Du hast viele Träume und möchtest eine Menge Geld verdienen, um dir diese Träume erfüllen zu können? Dass bei einigen, die diese Taktik anwenden, am Ende keine Zeit mehr dafür übrig bleibt, ist am Anfang schwer zu erahnen.

Hier verhält es sich wie mit den Kindern und der Herdplatte: Man muss sich selbst erst einmal verbrannt haben, bevor man die eigenen Schlussfolgerungen zieht.

Vielleicht ging es dir ähnlich? Am Anfang meiner Unizeit habe ich mir über Geld erschreckend wenig Gedanken gemacht. Es war zwar immer sehr wenig davon da, aber ich hatte trotzdem eine gute Zeit.

In der zweiten Hälfte meines Studiums entdeckte ich während eines Auslandspraktikums wie unglaublich spannend neue Orte und Kulturen sind und wie viel man von ihnen lernen kann.

Nach einer Weile in den USA folgten China, Finnland, Australien. Geld war nicht so wichtig. Ich konnte ja irgendwie immer ganz gut leben. Ich hatte Zeit und gerade genug Geld.

Doch dann wurde es langsam ernst und es war an der Zeit, „erwachsen zu werden“ und Geld zu verdienen. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof, oder?

„Mit 30 musst du deine Sturm-und-Drang Zeit doch mal beenden“ schallte es aus allen Richtungen.

Als junger Student ist es okay, viel Zeit für sich selbst zu haben. Es ist gesellschaftlich akzeptiert. Aber irgendwann soll man sich gefälligst aufs Geld verdienen konzentrieren. So wie alle anderen auch. Damit man sich später einmal schöne Dinge leisten kann. Etwas zurücklegen kann. Geld hat. Zum Reisen zum Beispiel.

Moment mal. Reisen? Aber das tat ich doch schon.

„Ja, aber du willst dir doch auch mal schönere Hotels gönnen können.“

Während ich also überlegte, ob ich tatsächlich einmal schönere Hotels auf meinen Reisen benötigen würde, kamen sie dann plötzlich um die Ecke, die Zukunftsängste. Und sie flüstern mir sanft aber bestimmt ins Ohr: Du brauchst Rücklagen, Tim. So kann das nicht weitergehen.

Also entschied ich mich, erwachsen zu werden, meine in Hülle und Fülle vorhandene Zeit an den Nagel zu hängen und fortan selbige gegen Geld einzutauschen. Mein vergangenes und gegenwärtiges Ich hatte seinen Spaß, nun war ich es meinem zukünftigen Ich schuldig, ihm etwas aufzubauen!

Wir sind alle schizophren

Im Grunde leben wir in den westlichen Staaten alle gedanklich ständig in drei Parallelwelten. Der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Unserer verkopften Gesellschaft sei Dank sind wir Meister des Zeitreisens.

In jeder dieser Zeiten lebt eine Version unserer Selbst. Das vergangene Ich, das gegenwärtige Ich und das zukünftige Ich.

Das gegenwärtige Ich ist dabei ständig damit beschäftigt, sich entweder über das vergangene Ich aufzuregen, oder über das zukünftige Ich Sorgen zu machen.

Dabei sollte das gegenwärtige Ich sich viel mehr um sich selbst kümmern! Aber dazu kommen wir später.

Damals war ich davon überzeugt, meinem zukünftigen Ich schuldig zu sein, mein Leben etwas ernster anzugehen. Ich begann einen festen, „sicheren“ Job.

Nachdem ich in dieser tristen Großraum-Büro Zeit dank schlechter Auftragslage viele englische Blogs digitaler Nomaden las, um in der Arbeitszeit meine Reiselust halbwegs zu befriedigen, kam langsam eine Ahnung in mir auf, dass das, was die Zukunftsangst mir damals ins Ohr flüsterte, ziemlicher Mist gewesen sein könnte. Angst war schließlich noch nie ein guter Berater.

Ich erinnerte mich an das Paradoxon, dass ich ja gutes Geld zum Reisen verdienen wollte, obwohl ich zuvor längst Reisen konnte und auch die Zeit dafür hatte. Nun konnte ich es nicht mehr.

Das Ganze führte dann dazu, dass ich mein Glück in der Selbstständigkeit suchte, und meinen sicheren Job wieder aufgab.

Ich plumpste von 3.000 auf 300 Euro im Monat herunter und fühlte mich wie ein Marienkäfer, der auf dem Rücken lag und wie wild versuchte, wieder auf die Beine zu kommen.

Warum ich alles wieder über den Haufen warf?

Weil sich seit meinem finanziellen „Erwachsen werden“ alles zum Schlechten entwickelt hatte. Ich konnte nämlich nicht mehr reisen, war mies gelaunt und um nennenswert etwas zurück zu legen war das Geld trotzdem immer noch zu knapp (Kein Wunder, bei einer 70qm Wohnung und täglichen Mittagspausen in schnieken Restaurants mit den Kollegen).

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich etwas ändern muss. Selbstständigkeit und digitales Nomadentum erschienen mit der Weg aus dem Schlammassel.

Kurz nachdem ich diese Entscheidung getroffen hatte, kam sie dann aber wieder um die Ecke, die liebe Existenzangst, und flüsterte mir erneut ins Ohr:

Dein vergangenes Ich hat alles falsch gemacht.
Dein zukünftiges Ich wird unter der Brücke landen.
Du, das gegenwärtige Ich, musst jetzt strampeln. Los! Gib Gas!

Und genau das tat ich dann auch. 4 Jahre fast durchgängig. Manchmal wie ein Besessener und bis in die Nacht. Gönnte mir wenige Pausen.

Meinem gegenwärtigen Ich ließ ich dabei gar keine Chance, sich auch einmal um sich selbst kümmern!

Erst rückblickend sehe ich heute die Scherben, die ich in diesen letzten Jahren hinterlassen habe. Eine zerbrochene Beziehung. Wenig Zeit für alte Freunde. Gedanken, die nicht mehr zur Ruhe kommen. Schlechter Schlaf. Lichteres Haar.

War es das wert? Hätte ich damals besser meinen Job behalten? Obwohl ich heute meine Entscheidungen nicht bereue, und recht sicher bin, dass sie so richtig waren, habe trotzdem ich darauf keine klare Antwort. Denn negative Seiten hatte das Ganze auch.

Ich weiß, dass ich dort, wo ich heute bin, sehr gerne bin und daher froh bin, diesen Weg gegangen zu sein. Trotzdem gab es Scherben, die nicht wegzureden sind. Die letzten Jahre voller Arbeit und Stress hatten ihre dunklen Seiten. Aber trotzem haben sie mich an einen guten Ort geführt.

Ich möchte mich entschuldigen. Bei allen lieben Menschen, die von diesen Scherben etwa abbekommen haben. Vor allem aber bei mir selbst, für diesen Raubzug. Aber ich möchte mich gleichzeitig auch bedanken. Bei allen Menschen, die mir Kraft gegeben haben. Und hier auch ganz besonders bei mir selbst. Denn wo ich nun stehe, stehe ich gut.

Die Existenzangst, die mir damals immer wieder ins Ohr geflüstert hat, ist heute trotz gut laufendem Business immer noch genau so da. Aber ich bemühe mich täglich, nicht mehr auf sie zu hören.

Mein Ziel war einmal zeitliche und örtliche Freiheit. Und das Ablegen der Existenzängste.

Ersteres habe ich erreicht. Zweiteres funktioniert nicht so recht. Heute denke ich, das Existenzängste auch dann bleiben werden, wenn ich 10 Millionen auf dem Konto hätte. Auch sehr reiche Menschen haben Existenzängste. Mein gegenwärtiges Ich darf sich daher von ihnen nicht mehr so viel sagen lassen.

Ich muss häufiger im Hier und Jetzt ankommen. Öfter Zeit, und nicht Geld, zu meiner Priorität machen. War das nicht sowieso eigentlich immer schon das Ziel?

Ich möchte nicht mit 60 in einer riesigen Villa sitzen und all meine Leidenschaften, Interessen und innigen Freundschaften verloren haben um mein Glück im Materiellen zu suchen.

Ich möchte, wenn ich groß werde, Zeitmillionär sein.

Vielleicht denkst du jetzt: „Der hat leicht reden, der wird sich ja mittlerweile ein ganz nettes Polster aufgebaut haben.“

Damit hast du nicht ganz unrecht. Es ist leichter, solche Aussagen zu treffen, wenn man zumindest eine gewissen Sicherheit geschaffen hat. Trotzdem denke ich, dass ich dieses Polster auch hätte aufbauen können, ohne mich all zu sehr von Ängsten antreiben zu lassen.

Noch wichtiger ist es aber, den richtigen Absprung zu schaffen! Natürlich muss man, bevor man Zeit wieder zu seiner obersten Priorität erklärt, erst einmal ein Sicherheitspolster haben. Daher ist es legitim, einige Jahre den Fokus vermehrt aufs Geld zu legen (möglichst jedoch ohne die Scherben).

Aber die Gefahr ist groß, dass man sich an den Fokus Geld so sehr gewöhnt und dann nicht mehr den richtigen Punkt findet, an dem man seine Prioritäten überdenken sollte. Man gewöhnt sich an einen besseren Lebensstandard, und schon ist das monetäre Plus kein Polster mehr, sondern ein weicheres Bett in einem 5-Sterne Hotel.

Der Punkt, an dem du deine Prioritäten überdenken solltest, liegt nicht bei einer bestimmen Summe oder einem bestimmten Alter. Dazu sind Menschen viel zu individuell.

Aus Erfahrung sage ich Dir: Es ist unglaublich schwer, Prioritäten zu überdenken und neu auszurichten. Es ist unglaublich schwer, aus dem Dividuum von Körper und Geist wieder ein Individuum zu machen.

Hier darf Schwarzweiß-Denken keinen Platz haben. Man muss für sich selbst eine gesunde Mitte finden. Einen Idealpegel. Dabei kann man seine Businessideen trotzdem behalten und sie voller Begeisterung weiter führen, aber bei dem Tempo einen Gang zurückschalten.

Gebe deinem gegenwärtigen Ich genug Chancen, sich um sich selbst kümmern! Schenke ihm Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Sag deinem vergangenen und zukünftigen Ich und den damit verbundenen Ängsten einfach häufiger mal: LMAA! Die Welt dreht sich weiter.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

15 Antworten zu “Wenn ich mal groß bin, werde ich Zeitmillionär”

  1. Sehr cooler Artikel. In eineigen Punkten habe ich mich wiedererkannt.
    Zwar ging es bei mir nie um Geld und Sicherheit, da mit bewusst ist, dass ich auch ohne viel Geld Spaß haben kann, aber es macht sehr viel Spaß mein Business wachsen zu sehen. So viel, dass ich wie du bis spät in die Nacht vor dem Laptop sitze und gestresst bin, wenn mal etwas nicht so läuft.

    Seit einer Woche habe ich jetzt zwei Mitarbeiterinnen, die ich soweit anleiten werde, dass ich mich auch mal getrost ein paar Wochen zurückziehen und um mich selbst kümmern kann. Das werde ich dann ab nächster Woche auch tun. 11 Tage stille Meditation in einem Buddhistischen Tempel in Chitwan. Privatbesitz mitbringen verboten, sprechen verboten.
    Ich fürchte sonst fehlt mir die Selbstdisziplin tatsächlich nicht täglich die Mails zu checken.

    Liebe Grüße
    Jannis

    • Tim Chimoy

      Hi Jannis. Lieben Dank für deinen Kommentar. Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung, ins Schweigekloster zu gehen. Die Konfrontation mit dem ganzen Gedankenmüll der in uns schlummert und raus kommt, wenn man sich nicht mehr ablenken kann, ist sicher nicht ohne! Würd mich freuen, im Anschluss von deinen Erfahrungen zu hören und hoffe sie werden so gut, wie bei den meisten Menschen, von denen ich bisher Erzählungen gehört habe. Ich selbst traue mich (noch) nicht.

  2. Hallo Tim,

    ein gut geschriebener Artikel, in dem ich mich sehr oft selbst wiedergesehen habe.
    Ich habe zwar noch nicht wirklich alle Punkte durch, die du erlebt hast, sehe mich aber so ziemlich auf genau dem gleichen Weg.

    Zeitmillionär sein wäre natürlich Klasse, aber wie du bereits geschrieben hast, ist das nicht ganz so einfach. Um sich Zeit nehmen zu können, muss erst alles andere geregelt sein.

    Viele Grüße,

    Raphael

  3. Mal wieder eine guter Artikel zum Lernen. Ich selber stehe noch am Anfang der Reise mit meinem 24. Habe Ziele im Auge und will sie auch erreichen. Aber versuche dabei immer noch ein Gleichgewicht zu halten.

    Eine wohl nicht immer leichte Aufgabe. Den ich denke auch von nichts kommt nicht, aber ab einer bestimmten Menge muss man wohl einfach verstehen, wo man seine Grenzen setzten sollte.

  4. Zeitmillionär, das ist ab sofort auch mein Wunsch, wenn ich denn mal groß bin 😉

    Ich kann mich sehr gut mit deiner Geschichte identifizieren, denn auch bei mir gab es alle paar Jahre eine große Veränderung, die zur Verschiebung von Prioritäten geführt hat. Nach den letzten 3,5 Jahren mit 60-Stunden-Wochen und viel zu wenig Zeit für mich selbst, erlebe ich auch gerade wieder einen Prioritäten-Shift.

    Doch bin ich sicher, dass man die eigenen Prioritäten am einfachsten verschieben kann, wenn man digital selbständig ist. Nach den schweren Anfangsjahren ist es jetzt an uns, eine gute Balance zwischen Zeit und Geld zu schaffen.

    Viel Erfolg beim „Erwachsen-werden“ 😉

  5. Oh Mann, ich kann das, was du erlebt hast, sehr gut nachfühlen. Dabei startet meine Selbständigkeit gerade erst…

    Es ist (auch für mich) unglaublich schwer, mich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren und diese Stimme in mir zu ignorieren, die mir einflüstert, dass ich scheitern werde. Dass ich doch den festen Job hätte behalten sollen. Wegen der Sicherheit. In einigen Momenten können solche Gedanken einen auffressen. In anderen Momenten liegt aber alles ganz klar vor mir und ich habe Zuversicht…

    Ich denke, genau darauf sollten wir uns konzentrieren: auf die „gute“ Stimme in uns. Das ist Selbstliebe. Und nur mit ihr kommen wir voran. Dann müssen wir uns vor lauter Arbeit keine Zeit freischaufeln, sondern nehmen sie uns ganz automatisch.

    Liebe Grüße
    Katharina

  6. Hi Tim,

    danke für diese ehrliche Bestandsaufnahme. Ich kann einfach nur jedem raten, solche Gedanken immer und immer und immer wieder zuzulassen und sein Leben nachzujustieren, wenn dir am Ende von so vielen Tagen klar wird: Oh, heute habe ich ja wieder nur gearbeitet und sonst nichts erlebt.

    Ich wünsche den Menschen immer, dass sie von selbst darauf kommen, bevor ihr Körper es ihnen deutlich macht. Bei mir ist der Selbstschutz nach meiner schlimmen Zeit damals so ausgeprägt, dass ich nicht jubiliere, wenn ich eine neue Anfrage bekomme, sondern eher ein schlechtes Gewissen, ob ich die zusätzliche Arbeit mit meinem Wunschleben vereinbaren kann. Und selbst in meinem frühen Stadium der Selbstständigkeit nicht mehr alles annehme, was mir angeboten wird.

    Ich wünsche dir viel Freude auf dem Weg in die gesunde Mitte und beim LMAA sagen 🙂

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Tim Chimoy

      Danke Mischa. Finde es toll, wie konsequent du deinen Weg gehst.

      „Oh, heute habe ich ja wieder nur gearbeitet und sonst nichts erlebt.“ würde ich so nicht unterschreiben, da man ja auch beim Arbeiten schöne Dinge erleben kann. Aber ich weiß schon, wie du es meinst und gebe dir ja grundsätzlich recht.

      • Hi Tim,

        natürlich kann man beim Arbeiten schöne Dinge erleben und das passiert mir auch ständig 😉 Du lernst spannende Leute kennen, probierst was aus, fällst aufs Maul, stehst wieder auf, hast geile Erfolge, all das. Aber irgendwann muss der Rechner halt auch mal aus sein, weil es da draußen so viel anderes Tolles gibt. Allein die Wunder der Natur, die man sich täglich anschauen sollte.

        Insofern ist die ideale Kombination, dass man beim Arbeiten und beim Nicht-Arbeiten tolle Dinge erlebt.

        LG

  7. Hallo,
    also wenn schon Millionär, dann beides, Zeit-und Geldmillionär. Machen wir uns nichts vor, auch in dem Artikel kommt ja deutliche das Thema finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit vor, egal ob als gut dotierter Angestellter, davon gibt es genung, auch solche, die nicht jobmäßig frustriert sind, oder entsprechende Selbständige, Freelancer etc., alle Zeit der Welt in Armut ist scheiße. Alles Geld der Welt und keine Zeit, z. B. es auszugeben oder zu genießen ist auch Mist. Aber finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit gewährt nun einmal den optimalen Mittelweg zwischen persönlicher und auch beruflicher oder gar unternehmerischer Selbstverwirklichung und Müßiggang für denjenigen, der nicht in Extremen lebt, also nur Zeit-oder Geldmillionär. Wie immer ist auch hier der Mittelweg der richtige, wobei die ideale Basis für einen Zeitmillionär dennoch immer der Geldmillionär ist. Alles andere ist wunderschön idealistisch, aber am realen Leben weit vorbei. Auch die „Aussteiger-Community“, die ihre wenigen vorzeigbaren Helden gern feiert, sollte so langsam mit dem Sichschönreden der Realität aufhören. Ich wage mal die Behauptung, daß die meisten Aussteiger mit Existenzsorgen-und Ängsten zu tun haben, nicht viele haben einen vielbesuchten Reiseblog von dem mal halbwegs über die Runden kommt und waren einer der ersten in dem Bereich um davon überhaupt irgendwie profitieren zu können, und auch hier beißen nun mal die Letzten die Hunde, und zwar richtig.

    Idealismus ist schön und wichtig, aber er hört eben bei der Wohnungsmiete, der Hotel-oder Restaurantrechnung und anderen realen Notwendigkeiten sehr schnell auf.

    Ich möchte damit nicht sagen, daß dies in keinster weise möglich ist, aber man sollte diese manchmal schon etwas naive und weltfremde Selbstsicht in der Szene auf ein Mindesmaß reduzieren.

    Gruß Bernd

  8. Lieber Tim,

    Was für ein schöner Text! Und wie seltsam wir doch sind mit unseren vielen Ichs und ihren Sorgen.
    Mich hat nach zehn Jahren Vollgas im Job ( und vorher Recht intensiv studieren) meine Bandscheibe aus der Bahn geworfen. Und aus dem Job.
    Das war erst der gefühlte Untergang und dann der totale Segen. Ich arbeite nur noch 30h pro Woche und komme mit der Hälfte meines Einkommens zurecht. Viele Frust- Belohnungs- Stressausgaben fallen weg. Ich habe Zeit für mich, meine Freunde, meinen Mann, meine Träume. Ich bin aber weit und breit die einzige kinderlose Frau, die ihr Pensum reduziert hat. Auch wenn mein Rücken längst wieder fit ist, würde ich nie mehr 100% arbeiten. Jedenfalls nicht mehr als Angestellte?

  9. Hey Tim,

    Ein sehr schöner Artikel dem ich nur absolut zustimmen kann. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Zeit das wertvollste ist was wir haben : )
    Bin auf meiner Reise gerade auch kürzlich in eine Gruppenkonstellation geraten wo es hauptsächlich darum ging möglichst schnell und günstig von A nach B zu kommen. Das Resultat: Geld gespart, aber keine Zeit um die Orte bewusst wahrzunehmen durch die man reist. Weil die Zeit wurde ja gebraucht um die günstigste Art der Reise zu finden.

    In diesem Moment und nach Lesen von deinem Artikel musste ich auch an einer meiner ersten Blogartikel denken. Zeit ist einfach so wertvoll weil man die verlorene Zeit nie wieder bekommen kann.

    http://www.happifytheworld.com/2015/10/10/unser-wertvollstes-gut/

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