Viele Menschen verzichten darauf, Ideen zu realisieren, nur weil andere sagen: „Das funktioniert sowieso nicht“ oder „Das klappt niemals“. Lass dich davon nicht aufhalten und gründe dein Traumunternehmen! Wir geben Tipps, wie man die Mauer des Zweifelns einrennen kann.

Wenn man irgendwann sein eigenes Handeln tatsächlich ehrlich bewertet, dann kurz vor dem Tod. Was Menschen in jenen Momenten bewegt, beschreibt die Palliativpflegerin Bronnie Ware in ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Bedauert wird vor allem, Dinge nicht getan und das Leben nicht so gestaltet zu haben, wie man wollte. Das Arrangieren mit den Gegebenheiten und das Opfern der eigenen Träume wird in der Nachbetrachtung bereut.

Wenn du also gerade die ein oder andere Idee mit dir herumträgst, frage dich doch einmal ernsthaft, was dich von ihrer Realisierung abhält. Welche Schranken sind noch unten, welche Hürden stehen dir im Weg? Sind sie wirklich nicht zu umgehen? Oder kannst du einfach drüber springen?

Vielleicht hast du einige der folgenden Sprüche auch schon gehört:

„Das wird nicht funktionieren!“ vs. Das Glück begünstigt den Mutigen!

Die Gesellschaft in Deutschland zeigt sich generell eher gründungsängstlich. In repräsentativen Haushaltsbefragungen hält der GEM Global Entrepreneurship Monitor 2014 für Deutschland fest: 46% von 4000 Befragten sehen sich durch Angst am Gründen gehindert. Die „German Angst“ sitzt tief. Dabei weiß eigentlich jeder: Nur äußerst selten geht ein Plan zu 100 % auf. So verhält es sich mit allem im Leben. Schade ist, dass die Angst vor dem Scheitern sehr viele Menschen daran hindert, ihre Ideen überhaupt umzusetzen – sie versuchen es nicht einmal! Niemand weiß, was für aufregende Entwicklungen deshalb schon auf der Strecke geblieben sind.

Welches Projekt du auch angehen willst: Irgendein Teilaspekt wird in der Regel scheitern, ein Teilstück muss umgeworfen, verändert, gestrichen werden. Aber die Angst vor Veränderungen sollte kein Grund sein, deine gute Idee lebenslang in der Schublade liegen zu lassen, weil du dich vom Umfeld oder den Chancen entmutigen lassen hast.

Tipp: Schreib die Ängste auf, deine und auch die deiner Kritiker. Lege dafür drei Spalten an, in die erste kommt die Angst, in die zweite, was die schlimmste Konsequenz ist, in der dritten ist Platz für eine Lösung oder einen Workaround. Du wirst merken, dass dadurch viele Probleme deutlich kleiner werden.

„Dafür fehlt dir das Wissen und die Erfahrung!“ vs. Das perfekte Unternehmen gibt es nicht!

Wenn alle immer das Gleiche tun, können auch alle auf bestehende Erfahrungen und Strukturen zurückgreifen. Aber wenn alle immer das Gleiche tun, gibt es keinen Fortschritt. Das Risiko, wenn man etwas Neues tut, ist: Man kann scheitern.

In den USA geht man mit dem Risiko des Scheiterns deutlich entspannter um, Scheitern gehört dort dazu – es wird als möglicher Ausgang der Sache gesehen, der durchaus eintreten kann. Die Amerikaner wissen, dass es ein perfektes Unternehmen nicht gibt. Da wird eben ausprobiert.

Tipp: Mit dem nebenberuflichen Gründen kannst du dich erstmal an das Gefühl heranwagen, Unternehmer zu sein. Wenn du dir dein gewohntes finanzielles Standbein erhältst und deine Idee zunächst im kleinen Rahmen zum Leben erweckst, hast du noch ein sicheres Netz, in das du fällst.

Konzepttipp: Mach dich im Zusammenhang mit nebenberuflicher Gründung vertraut mit dem Konzept des Lean Startups.

„Dafür würde ich kein Geld bezahlen!“ vs. Nachfrage testen!

Dieses Totschlagsargument wird gern herausposaunt, wenn man eine Idee vorstellt. Aber es ist wie mit fast allen Konsum- und Dienstleistungsgütern: Alles ist Geschmackssache. Und nur, weil die von dir befragten Freunde kein Geld für deine neue Idee ausgeben würden, heißt es noch lange nicht, dass es dafür keinen Markt gibt.

Tipp: Versteck dich nicht monate- oder jahrelang mit deiner Idee, bis du an den Markt gehst. Zeig sie einer Gruppe Interessierter, hole Feedback ein. Das sollten nach Möglichkeit nicht nur Freunde und Familie sein, sondern Menschen, die später zu deiner Zielgruppe gehören. Hier kannst du entscheidende Informationen erhalten, wie dein Produkt ankommt. Das Zauberwort hier heißt MVP – minimum viable product (minimales brauchbares Produkt).

Buchtipp: Felix Plötz beschreibt in seinem Buch „Das 4-Stunden-Startup“ einen Prozess zum Testen, ob ein Produkt auf dem Markt echte Chancen hat. Generell lesenswert! (Auszug)

„Das wird alles nix!“ vs. Konstruktive Kritik!

Unsachliche Plattitüden wie „Das wird alles nix!“ helfen niemandem weiter. Plage dich nicht damit herum. Dabei ist Kritik gewünscht und sinnvoll! Gerade Außenstehende, die nicht so eng mit dir verbunden sind wie gute Freunde, werden die Dinge wertneutraler beurteilen: Sie können ihre Kritik häufig geradeheraus formulieren, weil sie nicht gehemmt sind durch moralische Bedenken dir gegenüber.

Tipp: Bitte von Anfang an um eine sachliche Beurteilung, mit der man arbeiten kann. Wenn du mit deiner Idee sogar eine tiefergehende Kritikrunde mit mehreren Personen fährst, dann könntest du mit einer Art Fragebogen arbeiten. Die KERNWEG-Checkliste könnte dafür geeignet sein. Sie wird vom Ideenentwicklungs- und Anwendungslabor der Uni Magdeburg nebst anderen Ressourcen bereitgestellt.

„Alles nicht durchdacht!“ vs. Planung schafft Sicherheit!

Es gibt einen guten Weg, um diesen Satz zu verhindern: Plane gut! Dann wird dich niemand überraschen mit Aspekten, an die du noch gar nicht gedacht hast. Dazu sollst nicht wochenlang in einer dunklen Kammer am Schreibtisch ein 1000-Seiten-Konzept schreiben. Aber mach dir zumindest Gedanken über den Zeitplan deines Projektes – auch um die Ressource Zeit, denn du hast nur eine begrenzte Menge davon zur Verfügung. Je nach Art deiner Idee kann z.B. die Produktentwicklung einiges an Zeit „fressen“.

Du solltest dein Geschäftsmodell in seiner Gesamtheit erfasst haben, dazu gibt es Hilfsmittel. Deine Finanzplanung sollte nicht aus einer Wattewolkenwelt kommen. Außerdem auf den Prüfstand gehören: Deine eigenen Kompetenzen (auch ein Teil der Ressourcenplanung), deine Motivation und Diszipliniertheit.

Tipp: Schreibe mit einer Business Model Canvas dein Geschäftsmodell auf einer Seite nieder. Damit kannst du auch prima Feedback einholen! Auf der Basis der Canvas lässt sich dann relativ komfortabel ein Businessplan erstellen, der sehr viele Aspekte deiner Gründungsidee beleuchtet.

Fazit: Wer mit beiden Beinen auf dem Boden steht, kommt nicht vom Fleck

Lass dich von den Sätzen wie den oben genannten nicht in deinem Lauf aufhalten! Perfektioniere vielmehr deine Fähigkeit, aus launigen Meinungsäußerungen und Angstbekundungen deines Gegenübers die hilfreiche Kritik zu extrahieren.

Risiko gehört zum Gründen dazu und alle Zweifel lassen sich nicht ausräumen – aber doch die meisten! Statt also ängstlich stillzuhalten, geh eventuellen Hinderungsgründen entgegen, erkenne ihre Ursachen und räum sie aus dem Weg. Dann ist der Weg frei für dein Projekt.

Auf smartbusinesspland.de verrät Oliver weitere Tipps für eine clevere Finanzplanung.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Oliver Bodenhaupt
Über den Autor

Oliver Bodenhaupt

Oliver Bodenhaupt ist Ansprechpartner für Gründer bei SmartBusinessPlan. Seine Spezialgebiete sind Entrepreneurship und User Experience Design. Neben der Arbeit geht er zum Bouldern in Berlin.

Zur Webseite: smartbusinesplan.de

Hinterlasse eine Antwort