Akquise ist ein heißes Eisen. Viele angehende Selbstständige und Unternehmer haben tolle Ideen und Angebote, aber scheitern kläglich daran, diese unters Volk zu bringen. Ohne Kunden kein Einkommen, ohne Einkommen kein ortsunabhängiges Business. Was tun?

Als ich mich 2012 in die Selbstständigkeit gewagt habe, hatte ich bereits ein kleines Netzwerk von Kunden, die mir Starthilfe gegeben haben. Nach wenigen Monaten wurde dieses Netzwerk aber immer kleiner und am Ende hatte ich plötzlich keine Aufträge mehr (während ich bereits im Ausland war und mich so langsam an die Ortsunabhängigkeit gewöhnt hatte).

Die Monate danach waren recht hart und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich finanziell wieder besser aufgestellt war. In dieser Zeit habe ich auch diverse „Brotjobs“ angenommen, um mich über Wasser zu halten.

Damit es dir nicht auch so geht, möchte ich dir 3 Tipps mit auf den Weg geben, die dir eine gute Auftragslage sichern. Wenn du diese beachtest, sollten deine Verkäufe kontinuierlich nach oben gehen..

Pfeife zu Beginn aus allen Löchern

Während du dir parallel bereits langfristig ausgelegte Marketing-Kanäle aufbaust (z.B. Inbound-Marketing via Blogs), musst du zu Beginn natürlich auch klassische Akquisemaßnahmen nutzen, die schneller funktionieren.

Von Kaltakquise-Anrufen über Networking-Events bis zu Werbung On- und Offline gibt es hier sehr viele Möglichkeiten. Gerade zu Beginn solltest du alles nutzen, was sinnvoll erscheint. Selbst das tollste Angebot nützt nichts, wenn niemand davon weiss. Setze alles in Bewegung, um potentielle Kunden auf dich Aufmerksam zu machen.

Reserviere 30 Prozent deiner Arbeitszeit für Marketing- bzw. Akquisemaßnahmen. Ich weiß, das klingt viel, aber es sichert dir eine stabile Auftragslage. Ohne Akquise kein Geschäft. Mindestens ein Tag in der Woche sollte nur dafür reserviert sein, besser mehr.

Starte frühzeitig mit Content/Inbound-Marketing

Du solltest von Anfang an Inbound-Marketing betreiben – also kostenlosen Content ins Netz stellen, der deine Expertise unterstreicht und über den potentielle Kunden auf dich aufmerksam werden. Auf diese Weise kommen später die Kunden idealerweise einmal von ganz allein und du kannst dir die nervige Kaltakquise sparen.

Bis Inbound-Marketing greift, dauert es jedoch eine ganze Weile. Es kann über ein Jahr dauern, bis du auf diese Weise nennenswerte Anfragen hast. Zudem musst du sehr genau überlegen, wie du deine kostenlosen Inhalte bekannt machst (Stichworte: Blog, Podcasts, Videos, richtige Keywords, SEO-Maßnahmen).

Wenn das einmal läuft, und die Kunden von allein kommen, dann sparst du eine Menge Zeit und Stress. Aber der Weg dahin ist recht lang. Beginne daher so früh wie möglich mit Inbound-Marketing, betreibe es jedoch zu Beginn parallel, gemeinsam mit schnelleren Akquise-Methoden.

Verkaufen zu können ist deine wichtigste Fähigkeit

Das gilt nicht nur im Netz, sondern genau so für Ärzte, Hundefrisöre oder Pizzabäcker – zumindest, wenn sie selbstständig sind. Die leckerste Pizza kauft keiner, wenn keiner was davon weiss. Der tollste Arzt verdient nichts, wenn die Patienten nichts von seinem Können erfahren.

Für jeden Selbstständigen oder Unternehmer gilt: Die Verkaufsfähigkeit ist entscheidend. Wer diese nicht hat, kann sie erlernen und sollte sich damit unbedingt intensiv auseinandersetzen. Marketing und Akquise sind mindestens genau so wichtig, wie ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung. Trainiere daher deine Verkaufsfähigkeit.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Akquise- und Marketing-Maßnahmen!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

15 Antworten zu “3 Tipps, um mehr Kunden zu finden (oder sich finden zu lassen)”

  1. Akquise ist wichtig. Was aber noch wichtiger ist, leider aber oft übersehen wird, ist die richtige EInstellung. Um Kunden zu bekommen, muss man sie wollen. Zu 100% – nicht nur weil man sie ja braucht um an Geld zu kommen, sondern weil man für sie arbeiten WILL, ihnen helfen WILL und auch bereit für sie ist. Dazu gehört dann natürlich auch eine Tätigkeit hinter der man zu 100% steht. Und nicht nur zu stehen glaubt …

    Das klingt für manche sicher banal, aber ich habe schon Menschen und Unternehmen genau daran scheitern gesehen.

  2. Toller Artikel ! Motiviert mich noch mehr und besser an meinem Projekt zu arbeiten. Das du davon sprichst das die Verkaufskunst alles ist, sehe ich genauso. Leider wird es allzuoft als negativ angesehen gut verkaufen zu können, wobei es in fast allen Lebensbereichen nur darum geht, und wir uns im Unterbewusstsein ständig verkaufen.

  3. Der größte Fehler den ich gemacht habe ist :

    Zu spät mit bezahltem Traffic angefangen ( Facebook Ads )

    Hat man das nämlich erstmal raus, kann man sein Geschäft einfacher skalieren und gewisse Verkaufsprozesse einfacher optimieren.

    Liebe Grüße

  4. Toller Artikel, der mich in meiner momentanen Lage motiviert. Ich bin gerade dabei mich frisch selbstständig zu machen und zum online-unternehmer zu werden. Es sind zwar erst zwei Monate vergangen, ich tu mich aber doch relativ schwer an potenzielle Kunden zu gelangen.

    Beste Grüße,
    Andi

  5. Toller Artikel TIm! Ich merke gerade selber, wie wichtig Inbound-Marketing für ein neues und wachsendes Unternehmen ist. Es macht einen sehr großen Unterschied, wie viel Zeit man daran widmet. Dieser positive Effekt treibt mich auch an, weiter zu machen. Jedoch sollte man immer hinter das stehen, worüber man schreibt. Da hat Gerhard absolut recht.

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