Produktivität und ich waren noch nie besonders gute Freunde. Das fing schon bei den Hausaufgaben an.

Nicht selten habe ich diese noch schnell morgens im Bus erledigt und tagsüber lieber mit Freunden im Wald gespielt.

Wenn mich aber etwas begeistert, dann kann ich ungeahnte Kräfte entwickeln. „Super Pursuit Mode“ sozusagen. Daher kann man mich sicher nicht als faul bezeichnen. Sobald ich aber in einen Trott hineingerate, irgendeine Art von Routine, sinkt mein Produktivitätslevel schnell in den Keller.

Routine ist tödlich. Begeisterung und Abwechslung sind mein Raketenantrieb. Aber auch eine gewisse Routine gehört zum Arbeitsalltag.

Um meine Produktivität auch bei Routineaufgaben zu steigern, habe ich schon viele unterschiedliche Methoden ausprobiert. In den letzten Wochen war es mal wieder Zeit, einige gezielte Maßnahmen durchzuführen, um effektiver zu arbeiten.

Produktivität verbessern: 5 Maßnahmen

Zwar habe ich viel voran gebracht in der letzten Zeit. Es war aber trotzdem deutlich weniger, als ich mir vorgenommen hatte. Ich bin ein wenig zurückgefallen, was das Einhalten meiner eigenen Zielvorgaben angeht.

Seit einem Monat arbeite ich nun wieder intensiv an der Verbesserung meiner Produktivität und probiere dabei diverse Methoden aus. Welche Schritte habe ich im vergangenen Monat unternommen, die auch geholfen haben? Hier erfährst du sie:

1. Ich arbeite zukünftig nicht mehr von zuhause. Oder nur in Ausnahmefällen.

In den vergangenen Jahren bin ich die meiste Zeit meiner Arbeit von zuhause aus nachgegangen. Wenn ich unterwegs war, habe ich oft im Hotelzimmer oder in meiner temporären Unterkunft gearbeitet. Also quasi immer im eigenen Nest.

Das war ein Fehler, das habe ich langsam eingesehen. Ich muss raus, unter Gleichgesinnte, sich vom Arbeitsrythmus der anderen Menschen anstecken lassen. Ich denke, den meisten Menschen geht es so.

Seit einigen Wochen habe ich nun einen festen Arbeitsplatz in einem Coworking Space. ich bin dort unter Menschen, die ähnliche Dinge tun wie ich. Das inspiriert und ich kann in der Regel auch konzentrierter durcharbeiten. Hin und wieder gehe ich in mein Lieblingscafé, wenn ich Abwechslung benötige.

Wenn es in wenigen Wochen wieder auf eine längere Reise geht, werde ich mir verstärkt Coworking Spaces suchen. Ich reise sehr langsam, und bleibe meist an einem Ort. Daher muss ich nicht ständig neue Arbeitsplätze suchen.

Manch einem mag das arbeiten am heimischen Schreibtisch gelingen. Für mich ist es nichts. Das festzustellen, war ein großer Produktivitäts-Booster.

2. Ich nutze nun Software-Tools, um mich ein wenig auszutricksen.

Sehr geholfen hat mir die Software Focus@Will. Musik, die speziell zum konzentrierten Arbeiten geeignet ist und in Zeit-Intervallen abgespielt wird.

Ich lege vorher genau fest, was ich in einem Zeitfenster von 90 Meinten bewerkstelligen will. Dann starte ich Focus@Will. Nach 90 Minuten ertönt ein Gong. In der Zwischenzeit konzentriere ich mich auf nichts anderes als die Aufgabe, die ich mir vorgenommen habe.

Funktioniert erschreckend gut! So gut, dass ich mittlerweile die Pro-Version nutze. Bei der Basis-Version wiederholt sich irgendwann die Musik. Auch die Intervalle sind in der Basisversion auf 60 Minuten festgelegt. Zu kurz für mich.

Zusätzlich nutze ich die Self Control App, um meinen Zugang zu bestimmten Webseiten für einige Stunden komplett sperren zu können. So kann ich selbst festlegen, wie lange mir der Zugang zu Facebook und Co. versagt bleiben soll. Klappt gut!

3. Ich muss das Haus bis 9:30 verlassen haben.

Ich bin kein Morgenmensch. Wenn ich nicht muss, dann liege ich lange im Bett, Arbeiten kann ich dafür dann aber oft bis spät. Das wurmt mich aber schon lange, da ich mit dieser Methode abends weniger Zeit für Freunde habe, da ich meist noch zu tun hab. Besonders auf Reisen eine blöde Angewohnheit.

Mittlerweile habe ich einen Deal mit mir selbst abgeschlossen. Wenn ich bis 9:30 Uhr nicht die Wohnung verlassen habe, muss ich zuhause bleiben und die Steuer machen.

Bisher funktioniert das echt gut. Ein Problem ist natürlich, das ich seither die Steuer nicht mehr gemacht habe. Aber der Tag wird kommen, an dem es geschieht. Zweifelsohne.

Fürs Ausland muss ich mir da noch eine andere Strategie überlegen. Hat jemand eine Idee?

4. Ich mache Abends eine To-Do Liste für den Folgetag

Diese Maßnahem habe ich vor einiger Zeit schon einmal ausprobiert. Hatte auch gut funktioniert. Aber irgendwie ist es nicht zu einer Gewohnheit geworden, sondern wieder eingeschlafen.

Also hab ich damit kürzlich wieder gestartet. Maximal 3 Punkte, es müssen jedoch die wichtigsten Dinge des Tages sein. Ich kann nur Jedem dringend raten, sich bereits Abends eine To-Do Liste für den Folgetag zu machen.

Am morgen darfst du keinen Gedanken mehr daran verschwenden müssen, was du tun musst. Du musst einfach nur loslegen.

Ich versuche immer noch, E-Mails und Facebook erst dann zu öffnen, wenn die To-Do abgearbeitet ist, aber das gelingt mir noch nicht immer.

5. Ich schlafe auch mal kürzer.

Wenn ich es mal wieder erst um 2 Uhr nachts ins Bett geschafft habe, dann habe ich mir oft eingeredet: „Ui, du brauchst deine 8 Stunden Schlaf.“ und habe mir ohne schlechtes Gewissen den Wecker auf 10 Uhr gestellt, um ausreichend Schlaf zu bekommen.

Was für eine bode Ausrede, oder? Das ist mir nun klar. Wenn ich so spät ins Bett gehe, bin ich selbst schuld und darf das nicht als Rechtfertigung nehmen, länger zu schlafen. Um spätestens 8:30 sollte der Wecker klingeln und ich sollte aus den Federn kommen. Dauert eh bis um 9 Uhr bis ich geduscht und angezogen bin. Schwarzbrot-Stulle in den Mund und raus aus der Tür.

Das klappt zu 80%. Ich werde hin und wieder noch rückfällig, besonders wenn ich einen schlechten Tag hatte (wie gestern). Aber ich arbeite daran und bin auf einem guten Weg.

Diese 5 Maßnahmen haben meine Produktivität jedenfalls deutlich verbessert. Ich hoffe, dass ich diese Regen konstant beibehalten kann – vor allem auch Unterwegs. In einigen Monaten werde ich hier noch einmal Bilanz ziehen und regelmäßig neue Strategien ausprobieren.

Und wie hältst du dich produktiv? Erzähle es mir in den Kommentaren.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

3 Antworten zu “Wege, meine (und deine) Produktivität beim Arbeiten zu steigern”

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