Zwar merkt man aktuell davon noch nichts, doch es wird langsam aber sicher Frühling in Mittel- und Nordeuropa. Ein Grund, sich auch mal wieder mit der näheren Umgebung zu beschäftigen. Bei einem sonnigen Mai muss man schliesslich nicht unbedingt weit reisen, um eine tolle Zeit zu haben. Oft liegt das Gute so nah, daher starte ich nun mit Euch auf eine kleine Städtetour durch Skandinavien, einmal um die Ostsee. Dabei schauen wir uns weniger die Sehenswürdigkeiten an, sondern lassen uns vielmehr treiben, gucken uns ein wenig um und gehen abends ein bisschen aus. Los geht es.

Wir starten in Kopenhagen, eine meiner Lieblingsstädte nördlich des 50ten Breitengrades. Kopenhagen liegt von den meisten deutschen Großstädten weniger als eine Flugstunde entfernt und ist von Berlin alternativ sogar über den berühmten Radweg Berlin-Kopenhagen erreichbar. Auf diesem ist man zwar eine Weile unterwegs, sieht aber sicherlich auch mehr. (Den Radweg habe ich mir für den Sommer vorgenommen, mehr zu gegebener Zeit!).

Heute geht es nicht um die Anreise, sondern um die Destination. Das Ziel ist das Ziel, daher nehmen wir das Flugzeug. „Velkommen til København“. Es gibt nicht viele Großstädte, die so nah am Wasser gebaut sind. Das fällt einem bereits bei der Landung auf und ich denke mir während der Landung „Willkommen auf King Kong Island.“ Irgendwie niedlich von oben. Kopenhagen liegt auf einer Insel, welche nur durch Brücken mit dem dänischen Festland zur linken und dem schwedischen Festland zur rechten verbunden ist. Von oben sieht man sehr viel Wasser.

Besonders die Öresund-Brücke sorgt gleich beim Landeanflug für einen großen Wow-Effekt bei mir. Vom Kopenhagener Flughafen ist es nur eine Station bis ins schwedische Malmö, jedoch geht fast die gesamte Fahrt bis dorthin über die gigantische Brücke, welche immerhin fast 8 km lang ist. Diese Brücke wurde erst im Jahre 2000 eingeweiht und verbindet nun Schweden und Dänemark miteinander.

Bevor man aber gleich nach Malmö rüber fährt, sollte man sich vielleicht zuerst einmal in Kopenhagen umsehen. Den Ausflug nach Malmö empfehle ich aber trotzdem. Die Innenstadt ist beschaulich – klein aber sehr schön.

In Kopenhagen gibt es natürlich auch die üblichen Touristenziele. Jedoch sind diese meiner Meinung nach eher zu vernachlässigen. Wer ein Foto mit der berühmten „kleinen Meerjungfrau“ haben möchte – bitte schön. Ich brauche keins. Vielmehr empfehle ich Euch den Besuch einiger Museen. Das Designmuseum Danmark lohnt einen Besuch, genauso wie das Arken Museum of Modern Art. Die Dänen haben Design einfach drauf – daher sollte man hier mal vorbei schauen. Wer jedoch nichts für Museen übrig hat, der sollte sich die Umgebung des Königspalastes ansehen und einfach ein wenig durch die Innenstadt schlendern. Am besten macht Ihr beides.

Ein absolutes Muss eines jeden Kopenhagen-Besuches ist natürlich Christiania. Habt Ihr davon schon gehört? Der „Freistaat Christiania“ ist eine Art alternative Wohnsiedlung mitten in der Innenstadt. Gegrünet wurde Sie in den 70er Jahren. Es ist eine vom Staat mehr oder weniger geduldete, autonome Kommune. Dort ist immer viel los. Besonders im Frühling und Sommer kommen viele Menschen her – auf ein Bier, eine Runde Backgammon, oder auch einen Joint. Die Atmosphäre ist sehr speziell.

Wer Christiania über den Hauptzugang betritt, der schreitet zu allererst durch einen Torbogen mit der Aufschrift „Sie verlassen jetzt die EU“ und genau so fühlt es sich auch an. Ich kenne Woodstock nur aus Fernsehberichten… aber so – oder so ähnlich – habe ich es mir immer vorgestellt. Heute leben hier nicht nur radikale Aussteiger, auch viele Familien finden hier ihre spezielle Form von Glück und Kommunenleben. Als Tourist fremdelt man ein wenig mit diesem Freistaat, ist jedoch schnell begeistert von seinem Spirit.

Nach einem Nachmittag in Christiania bin ich Abends im Stadtteil Vesterbro unterwegs. Hier ist abends immer viel los. Fahrt am besten nach Kødbyen, einer der „hippsten“ Gegenden von Kopenhagen. Dieser Bezirk wird auch „Metpacking District“ genannt. Hier findet Ihr viele schicke, aber entspannte Restaurants und Bars. Mother Pizza Parlour ist eines davon.

Auch der Stadtteil Østerbro lohnt einen Besuch – jedoch besser während des Tages, zum Besipiel um etwas umher zu streunen, Fotos zu machen und einen Kaffee zu trinken. Fahrt am besten bis Østerbrogade und kämpft Euch dann von dort weiter durch. Heute ist die Gegend hip, früher war Sie eine der ersten Adressen für soziales Wohnen.

Auf dem Weg zwischen den verschiedenen Zielen solltet Ihr unbedingt auch hin und wieder mal in die U-Bahn steigen. Kopenhagen hat mit Abstand die coolste U-Bahn, die ich je gesehen habe. Sie fährt nicht nur vollautomatisch, man kann sogar ganz vorne sitzen und fühlt sich wie im Science Fiction. Die Züge sind sehr kurz, kommen jedoch teilweise in einem Takt von 2 Minuten. Sowohl die Tunnel, als auch die Stationen versprühen einen futuristischen Charme.

Und wenn Ihr alles durch habt und eine Pause braucht, dann setzt Euch einfach in eines der vielen schönen Cafés und lauscht den Dänen, während sie Ihre niedliche Sprache sprechen. Dänisch klingt sehr sympathisch – auch wenn ich nichts verstehe. Aber zuhören macht Spass.

Nach diesem Programm in Kopenhagen könnt Ihr nun also noch einmal drüben in Malmö, auf der schwedischen Seite vorbei schauen, bevor es weiter geht. Wer die Meerjungfrau nun nicht gesehen hat und Angst hat, etwas verpasst zu haben, der kann sich ja zuhause noch einmal Arielle anschauen. Nächster Stopp: Oslo.

Eins noch: Wer gute Hotels in Kopenhagen finden möchte, der findet diese unter anderem auf den Seiten von dertour.de. Auch Städtetrips lassen sich dort natürlich als Gesamtpaket buchen. Schaut mal vorbei!

Titelfoto: (Sascha Uding) Arternative-Design via photopin cc

Foto Musiker: Stig Nygaard via photopin cc

Foto U-Bahn: Stig Nygaard via photopin cc

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Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

7 Antworten zu “Städtehopping durch Skandinavien: Kopenhagen”

    • Hi Elke! Zuletzt war ich auch im Februar dort und fahre auch immer wieder gern dorthin. Das nächste Mal möchte ich im Sommer hoch fahren – diesmal auf dem Fahrrad. Wie reist Du am liebsten nach Kopenhagen? Flieger oder Auto + Fähre? LG, Tim

    • Manchmal mache ich selbst Fotos, manchmal nehme ich meinen Freund mit, der sehr gut fotografiert und manchmal besorge ich mir CC-Bilder … immer ganz unterschiedlich und nach Lust und Laune.

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