Schweben ist ein ziemlich gutes Gefühl und mittlerweile weiß ich, wie es geht.

Vergleichbar ist das Gefühl mit einem Bad im Toten Meer. Der hohe Salzgehalt des Wassers sorgt für einen starken Auftrieb. Man kann sich einfach treiben lassen. Es fühlt sich an, als ob man schweben würde.

Ähnlich fühlt es sich für mich an, wenn ich unterwegs bin. Vielleicht zu Anfang ein merkwürdiger Vergleich, aber er passt einfach extrem gut. Lass mich erklären, warum.

Heimat ist schön, aber auch anstrengend

Zuhause zu sein, ist wie das Schwimmen in einem Süßwassersee. Extrem schön, aber auch extrem anstrengend. Man muss ständig paddeln. Sobald ich unterwegs bin, schwimme ich jedoch im Toten Meer. Alles wird plötzlich ganz leicht und ich habe einen stärkeren Auftrieb.

Vor einer längeren Reise kommt immer Alles zusammen: Die Tage vor der Abreise sind stressig. Viele Dinge müssen erledigt werden, um anschließend den Kopf möglichst frei zu haben.

Zuhause (in meiner Heimatbasis Berlin) fällt es mir oft extrem schwer, mich ganz konzentriert einer Sache zu widmen, den Kopf frei zu bekommen, neue Projekte anzugehen und gleichzeitig ausreichend Zeit zum Faulenzen einzuplanen (ein wichtiger Teil eines jeden kreativen Prozesses).

Zuhause habe ich zwar immer eine Uhr bei mir, aber fast keine Zeit. Unterwegs ist es genau andersherum. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich unterwegs weniger Arbeit erledigt bekomme. Das Gegenteil ist der Fall.

Ein zuhause ist wichtig, aber unterwegs sein auch

Ein zuhause ist wichtig. Aber es ist für mich genau so wichtig, dieses hin und wieder ein paar Wochen oder Monte hinter mir zu lassen und eine Weile unterwegs zu sein.

Ich bin sehr gerne zuhause, umgeben von vertrauten und geliebten Menschen, meinem Freund, engen Freunden und der Familie. Das gibt mir halt. Ein zuhause bedeutet mir daher viel. (Zuhause ist der Fleck Erde, an dem die mir wichtigsten Menschen sind.)

Einen festen Platz zu haben, wo ich „hingehöre“ ist mir wichtig. Viele Menschen glauben das gar nicht, aber besonders Vielreisende sind oft Menschen mit einem ganz besonderen Heimatbezug. So geht es mir auch. Selbst wenn man dort nicht häufig ist, weiß man doch, wo man hingehört.

Zugleich bedeutet zuhause zu sein für mich aber auch Druck. Es fällt mir dort oft schwer, neuen Ideen nachzugehen, den Kopf frei zu bekommen und mich auf bestimmte Dinge verstärkt zu konzentrieren.

Die eigene Flexibilität wird zwangsläufig eingeschränkt, die Kreativität meiner Gedanken schrumpft schnell und ich überlade mich mit Verantwortungen und Terminen. Alltag eben. Diesem kann man sich schwer entziehen. Zuhause ist es einfach sehr schwer, sich zurückzuziehen und auf sich selbst zu fokussieren.

Ich muss bildlich gesprochen zuhause permanent schwimmen und den Kopf aus dem Wasser zu strecken und um nicht unterzugehen. Die Batterien werden immer leerer durch das Alltägliche, man hat wenig Energie für Anderes.

Mit der Zeit schwimmt man nur noch, um an der Wasserfläche zu bleiben und nicht um voran zu kommen und neue Ziele zu verwirklichen.

Anders ist es unterwegs. Ich muss nicht permanent schwimmen, ich treibe stattdessen. Es gibt nur wenige Verantwortungen, die ich mitnehmen muss. Ich bin frei und kann meine Energie gezielt einsetzen, ohne dass meine Batterien ständig von links oder rechts angezapft werden.

Das Gefühl des Treibens tritt sofort ein, sobald ich unterwegs bin. Es gibt nichts Schöneres. Mit jedem Gedanken werden eben selbige klarer. Die Wahrheit ist: Ich würde verrückt werden, wenn ich nicht reisen könnte. Man müsste mich früher oder später in eine Klapse einweisen. Da bin ich mir relativ sicher.

Mein Kopf wird schnell wirr, wenn ich an einem festen Ort bin und im Alltag stecke. Mein geistiges Auge vernebelt. Ich brauche ein Ventil, um dies wieder auszugleichen: dieses Ventil ist das Reisen.

Ich bin wieder unterwegs und mir geht es gut

In diesem Moment sitze ich in einem Café in Dubai und trinke meinen zweiten Milchkaffee. In einigen Stunden geht es in das nächste Flugzeug Richtung Osten. Der Beginn einer längeren Reise durch Asien. Der Trubel hier in dieser dubaianischen Megamall kann mir bereits nichts mehr anhaben und der Lärm der Menschenmassen prasst an mir ab. Ich bin die Ruhe selbst und vollkommen bei mir selbst. Klingt esoterisch, ist aber so.

In den kommenden Wochen kannst Du daher mit vielen neuen Berichten von unterwegs rechnen. Ich schreibe aus Dubai, Bali, Chiang Mai, Saigon, Kuala Lumpur und aus diversen Bahnhöfen und Flughäfen, die auf der Strecke liegen.

Nicht alle Artikel in den nächsten Wochen werden Reiseberichte, aber der eine oder andere Reisebericht wird sicher dabei sein. Ansonsten schreibe ich vor allem vom Arbeiten unterwegs, und davon, sich seine Träume zu erfüllen. Das eine oder andere wird dich hoffentlich interessieren.

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Ich freue mich, wenn du hier öfters vorbei schaust!

 

Titelbild: Adrien Sifre Photography, Foto unten: Benjamin Chimoy Photography

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Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

2 Antworten zu “Die Wahrheit über mich, meinen Geisteszustand und das Reisen”

  1. Haha au man, ich weiss genau wie du dich fühlst, ich hab mich sehr in deinen Worten wiedergefunden, geht mir geeeenauso in Berlin.. diese Freiheit des Geisteszustandes, keine sozialen Verpflichtungen..genau was ich auch gerade genieße. Und das mit der Produktivität und dem Fokus auf die ‚Arbeit‘..klappt auf einmal ohne Probleme..

    Have fun!
    Con

    • Bin froh zu hören, dass es dir auch so geht. Morgen geht es nach Chiang Mai für die ultimative Entspannung. .. freu mich auf Tipps von dir für Mexico 🙂 Eure Bilder von Holbox sehen schonmal verdammt gut aus. Viel Spass + Asta Luego

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