten Strecke. Dringend empfehlen kann ich Euch, unterwegs an einer der Fish & Chips Buden eine Pause einzulegen (z.B. in Lorne bei „The Salty Dog“). Triefend vor Fett, frisch aus der Fritteuse, aber einfach nur lecker.

Tag 4 – Great Ocean Road, Rückwärts, Beach

Nach einer Hostel-Übernachtung in Apollo Bay, ging es am 4. Tag zurück nach Melbourne. Im Grunde hieß das, die gesamte Strecke entlang der Ocean Road noch einmal rückwärts zu fahren. Aber weils so schön war, war das absolut kein Problem. Alles eine Frage der richtigen Bedröhnung über die Lautsprecher und einigen kleinen Pausen. Nach 6 Stunden Fahrt war der Abend in Melbourne dann auch eher entspannt… hmm … oder auch nicht. Ab in den Club und um erst um 5 Uhr morgens im Bett. Die Musik war nicht so meins, Standard Dance-Kram mit doofen Gesangeinlagen wie man ihn hier mag, aber da trinkt man dann eben etwas mehr.

Unterwegs gab es auf dem Rückweg ein Eis.

Tag 5 – St. Kilda

Entsprechend des Vorabends startete der 5. Tag erst gegen Mittag. Nach einem Katerfrühstück wollte ich noch losziehen, um einige Fotos zu machen. Nach 2 Stunden und einigen interessanten Bildern, entschloss ich mich aber, mich lieber in ein Café zu setzen und ein wenig zu arbeiten. Unanstrengende Dinge. Ab und zu die Leute beobachten.

Abends ging es nach St. Kilda. Auch ein Must-See während eines Melbourne-Aufenthaltes. In St. Kilda gibt es viele gemütliche Bars und Restaurants. Es ist das Ausgeh-Viertel der Stadt. Auch einen kleinen Amusement-Park namens Luna-Park (so wie man ihn auch aus Sydney kennt) gibt es hier. Die Holzachterbahn ist etwas klapprig, aber macht Spaß. Einen Strand gibt es hier auch – der Bondi Beach Melbournes.

Wer in Australien ausgeht, wird leicht an einem Abend 50, 60, 70 Euro los. Die Preise hier sind unglaublich. Die Schweiz ist nix dagegen. Dafür gab es dann aber auch einen verdammt leckeren Australischen Vino und gutes Fleisch. Nach dem dritten Glas kann man sich dann überlegen, ob man auf Plastikbecher am Strand umsteigt oder genug Kleingeld dabei hat.

Tag 6 – Radtour, Tram, Chinatown

Um ein bisschen Bewegung zu bekommen, entschied ich mich am 6. Tag, mir ein Fahrrad auszuleihen. Im Grunde fuhr ich einfach drauf los – dank GPS kann einem heute ja nicht mehr viel passieren. Dabei entdeckte ich einen wunderschönen Friedhof in einem Vorort von Melbourne, einen Flohmarkt mit vielen tollen Dingen und diverse interessante Wohnsiedlungen. Gute Orientierung boten mir zudem bei meiner Radtour die Tram-Gleise. Diese nutzte ich dann auch für die Rückfahrt, als mich die Kraft verlies.

Am Abend ging es zum Essen nach Chinatown. Hier sind die Preise noch etwas humaner, und es schmeckt sehr authentisch. Über 10% aller Melbournianer sind Chinesen. Da ist es ja logisch, das die auch mal gut essen wollen!

Anbei noch ein Tipp für euren Tram-Ausflug durch Melbourne: Hier findet Ihr einen Trip-Planer für den „ÖPNV“.

Tag 7 – Straussensteak zum Abschied

Letzter Tag – Abreise. Am Abend ging mein Flug. Noch ausreichend Zeit, ein wenig zu arbeiten und zum Lunch noch einmal ein leckeres Straussensteak zu essen. Ist ja schliesslich Australien.. und Krokodil gab es leider nicht.

Übrigens, den Flug mit Thai Airways ab Bangkok (Hin- und zurück Richtung Melbourne) kann ich sehr empfehlen. Mein Flugzeug war auf beiden Strecken nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Ich konnte mich also wunderbar über mehrere Sitze ausstrecken. Dieses Glück hatte ich auf dem Anschlussflug Bangkok-Frankfurt mit Etihad leider nicht. Das würde auf dieser Strecke auch an ein Wunder grenzen. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Thai Airways voll in ‚des Königs Hand‘ und den juckt es wohl nicht so sehr, wenn die Strecke nicht ausgelastet ist.

 

Melbourne in Motion: Folgendes Fundstück ist auf dem Federation Square in Melbourne entstanden. Die Stop-Motion-Skulptur trägt den Namen MÖBIUS. Im Hintergrund sehr Ihr auch die Flinders Station.

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Titelfoto: colinlogan via photopin cc

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

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