Was fällt mir ein, wenn ich an Oslo denke? ….. Es ist die Oper! Aber nicht, weil ich so gerne Opern anschaue, sondern weil es für mich zu den Highlights moderner Architektur zählt. Das mag der eine oder andere anders sehen – für mich ist die Osloer Oper aber ein guter Grund, mal in Oslo gewesen sein zu müssen.

Bevor Ihr losfliegt, solltet Ihr eines wissen: Oslo ist keine Schnäppchenstadt! Ich kenne nicht viele Städte, die so unglaublich teuer sind, wenn es ums Shoppen oder Essen gehen geht. Wer also gerne in Restaurants und Klamottenläden abhängt, für den ist Oslo semioptimal, es sei denn, Geld spielt keine Rolle. Für alle Reisenden mit kleinem Geldbeutel empfiehlt es sich, in Oslo eher die Museen anzusteuern, die man – Oslo-Pass sei Dank – für recht kleines Geld besuchen kann.

Wer nun schon im Besitz des Oslo-Pass ist (ich kann diesen nur für jeden Oslo-Reisenden dringend empfehlen), der sollte auch eine Fjord-Fahrt mitmachen. Besonders wenn die Sonne scheint, ist die Fjordtour der beste Tipp. Aber auch nebeliges Wetter hat seinen Reiz (ich war im Nebel dort und es war trotzdem schön). Insgesamt wird einem gegen Ende der Tour dann aber doch ein wenig langweilig, und man greift zum überteuerten Bier.

Neben besagten Tätigkeiten empfehle ich den Besuch in folgenden Museen:

Polar Ship Museum – Über die norwegischen Polar-Expeditionen. Toll gemachtes Museum, inklusive Kältekammer

Holmenkollen Ski Ramp and Museum – die Rampe kennen sicher viele aus dem Fernsehen … aber es gibt auch ein Museum. Beides spannend.

Munch Museum – Dieses Museum erlangte Berühmtheit als hier vor einiger Zeit „Der Schrei“ von Munch gestohlen wurde. Aber keine Sorge, es hängt noch einiges!

Die Museen sind alle gut und lohnen einen Besuch, aber im Grunde muss man sagen, dass Oslo eigentlich nur richtig spannend wird, wenn man die Stadt verlässt. Zumindest war dies mein Eindruck. Nicht falsch verstehen. Oslo lohnt sich, aber eben nicht unbedingt die Stadt selbst, sondern vielmehr die direkte Umgebung der Stadt. Die Natur ist schon wenige Kilometer hinter der Stadtgrenze wunderschön. Wer im Winter herkommt, kann auch fantastisch Skilaufen oder Langlaufen gehen. Um ein Städteabenteuer zu erleben, ist die kleine Stadt (lediglich 500.000 Einwohner) nicht unbedingt empfehlenswert.

Wer trotz der hohen Preise ein wenig ausgehen möchte, der sollte im Ausgehviertel Aker Brygge vorbeischauen. Die Einkaufs- und Amüsiermeile im Hafen wurde in den Achtziger Jahren gebaut. Hier halten sich auch die meisten Touristen abends auf. Wer jedoch in Oslo jung und nicht ganz arm ist, der wohnt im Viertel Grünerløkka. Daher sollte man auch dort einmal ausgehen, falls man abseits der touristischen Pfade wandeln möchte. Hier gibt es einen bunten Mix an Designerläden, Hipstern und Nichthipstern, Juppies, einigen guten Restaurants und Bars und bei Sonne der höchsten Dichte an Caféstühlen in ganz Norwegen.

Grundsätzlich hat man in der Osloer Innenstadt nach einem Tag aber alles mitgenommen und kann sich der Natur ringsum widmen. Skifahren, Wandern, Kanu fahren, Fotos machen – je nach Jahreszeit gibt es viele Dinge, die man in der Umgebung von Oslo unternehmen kann.

Wer hoch nach Oslo reisen möchte, der kann natürlich das Flugzeug nehmen. Norwegian Airlines fliegen z.B. von Düsseldorf und anderen deutschen Städten direkt nach Oslo. Wer jedoch etwas gemächlich reisen möchte, dem empfehle ich, mit der Fähre Norwegen anzusteuern. Das geht unter anderem auch von Kopenhagen, unserer letzten Destination.

Der dritte und vorerst letzte Stopp unserer kleinen Städte-Tour wird Helsinki sein. Seid gespannt, was dort geht! Schon RIPULI sang nicht ohne Grund: Helsinki is Hell!

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Titelbild: mortenprom 
Opernhaus: ramyo 
Rotes Haus: mortenprom 
Grafiti: Steinar Johnsen

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

Eine Antwort zu “Städtehopping durch Skandinavien: Oslo”

  1. Zwei Jahre nach meiner Zeit in Schweden stieg wieder der Wunsch in mir auf, fur eine Weile gen Norden zu ziehen. Island war damals praktisch unbekannt. Ich dachte mir: Die Insel gehort zu Skandinavien und Schwedisch spreche ich schon, also fahre ich da mal hin. Nach langer andauernder Korrespondenz mittels Briefen – 1995 gab es weder Email noch Internet – hatte ich eine Bauernfamilie gefunden, bei der ich fur ein paar Monate gegen Kost, Logis und einen kleinen Lohn arbeiten konnte. Mein Chef holte mich am Flughafen Akureyri – hunderte Kilometer nordlich der Hauptstadt Reykjavik ab. Auf der folgenden Autofahrt sprach der Bauer unaufhorlich auf mich ein – und plotzlich merkte ich, dass Islandisch sehr wenig mit Schwedisch gemeinsam hatte. Durch Enkelkinder der Familie habe ich anfanglich viel von der islandischen Sprache gelernt. Meine Schwedisch-Kenntnisse halfen mir etwas, aber die Illusion, dass Islander automatisch Schwedisch verstehen, musste ich schon auf dem Transfer vom Flugplatz zu meiner Gastfamilie begraben. (lacht). Die Bauernkultur ist in Island tief verwurzelt, da es historisch gesehen ein Landwirtschaftsland und keine Fischereination ist. Im Norden stieg ich somit im «Mittelalter» ein, in einer Gesellschaft, wie sie seit langem in den zahlreichen Sagas beschrieben wird. Damit entdeckte ich Island also durch die geographische und gleichzeitig die soziale und historische «Hintertur».

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