Jeder kennt es: wir suchen eine Adresse auf GoogleMaps und müssen, nachdem sich die Karte auf dem Bildschirm aufgebaut hat, erst einmal herauszoomen, um eine Orientierung zu bekommen. Wir drücken also mehrfach auf das kleine Minus-Knöpfchen, bis der Kartenausschnitt groß genug ist, um durch einen uns bekannten Ort auf der Karte einen Bezug herstellen zu können.

Dieser Bezugspunkt hilft uns dann bei der Orientierung. Erst wenn wir diesen Punkt haben, hilft uns die Karte die gesuchte Adresse geografisch einzuordnen.
Ähnlich funktioniert das auch mit Lebenszielen. Wir wissen zwar meist in etwa unsere Zieladresse, haben aber keinerlei Orientierung und wissen daher auch nicht so richtig, wie wir diese Ziele erreichen können. Schnell passiert es, dass man diese Ziele daher wieder vergisst oder verdrängt, scheinen sie doch so unendlich weit entfernt. Es ist so, als würden wir vor einem Abgrund stehen, aber auf die andere Seite sehen können. Wir wünschen uns nichts mehr, als dort drüben zu sein, es ercheint uns aber unmöglich. Also laufen wir am Rand des Abgrunds entlang.. in der Hoffnung, dass irgendjemand eine Brücke für uns gebaut hat. Manch einer hat Glück und findet diese Brücke. Die meisten laufen aber weiter und weiter entlang des Grabens, bis sie vergessen, was Ihre Ziele waren und geben diese schliesslich auf.

Ich bin mir recht sicher, dass die meisten Menschen zu dieser Gruppe gehören. Das Entlanglaufen am scheinbar unüberwindlichen Graben wird irgendwann so normal für sie, dass sie beginnen davon überzeugt zu sein, Ihr Ziel läge auf Ihrer Seite des Grabens. In diesem Fall ist aber nicht der Weg das Ziel, sondern der Weg beginnt erst hinter dem Ziel. Das Wichtigste ist nun zuerst einmal zu erkennen, dass man diese Hürde immer noch vor sich hat und dass man etwas ändern möchte. Hat man diesen Schritt geschafft, kann man beginnen, sich wieder darauf zu fokussieren sein Ziel zu erreichen. Hat man das getan, sollte man anschliessend so verfahren: Einfach Herauszoomen. Einen Bezug herstellen. Das große Ganze sehen!

Man sollte sich die Dinge im Großen ansehen und die kleinen Hürden in Bezug mit den großen Zielen setzen. Vieles relativiert sich dann. Je weiter man herauszoomt, desto unwichtiger wird das Bezahlen der Leasingraten fürs Auto, die kritischen Stimmen von Freunden und die eigene Angst zu scheitern. Was kann schon passieren? Man zoomt weiter und es wird einem klarer wie unwichtig manche Dinge erscheinen. Was wird passieren, wenn meine Geschäftsidee in die Hose geht und ich meinen alten Job gekündigt habe? Was kann schon passieren in Deutschland? Im allerschlimmsten Fall muss man eine Weile von den Ersparnissen leben, hat man diese nicht, so muss man sich für einige Monate beim Arbeitsamt anstellen. Zwar liegt es mir hier fern, Empfehlungen abzugeben, die das Sozielamt einbeziehen. Jedoch wem soll unsere soziale Sicherung in Deutschland zugute kommen, wenn nicht enjenigen, die sich redlich darum bemühen sich auf eigene Füße zu stellen? Das Risiko des Scheiterns ist nunmal immer gegenwärtig. In ganz harten Fällen werden vielleicht sogar Freunde, (die keine Freunde sind) einem den Rücken zukehren. Aber man wird weiterhin genug zum Leben haben, der Familie wird es gesundheitlich gut gehen und einem selbst wird auch nichts fehlen. Man wird sich sicherlich wieder aufrappeln, und im schlimmsten Fall dort weiter machen, wo man aufgehört hat. Man muss es dann einfach noch einmal versuchen. Und wer sagt denn überhaupt, dass man scheitert? Vermutlich wird man es garnicht. Die meisten, die es versuchen, schaffen es auch!

Ist das Ziel also, sich beruflich selbstständig zu machen und dadurch mehr Freiheit zu gewinnen, mehr Zeit zu haben und am besten auch noch mehr zu verdienen, so sollte man sich klarmachen, dass noch keiner diese Ziele erreicht hat, indem er darauf gewartet hat, dass andere ihm eine Brücke bauen. Man muss herauszoomen, die Angst überwinden, die Ziele fokussieren und an sich glauben.

Dieses Prinzip funktioniert übrigens bei vielen Dingen, vor denen wir Angst haben. Rauszoomen!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

4 Antworten zu “Ein kleiner Trick, Angst zu überwinden und Ziele zu fokussieren”

  1. Grüße Dich Tim,

    schön gesagt.
    Im Schlimmsten Fall rappelt man sich halt wieder auf und macht das weiter, wo man auf gehört hat.

    Dieser Perspektivwechsel ist so wichtig. Im Prinzip kann einem nichts passieren.

    Und dann kommen doch wieder die alten Zweifel.

    Da bleibt eigentlich nur eines: Dran bleiben und weiter machen.
    Und: Die Zweifel bewusst fühlen. Da sein lassen.

    Was meinst Du?

    Grüße

Hinterlasse einen Kommentar zu 15 Reiseblogs: Magst du reisen? Musst du lesen!

Hier klicken, um das Antworten abzubrechen.