Robert Richter ist Experte im Bereich Reiseplanung und Flugbuchung. Im Folgenden Artikel erfahrt Ihr, was sich im Bereich der Billigflieger gegenwärtig so tut.

Neigt sich der Wirtschaftsboom bei Low Cost Airlines bereits einem Ende entgegen? Einen solchen Schluss könnte man beispielsweise aus dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) herausgegebenen Low Cost Monitor in 1/2013 ziehen. Demnach scheint der Markt für Billigflieger vorerst nicht weiter zu wachsen, sondern stagniert teils sogar stark. Nach Angaben des DLR hat das Flugangebot von Low Cost Airlines wie beispielsweise easyJet auf einigen Märkten sogar abgenommen. Auch spaltet die Frage nach dem tatsächlichen Sparpotenzial bei Flügen mit Anbietern wie Ryanair & Co. die Gemüter. Grund genug, den Markt für Billigflieger einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Billigflieger im Fokus des DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erhebt bereits seit 2006 regelmäßig Daten rund um die so genannten Low Cost Anbieter von Flügen. Demnach hatten die Billigflieger zu Beginn des Jahres einen Marktanteil von 32 Prozent (Quelle: Low Cost Monitor 01/2013), wobei aber die Anzahl der bedienten Flugstrecken ab/an Deutschland abgenommen hat. Ob der entsprechende Rückgang in der Sommersaison wieder ausgeglichen werden kann, bleibt abzuwarten. Einige interessante Flugangebote von Low Cost Fluggesellschaften sind jedoch in der Bundesrepublik in diesem Jahr schon an den Start gegangen. Hierzu gehört beispielsweise Vueling. Die Airline ist eine Tochtergesellschaft der spanischen Iberia und bereichert mehrere deutsche Flughäfen um interessante Flugziele wie Barcelona.

Günstig in Europa und weltweit unterwegs

Ein umfangreiches Angebot an günstigen Flügen stellen beispielsweise ab Deutschland Fluggesellschaften wie Air Berlin und Germanwings. Besonders bekannt sind auch Airlines wie Easyjet und Ryanair, gefolgt von weniger bekannten Low Cost Fluggesellschaften wie flybe und Intersky. Was aber kostet so ein Billigflug tatsächlich?

In diesem Zusammenhang ermittelte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bezug auf 2013 eine Spanne von 60-120 Euro für den Flugpreis. Wie günstig man mit Low Cost Anbietern fliegen kann, hängt dabei insbesondere auch vom gewählten Buchungszeitraum, der Beliebtheit der Strecke und den einzelnen Konditionen bei den unterschiedlichen Airlines ab, etwa wenn diese mit zusätzlichen Gebühren für das Aufgeben und die Mitnahme von Gepäck und bestimmten Service-Gebühren bei der Online-Flugbuchung manches Mal ‚verbraucherunfreundlich‘ von sich Reden machen.

Nicht zuletzt aus diesem Grund lohnt sich ein eingehender Angebotsvergleich mit entsprechendem Zeitfenster vor Reiseantritt. Aktuelle Vergleichsmöglichkeiten bietet das World Wide Web dabei reichlich, darunter die Seite www.flughotel.org mit Suchmasken für Flug und Hotel Buchung sowie mit aktuellen Reisenews rund um das Fliegen zu interessanten Zielen weltweit, egal ob Backpacking, Urlaub oder Geschäftsreise.

Aktueller Flugmarkt Wandel in Europa: Germanwings Billigflüge statt Lufthansa

Auf innereuropäischen Strecken übernimmt ab dem Sommer 2013 beispielsweise Germanwings eine Vielzahl von Lufthansa Flügen. Das bringt für Passagiere unter anderem Neuerungen bei Tarifen und dem Bord-Service mit sich. Wer sich bislang an den von Lufthansa gebotenen Extras wie kostenfreien Getränken und einem kleinen Snack erfreuen konnte, muss sich künftig davon verabschieden. Auch die Freigepäck-Regelung wird teils neu getroffen, sodass man am Ende noch genauer vergleichen sollte.

Mit neuen Tarifgruppen und einer kosten-effizienteren Struktur will Lufthansa mit der Tochtergesellschaft Germanwings anderen Billigfliegern, die ebenfalls auf den Zielmarkt Europa unterwegs sind, an deutschen Flughafen Standorten wie Berlin, Hamburg, Köln oder Stuttgart etwas entgegen setzen. Ob dies auf den Nerv aller Lufthansa-Passagiere, die regelmäßig in Europa unterwegs sind, trifft, bleibt abzuwarten. So gibt es dann nämlich beispielsweise auf den von Germanwings übernommenen Flugstrecken keine Business Class mehr. Es gibt dann aber einen Best-Tarif (Economy Class), der entsprechende Extras garantiert. Wer günstiger fliegen möchte, kann sich zwischen dem Smart-Tarif und einem Basic-Tarif entscheiden, wobei der reduzierte Flugpreis sich dann unter Umständen wieder durch Zusatzkosten in Form von Getränken und Snacks an Bord oder Gebühren für aufgegebenes Gepäck wieder an den zuvor klassischen Flugpreis annähern könnte.

Deutschland unter den Billigflieger Nationen

Deutlich mehr Angebote von Low Cost Airlines als in Deutschland gibt es in einigen anderen europäischen Staaten. So belegt nach Angaben im Low Cost Monitor 01/2013 beispielsweise Großbritannien einen 1. Platz im Ranking, gefolgt von Italien und Spanien als weitere Reiseländer, in denen Billigflieger den Markt erobern.

Deutschland steht derzeit an vierter Stelle und man darf gespannt sein, welche Billigfluggesellschaften Strecken ab/an Deutschland künftig neu bedienen. Günstige Flüge nach Spanien mit Vueling wurden ja bereits erwähnt. Exotisches Reiseflair verspricht beispielsweise die direkte Verbindung zwischen Köln und Nador, angeboten von Air Arabia Maroc.

Robert Richter betreibt mit Flughotel.org ein Vergleichsportal für Flüge und Hotels, das zudem auch wichtige Informationen zu Flughäfen weltweit zusammenfasst. Seine eigenen Erfahrungen rund um die Reiseplanung fließen dabei in die Arbeit rund um das Projekt mit ein. Aktuelle Empfehlungen für Flugreisende sowie News rund ums Fliegen können auf seiner Seite im News-Bereich abgerufen werden. Schaut dort regelmäßig vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben.

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