Ich habe zwei linke Hände. Was, du auch? Na herzlichen Glückwunsch, jetzt sitzen wir schon zusammen in der Glaubenssatz-Falle.

Aber eigentlich fühlen wir uns gar nicht gefangen. Ist doch ganz bequem. Mit zwei linken Händen müssen wir uns nicht um handwerkliche Tätigkeiten kümmern. Prima.

Was aber, wenn wir mit den zwei linken Händen doch einmal etwas reparieren müssen? Vermutlich wird es nicht besonders gut gelingen.

Zum Glück wissen wir wenigstens, woran es liegt: Na klar, das konnte ja nicht  gehen, weil wir zwei linke Hände haben.

Wir haben viele negative Glaubenssätze parat

Das Fatale daran: In erster Linie sind es nicht die Fähigkeiten, die uns einschränken. Sondern die negativen Glaubenssätze, die wir zu den verschiedenen Themen des Lebens parat haben.

Wenn ich fest davon überzeugt bin, eine handwerkliche Niete zu sein (und mich deshalb weigere, auch nur irgendwelche Fertigkeiten in diesem Bereich zu erlernen): Was soll dann anderes herauskommen als eine mittlere Katastrophe, wenn ich mal in dem Bereich gefordert bin?

Jetzt ist die Frage, wie gut du als Handwerker bist, nicht gerade entscheidend für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Es sei denn, du bist Handwerker von Beruf.

Sondern eher die Frage. Wie viele dieser negativen Glaubenssätze hast du noch auf Lager? Limitierende Gedanken, die dich wirklich am Durchstarten hindern?

Wann hast du das letzte Mal gesagt (oder hast du es überhaupt schon einmal gesagt): „Ich kann alles schaffen, wenn ich es nur will“?

Viel einfacher sind doch diese Sätze (auch, wenn sie uns ausbremsen):

  • „Das geht doch eh nicht.“
  • „Das klappt nicht, weil …“
  • „Das ist viel zu schwer.“
  • „Das ist viel zu gefährlich.“
  • „Ich würde ja gerne, aber …“
  • „Das ist mir viel zu unsicher.“
  • „Bei mir würde das niemals funktionieren.“

Na, hast du dich irgendwo erkannt? Oder welcher Satz ist es bei dir, der dich daran hindert, das Leben zu führen, von dem du schon immer träumst?

Bei mir war es gleich eine ganze Mixtur solcher Glaubenssätze, die mich jahrelang ausgebremst hat. Solche Sätze haben mir eine angenehme Sicherheit gegeben, damit ich nicht aus meinen eingefahrenen Strukturen ausbrechen musste.

Wenn die Kompassnadel in die falsche Richtung zeigt …

Ich habe damit eine Richtung vorgegeben bekommen. Doch dummerweise hat die Kompassnadel nicht dahin gezeigt, wohin ich im Innersten eigentlich wollte.

Der Weg führte in ein mutloses und angepasstes Leben. Untertags als Redakteur alles geben, am Abend sich vor dem Fernseher von den Strapazen ausruhen.

Dabei weiß ich heute, wohin es hätte gehen sollen. In ein Leben mit mehr Wagnissen, weniger (angeblicher) Sicherheit, mehr Freiheit.

Ganz tief drinnen war der Wunsch bestimmt schon immer verankert. Doch haben ihn meine limitierenden Glaubenssätze erfolgreich unterdrückt.

Wir haben Angst vor der eigenen Größe

Doch warum lassen wir uns von uns selbst ausbremsen? Ganz einfach: Weil wir Angst vor der eigenen Größe haben.

Weil wir glauben, dass die spannenden, glücklichen und erfüllten Leben nur für andere reserviert sind. Für Leute, die mehr Geld haben. Oder mehr Glück haben. Oder besser aussehen. Oder einen höheren Schulabschluss haben. Oder, oder, oder …

Wir können und wollen uns viel zu oft gar nicht vorstellen, was wir alles erreichen könnten (und damit meine ich nicht eine Anhäufung materieller Güter). Zum einen, weil wir so erzogen sind. Zum anderen, weil es bequemer ist.

Denn was passiert, wenn du plötzlich an deine eigene Größe glaubst? Daran, dass dein Leben dir vielleicht noch mehr bieten kann, als tagein tagaus ins selbe Büro zu schlappen, mit Leuten abzuhängen, die dich langweilen und Fernsehsendungen zu schauen, die an Körperverletzung grenzen?

Ganz einfach: Du wirst feststellen, dass du zu Teilen fremdbestimmt bist. Dass sich das Leben, das du führst, genau genommen gar nicht mehr so gut anfühlt. Und das schmerzt.

Du wirst dich unweigerlich verändern, neue Perspektiven sehen, neue Menschen kennenlernen, neue Ideen haben, neue Dinge wagen. Das schmerzt auch.

Nicht auf den ersten Blick, den es gibt dir viel Energie, die du gar nicht mehr bei dir geahnt hast. Aber auf den zweiten Blick, denn du wirst viele gewohnte Dinge in Frage stellen. Logisch, dass da einige Menschen in deinem Umfeld nicht damit umgehen können.

Sie wollen dich ins Gefängnis zurückziehen

Denn mit deinem Verhalten greifst du ihre Glaubenssätze an. Lehnst dich gegen ihre unverrückbaren Wahrheiten wie „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Schuster bleib bei deinen Leisten“ auf.

Sie werden versuchen, dich zurückzuziehen in ihre Welt der limitierenden Gedanken. Sie kämen niemals auf die Idee, sich von ihren negativen Glaubenssätzen zu befreien, da ihre Welt mit ihrer ganz eigenen Wahrheit sonst aus den Fugen geraten könnte.

Du kannst jetzt entscheiden, ob du in das Gedanken-Gefängnis zurückgehst, oder den Ausbruch wagst und Mauern einreißt, die unüberwindbar schienen.

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Und du?

P.S.: An dem Glaubenssatz mit den zwei linken Händen muss ich wirklich noch arbeiten …

Dein Mischa

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Mischa Miltenberger, Co-Autor auf Earthcity und Autor auf Adios Angst, Bonjour Leben.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Mischa Miltenberger
Über den Autor

Mischa Miltenberger

Mischa hat nach 11 Jahren als Sportredakteur den Job gekündigt und ist mit seinem VW Bus auf eine sechsmonatige Europareise gegangen. Gleichzeitig sprang er ins kalte Wasser der Selbstständigkeit. Er schreibt leidenschaftlich gerne und viel zu den Themen Persönlichkeitsentwickung, Ängste und Herausforderungen.

15 Antworten zu “Du willst durchstarten? Dann wirf deine Glaubenssätze aus dem Fenster!”

  1. Hi Jan,

    gerne!
    Und du hast Recht: In dem Punkt ist Dranbleiben unerlässlich. Und man braucht auch ein wenig Scheuklappen, weil links und rechts des Weges zu viele Menschen sind, die dir einreden, was du alles nicht kannst oder dich nicht trauen solltest.

    Liebe Grüße

    Mischa

  2. Rosemarie Krezdorn

    Hi Jan, das kenne ich alles gut….vor allen Dingen die Gefängnisse die andere für mich bereithalten : „Du bist doch so begabt, du mußt nur………………………..“ usw.
    Das Loslassen ist zäh, aber es geht, Schritt für Schritt.
    Rosemarie

  3. Klasse Artikel Mischa!
    Auch ich habe mich, obwohl ich in vielen Bereichen Erfolge feiern konnte und mir einige Träume erfüllt habe, in anderen Lebensbereichen und mit anderen Träumen durch falsche Glaubenssätze selbst sabotiert.

    Das schöne ist aber doch, dass Du sobald Du Dir dessen bewusst bist auch etwas dagegen tun kannst.

    Und dann beginnen sich viele Dinge zu ändern.

    Viele Grüße von einem weiteren Zweifach-Linkshänder,
    Sebastian

  4. Danke dir Sebastian!

    Du hast Recht: Genauso schnell, wie wir uns durch falsche Glaubenssätze ausbremsen können, haben wir die Möglichkeit, unser Denken bewusst wahrzunehmen und gegenzusteuern.

    Ach und: Wir sollten mal gemeinsam an einem Auto rumschrauben – das wär ein Spaß 🙂

    Liebe Grüße

    Mischa

  5. Mursalin

    Hallo Mischa,

    und danke für das was du geschrieben hast. Ich verfolge in der letzten Zeit bewusster mein „ich“ und muss tatsächlich feststellen das es viele Glaubenssätze gibt die mich dabei hindern das was ich möchte auch umzusetzen.

    Ich denke das man erst bei sich und seine Überzeugung für die Sache arbeiten muss denn wenn du dann deine Ideen überzeugend nach außen Tragen kannst gewinnst du Selbstvertrauen für dich und vertrauen von Anderen.

    Gruß,
    Mursalin

  6. Hallo Mursalin,

    freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.

    In der Tat muss der erste Ansatz immer bei dir selbst liegen. Nur du kannst in dich hineinfühlen und spüren, was dir gut tut und was dich bremst. Und je tiefer die Erkenntnisse sind, die du dabei gewinnst, desto überzeugter wirst du von dir selbst.

    Liebe Grüße

    Mischa

  7. Toller Artikel. Viel zu oft merke ich, dass es im Alltag untergeht sein Ziel konstant vor Augen zu halten und damit motiviert zu sein (oder eher gesagt: sich von kleinen Misserfolgen nicht unterkriegen zu lassen und sich selbst im Weg zu stehen)!

    • Hi Jessie,

      lieben Dank 🙂

      Du hast vollkommen Recht, und gerade deshalb ist es so wichtig, sich Menschen zu suchen, die einen in den positiven Glaubenssätzen bestärken und motivieren und sich von den anderen ein Stück weit abzugrenzen.

      Liebe Grüße

      Mischa

  8. Hi Mischa,

    schöner Artikel! Immer wieder wichtig sich die Glaubenssätze vor Augen zu führen.
    Eine große Schwierigkeit im Umgang mit den Glaubenssätzen ist es, dass wir oft gar nicht merken, dass wir da gerade einem nachhängen. Weil wir oft so festgefahren in unserem Leben und der Vorstellung unserer Möglichkeiten sind, dass es uns gar nicht bewusst wird, dass es sich um falsche Glaubenssätze handeln könnte. Hab das bei mir selbst auch schon gemerkt, dass ich versuche meine ganz eigene Situation und meine Umstände als Erklärung herzunehmen, warum bei mir etwas nicht gehen würde, was ich eigentlich gern machen würde. Nach dem Motto: „ich bin ja aufgeschlossen für alles Mögliche und finde es toll, wenn es bei jemand anderem funktioniert aber ich bin doch in einer ganz anderen, spezielleren Situation..“
    Gar nicht so einfach sie zu erkennen und dagegen anzugehen! 🙂
    Lg
    Steffi

Hinterlasse eine Antwort