Einfache Übung. Man nehme eine große Salatschüssel und fülle handelsübliche Golfbälle, kleine Kieselsteine und Sand hinein. In welcher Reihenfolge würdest du diese in die Schüssel schütten?

Würdest du mit dem Sand beginnen, würde dieser auf dem Schüsselboden liegen und allein bereits viel Platz in Anspruch nehmen. Schüttest du erst im zweiten Schritt die Kieselsteine hinein, würden diese oben auf dem Sand liegen bleiben und eine zweite Schicht bilden. Die Golfbälle würden nun bereits nicht mehr in die Schüssel passen.

Besser schaut es aus, wenn du andersherum vorgehst und zuerst die Golfbälle hineinschüttest. Die Kieselsteine würden, wenn du die Schüssel ein wenig schüttelst, den freien Platz zwischen den Golfbällen einnehmen. Genau so würde im letzten Schritt der Sand in den freien Platz zwischen den Kieselsteinen füllen. Es bleibt Platz für die Bälle die Steine und auch den Sand.

Es ist also manchmal unglaublich wichtig, in welcher Reihenfolge man vorgeht. Man muss Prioritäten setzen, damit am Ende alles in die Schüssel passt. Oder eben ins eigene Leben, denn dafür steht in diesem Fall die Schüssel.

Prioritäten setzen ist das Wichtigste, um Zufriedenheit zu erlangen und die eigenen Ziele zu erreichen. Wer keine Prioritäten setzt, verliert sich im klein-klein. Es ist kein Problem, einen gesamten Tag mit dem Schreiben von E-Mails zu verbringen. Beruflich bringt einen das kaum weiter.

Prioritäten setzen: Was ist also mit den Bällen und dem Kiesel?

Die Golfbälle stehen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Dass sind ganz allein nur die Dinge, die für dich immer noch eine Rolle spielen, wenn du wüsstest, dass nächste Woche ein Komet die Erde zerstört. Partner, Familie, Freunde, Momente, Erinnerungen, Leidenschaften. Das Essentielle im Leben, das dir Halt und Hoffnung gibt.

Die Kieselsteine sind in dieser Analogie die Dinge, die dich im Leben wirklich langfristig voran bringen und dazu beitragen, dass du dir ein stabiles Einkommen aufbaust und ein glückliches Leben führst. Dass kann deine Finanzplanung sein, das kann das Buch sein, dass du schon so lange fertigstellen wolltest, es kann aber auch zuerst einmal der Schritt in die Selbstständigkeit sein, der dir schon so lange im Kopf rumschwirrt. Dinge, die nachhaltigen Einfluss auf dein Leben haben.

Auch Dinge, die du gerne verschleppst und unnötig hinauszögerst, können zu den Kieselsteinen gehören. Das können sehr wichtige Telefonate oder Treffen sein, die du schon lange vor dir herschiebst, weil sie unangenehm sind oder weit ausserhalb deiner Komfortzone liegen, die aber eine Kette von Ereignissen auslösen können. Mir für meinen Teil fällt es schwer, auf fremde Menschen zuzugehen. In einigen Fällen hat dies aber mein Leben ganz entscheidend verändert und positiv beeinflusst.

Der Sand sind die Dinge, die links und rechts anfallen, aber eigentlich gar nicht so entscheidend sind. Dinge, die einem im Moment unglaublich wichtig erscheinen können, aber keine Langzeitwirkung entfalten. Kleine Aufgaben, die jeden Tag anfallen. E-Mails schreiben, Schriftverkehr abarbeiten, Steuern machen, Aufräumen. Diese Dinge müssen gemacht werden, aber sie sollten immer zuletzt kommen. Dann, wenn die wichtigen Dinge bereits ihren Platz eingenommen haben.

Ich lasse mittlerweile E-Mails auch einmal liegen. „Inbox Zero“ kann mich mal, denn es gibt Wichtigeres zu tun und mein Tag hat nur 24 Stunden. Manche E-Mails beantworte ich erst eine Woche später, wenn sie nicht dringend sind. Manche E-Mails bleiben völlig unbeantwortet. Das ist nicht böse gemeint, ich wünschte, ich könnte sie alle beantworten. Aber wenn ich es täte, würde ich keine Bücher schreiben können und auch mein CAD-Business nicht voran bringen. Fürs E-Mail-Schreiben bezahlt mich keiner.

Wie du deinen Tag startest und Prioritäten setzen lernst

Oft habe ich vor gar nicht all zu langer Zeit meine Tage mit den kleinen Aufgaben begonnen und mich über den Tag in ihnen verloren. Am Ende des Tages habe ich dann zwar 200 E-Mails versendet, meinen Desktop aufgeräumt und viele kleine Punkte auf der To-Do liste abhaken können, aber es blieb keine Zeit mehr, um mein Buch weiterzuschreiben oder die lange geplante, neue Marketingstrategie zu implementieren.

Für mich war die Entscheidung, zukünftig immer den wirklich wichtigen Dingen die zeitliche Priorität einzuräumen eine der besten Entscheidungen, die ich seit Langem getroffen habe. Diese Entscheidung sorgt dafür, dass ich langfristige Ziele wesentlich schneller erreichen konnte, was dann zugleich weiter anspornt und motiviert.

Wenn irgend möglich: Starte nicht mit deinen E-Mails in den Tag. Oder wenn es gar nicht anders geht, begrenze dich auf eine halbe Stunde und halte diese Zeit konsequent ein. Arbeite an deinen langfristigen Zielen. First things first!

Für mich als Blogger und Autor bedeutet das: Bevor ich nicht mindestens 2.000 Wörter geschrieben habe, ist jede andere Aufgabe nebensächlich. Wichtiger ist höchstens nur noch, Zeit für Freunde und Familie zu reservieren.

Die oben beschriebene Analogie stammt übrigens nicht aus meiner Feder. Es finden sich verschiedenste Versionen davon im Netz. Vielleicht findest du auch noch eine Analogie, die dir besser gefällt. Hauptsache ist, dass du deine Prioritäten im Griff hast und dies in deinem Kopf verankerst. Mit einer eingängigen Analogie fällt mir so etwas zumindest wesentlich leichter. Der Rest geht dann fast wie von allein.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

9 Antworten zu “Die beste Erfolgsstrategie: Prioritäten setzen und im Griff haben”

  1. Schöner Artikel, der mich an einem meiner größten Schwachpunkte abholt derzeit – da ich leider noch (fast) komplett am Anfang stehe, fällt es mir noch schwer, Arbeitsabläufe zu entwickeln und Routinen zu etablieren – es fehlen mir auch einfach noch Erfahrungswerte. Ich schwanke derzeit eher permanent zwischen wilder Produktivität bis in die Morgenstunden (kräftezehrend) und dann wieder Lethargie (frustrierend).

    Mehr Golfbälle, weniger Sand – ist jedenfalls notiert 😉 Ich schließe jetzt mal mein Postfach & den Internetbrowser und schreibe ein wenig…

    • Hey Gina… seeehr gut! Browser zu, Mailprogramm zu, und schreiben!!! Browser und Mailprogramm aufmachen wenn du ausgebrannt bist. SOlche Dinge kann man auch erledigen, wenn die Hauptpower weg ist 🙂

  2. Man kann das auch mit Ferrero Roché’s und M&M’s in einem Nutella Glas machen 🙂

    Zumindest hab ich das mal so an 19-jährige gelangweilte Studenten unterrichtet.
    Die Aussicht auf Schokolade nach der Stunde war die einzige Art und Weise, wie ich ihr Interesse halten konnte 🙂

  3. Hey Tim, danke für den Beitrag! I like.

    Was ich dazu noch sagen will: Bereits bei der „einfachen Übung“ würde ich scheitern und die Golfbälle zuerst reintun. Zumindest im ersten Moment.

    Was ich damit sagen will, ist das manche von uns, selbst da – also bei der Basis – scheitern, bzw. einen Fehler machen oder es einfach nicht besser wissen, anders denken oder whatever. Es sind kleine oder große Denkfehler, die im Kopf sind. Und nicht immer kann der Betroffene etwas dafür. Hier gilt es am Mindset zu arbeiten bzw. am Kopf (tiefergehende psychische Probs oder so).

    Je nach Person, sind manchmal „einfache Dinge“ schwer und „schwierige Dinge“ einfach.

    Das mit den E-Mails verstehe ich, möchte aber dazu anmerken, dass eine E-Mail goldwert sein kann. Kunde, Job o.ä. und da lohnt es sich manchmal zuerst nachzuschauen oder welche zu beantworten. Bei mir kommt es vor, dass eine einzige Mail viel ins Rollen bringt, auch finanziell. Aber ich denke du weißt, was ich meine.

    Danke und Alles Liebe,
    Valeria

  4. […] Fokus ist wichtig und trainierbar. Wenn du große Probleme hast, dich auf eine Aufgabe zu fokussieren, dann nutze hierfür Hilfsmittel. Hier muss jeder für sich selbst testen, was klappt. Mir hilft die richtige Musik dabei sehr. Zudem höre ich diese über Kopfhörer, so dass ich meine Umgebung ausblenden kann. Ein aufgeräumter virtueller Desktop, sowie ein aufgeräumter Schreibtisch, helfen ebenfalls sehr. Snacks du gern beim Arbeiten? Dann stell dir dein Studentenfutter schon vor Beginn bereit, damit du nicht noch einmal aufstehen musst. Pausen sind wichtig, aber nutze die Pausen nicht zum Chatten, sondern um die Augen zu entspannen, indem du sie kurz zu machst oder aus dem Fenster schaust. Oder zum pinkeln. Gegen mangelnde Fokussierung helfen zudem auch klare Prioritäten. […]

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