Viele Menschen stellen sich unter Estland ein unterentwickeltes, langweiliges Land vor. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn gerade für Online Entrepreneure und digitale Nomaden gilt Estland als Paradies.

Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass es überall freien WLAN Zugang gibt, schon seit zehn Jahren vieles im täglichen Leben digital abgewickelt wird sowie die – besonders bei den Online Unternehmern – beliebte e-residency und vibrierende Start Up Szene. Zudem sind die Lebenshaltungskosten relativ günstig und es besteht nur eine Stunde Zeitzonen-Differenz zu Deutschland.

Im Folgenden kannst du die Gründe für einen Besuch nach Estland, sowie alles was du zu einer e-residency wissen musst, nachlesen.

Königsland der IT- und Startup Szene

Bereits die Schüler und Studenten in Estland wachsen durch elektronische Erledigung von Hausaufgaben, Programmierunterricht und elektronisches Abrufen von Noten, digital auf. Kein Wunder, dass Skype, Hotmail und Transferwise in Estland gegründet wurden. Das digitale Unterzeichnen von Verträgen und virtuelle Bezahlen von Parkgebühren sowie die Möglichkeit online zu wählen,  Arztrezepte abzurufen sowie die Abgabe von Steuererklärungen sind gang und gäbe in Estland.

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Virtuelle Niederlassung aka e-Residency

Als erstes Land der Welt hat Estland 2014 die digitale Niederlassung eingeführt. Diese ermöglicht dem Nutzer, mit Hilfe einer digitalen Signatur auf einer Chipkarte, öffentlich-rechtliche Dienstleistungen in Estland wie beispielsweise die Online-Firmengründung beim estnischen Handelsregister in Anspruch zu nehmen.

Die Vorteile für digitale Nomaden liegen klar auf der Hand: Es ermöglicht die digitale Verwaltung der notwendigen Verträge und Dokumente und die virtuelle Abgabe aller erforderlichen Steuererklärungen und Jahresabschlüsse. Die Unternehmensgründung ist weniger bürokratisch, schneller (Rekord: 18 Minuten) und günstiger (145 Euro) als in Deutschland. Sogar die Unternehmenssteuern können gespart werden, wenn die Gewinne des Unternehmens in Estland reinvestiert werden. Estland unterstützt außerdem allgemein und mit einer Buchhaltungssoftware.

Gründungsprozess in Estland als e-Resident

Innerhalb von drei Schritten kannst du in Estland eine Kapitalgesellschaft gründen: Zuerst muss die e-Residency beantragt werden, als zweites bei einem Virtual-Office-Anbieter wie LeapINoder oder eTeenused eine Geschäftsadresse mit Postweiterleitung reserviert werden (kostet ca. zehn – 15 Euro monatlich) und drittens die Anmeldung bei einer der estnischen e-Residency-Software vorgenommen werden was mit mit Hilfe der Chipkarte funktioniert.

Die Firma wird mit einem Kartenleser beim estnischen Company Register eingetragen. Genaueres kannst du auf der staatlichen Webseite nachlesen.

Es ist wichtig zu wissen, dass nur ein paar Banken die E-Residency unterstützen: Die estnische Bank LHV sowie die beiden schwedischen Banken Swedbank und SEB (welche übrigens Filialen in Deutschland haben). Die kostenlose Registrierung eines Kontos ist jedoch ebenfalls schnell und problemlos, muss allerdings bis jetzt noch persönlich in Estland vorgenommen werden, in naher Zukunft soll dies auch per Skype machbar sein.

Anerkennung einer Unternehmensgründung in Deutschland

Mit dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Estland und Deutschland besteht weiterhin die Steuerpflicht in Deutschland. Es darf jedoch eine unselbständige Niederlassung betrieben werden, die jedoch als solche anerkannt werden muss. Sollte die Unselbständigkeit der Niederlassung bezweifelt werden oder nur eine selbständige Niederlassung möglich ist, helfen die ganzen Vorteile der verringerten Bürokratie nichts.

Es empfiehlt sich einen Steuerberater oder Anwalt zu nehmen um auf der sicheren Seite zu sein. Die zusätzliche Firmierung in Deutschland ist verboten, einzig erlaubt sind Hilfsarbeiten wie zum Beispiel die Logistik für einen Onlineshop, der Rest muss in Estland liegen. Das Einzige was in Deutschland hierbei angegeben werden muss, ist die Anmeldung eines Gewerbes und in seltenen Fällen, eine IHK Mitgliedschaft.

Es sollte zudem beachtet werden, dass der in Deutschland übliche frühere Mindestbetrag von 25000 Euro der Voraussetzung für eine GmbH war, nicht mehr gilt. Heute kann auch in Deutschland mit weniger Kapitaleinlage gegründet werden, und ist daher kein Grund im Ausland eine Firma zu eröffnen. Zudem wird eine Limited (für die übrigens nur 2500 Euro Mindestkapitaleinlage gelten) in Deutschland nicht so gern gesehen und die Anerkennung ausländischer Dokumente ist aufwändig.

Nationalgetränke Estlands…

… und die Verbindung zu Deutschland. Wenn du nach Estland kommst um deine e-residency klarzumachen, kannst du auch gleich mit uns Zeit verbringen. 🙂 Die zahlreichen Seen in Estland laden zum gemütlichen Picknick am Wasser ein. In Estland sollte dabei die Flasche Wodka auf keinen Fall fehlen, denn dies ist das Nationalgetränk der Esten, wahrscheinlich aufgrund der Nähe zu Russland. Zu dem nördlichsten der drei baltischen Staaten gehören mehr als 1500 Inseln.

Tallinn ist mit 377 000 Einwohnern die Hauptstadt, welche nur 60 km von Finnland entfernt liegt. Daher ist neben Riga in Litauen auch Helsinki nahegelegen. Russland ist lediglich durch den Peipuss – See von Estland getrennt und St. Petersburg ist daher schnell erreichbar. Aber auch Bier ist hier beliebt, vielleicht auch vor dem Hintergrund dass Tallinn früher eines der wichtigsten Handelsstädte der Hanse (eine der mächtigsten deutschen kaufmännischen Verbände) war.

Mehr dazu kann man im Stadtmuseum Tallinns erfahren. Sogar die Unterrichtssprache war bis Ende des 19. Jahrhunderts Deutsch. Das patriotische, traditionsbewusste Land ist seit 1991 unabhängig und seitdem stehen Freiheit und Selbständigkeit bei den Esten ganz oben, was sie zu einem modernen europäischen Staat machte.

Lust mit uns im Juli in Tallinn zu feiern, zu lernen und zu networken? Mehr Infos zu unserer Digital Business Konferenz findest du hier.

Kultur, Essen und Nachtleben

Die Esten lieben Tanz, Gesang und Musik. Falls du daran interessiert bist, könntest du schon kurz vor unserem Treffen anreisen und ein estnisches Gesang- und Tanzfestival besuchen, welches Ende Juni bis Anfang Juli stattfindet.

Wenn du einfach nur gern Party machst, kommst du damit in Estland auch voll auf deine Kosten. Schaue einfach mal hier nach den besten Orten. Wenn du es lieber gemütlich magst, gibt es hier eine Übersicht zu Bars & Kneipen.

Hier findest du zehn weitere Dinge, die du in Tallinn erlebt haben solltest. Wer sich für Kunst, Kultur oder Kulinarisches interessiert, ist in Tallin also ebenfalls am richtigen Platz. Eine Übersicht zahlreicher Museen findest du hier. Vegetarier und Veganer bietet Tallinn eine große Auswahl, ebenso wie Schokoladenfreunden.
Die vielen Cafés laden sowohl zum Coworking, als auch zum Entspannen und Kennenlernen der estnischen Gastfreundschaft ein.

Wetter: Lange Sommerabende

Juli ist der beste, wärmste und längste Monat im Jahr um Estland zu besuchen. Nimm dir aber trotzdem unbedingt neben Sommerkleidung etwas Wärmeres mit, denn die Sommer in Estland sind mit nur durchschnittlich ca. 17-23 Grad im Gegensatz zu Deutschland etwas kühler. Es gibt allerdings auch – gerade im Juli – Ausnahmen und es kann durchaus auch einige Tage geben, bei denen es bis zu 30 Grad warm werden kann.

Zudem geht aufgrund der extrem nördlichen Lage die Sonne im Sommer erst um Mitternacht unter. Ganze 19 Stunden ist es im Juli hell – somit können wir uns das Motto „Work hard, play hard“ an unserem Event und der Zeit danach wunderbar zunutze machen.

Günstige Möglichkeiten nach Tallinn zu kommen

Wir haben von vielen Citizens gehört, dass viele nicht nach Tallinn kommen wollen, weil Ihnen der Flug dorthin zu teuer ist. Dem ist allerdings gar nicht so, denn du kannst extrem günstige Flüge, zum Beispiel von Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Bremen (direkt) finden.

Diese fangen bereits bei 27 Euro (ab Bremen) oder 57 Euro (ab Düsseldorf) für einen Weg an. Gib dafür einfach mal „Deutschland“ nach „Tallinn“ (ganzer Monat Juli) bei Skyscanner ein. Du kannst von jeder deutschen Stadt günstig, zum Beispiel mit dem Flixbus oder Blablacar, zu den jeweils angegebenen Städten kommen. Wem die lange Fahrt nichts ausmacht, der kann natürlich auch mit dem Bus (oder der Bahn) z.B. von Berlin nach Tallinn fahren.

Alternativ kannst du zum Beispiel auch nach Helsinki fliegen und mit der Fähre eine Stunde nach Tallinn fahren. Spiel einfach mal ein bisschen mit verschiedenen Orten und Daten auf den jeweiligen Seiten herum.

Warum wir dir das alles erzählen?

Vom 08. bis 10. Juli 2017 findet in Tallinn die jährliche Konferenz des Citizen Circle statt.
Hier sind Nicht-Mitglieder des CC ebenso willkommen wie Mitglieder. Du kannst sogar einen Rabatt erlangen wenn du jemanden kennst, der im CC bereits Mitglied ist.
Am ersten Tag werden wir in einer Konferenz Vorträge von erfahrenen Online Unternehmern zu Themen wie Verkaufspsychologie, Finanzen, e-residency, effektive Arbeitsstrategien, Kundengewinnung, und viele mehr, hören.

Der zweite Tag ist gefüllt mit Workshops u.a. zu Themen wie Amazon FBA, Podcasting, Outsourcing, Google Adwords, Stressmanagement und Steuerliches sowie Masterminds und Networking. Der dritte Tag ist gefüllt mit Spaßaktivitäten wie einer Stadttour und einem gemeinsamen BBQ. Im Anschluss bleiben einige Teilnehmer zur Workation in Tallinn. Du hast also Gelegenheit dein neu erworbenes Wissen und Verbindungen zu anderen direkt umzusetzen.

Übernachtung in der Nähe der Konferenz-Location

Die Konferenz des Citizen Circle findet im “Club of Different Rooms” (nur 6 km vom Flughafen entfernt) statt. Nahegelegene Übernachtungsmöglichkeiten findest du hier. Dort kannst du zwischen Hotel, Hostel, Guesthouse und Apartment in verschiedenen Preisklassen wählen.

Alternativ kannst du natürlich auch etwas bei AirBnB finden. Wir empfehlen, dich mit anderen Teilnehmern zusammenzuschließen um sowohl Geld zu sparen als auch das Beste aus den gemeinsamen Tagen zu holen.

Wir haben noch freie Plätze und du kannst dich noch bis Ende Mai anmelden.
Alle weiteren Infos zum Ablauf des Events und der Anmeldung findest du hier.
Wir freuen uns, dich bald in Tallinn begrüßen zu dürfen, zusammen zu lernen, Ideen zu teilen und natürlich auch zu feiern.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Alexandra Zuber
Über den Autor

Alexandra Zuber

Alex ist Redakteurin des Citizen Circle Blogs und schreibt über diverse Themen, sowohl von ihren Erfahrungen als Digitale Nomadin, als auch von ihrem Weg zum eigenen Business. Alex mag Mangos und reist am liebsten nach Australien.

2 Antworten zu “Warum du als Online Unternehmer unbedingt einmal Estland besucht haben solltest”

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