Zwar bezahlen wir die Salami im Supermarkt in der Regel mit Geld, jedoch verdienen wir uns dieses Geld meist indem wir arbeiten. Arbeit ist oft zeitintensiv und ist, abgesehen vom Schlafen, vermutlich die Tätigkeit, die innerhalb unseres Lebens die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

Indirekt tauschen wir also unsere Zeit ein für Dinge, die wir zum Leben benötigen oder auch nicht wirklich benötigen. Der normale Ablauf ist also, dass wir ein Drittel der Zeit, welche uns am Tag zur Verfügung steht, eintauschen gegen ein paar Scheine, welche dann wiederum gegen Waren oder Dienstleistungen eingetauscht werden.

Geht uns mal wieder die Marmelade aus, tauschen wir also wieder ein paar Minuten unseres Tages gegen Marmelade ein. Andersrum funktioniert das gleiche Prinzip jedoch nicht. Wenn uns einmal die Zeit ausgeht, nützen uns auch 20 Marmeladengläser nichts, um diese verlorene Zeit zurück zu tauschen. Der Handel mit unserer Zeit ist also eine Einbahnstrasse. Einmal verstrichene Lebenszeit bekommen wir nie wieder zurück. Sie ist pfutsch, für immer und ewig!

Nun wird der eine oder andere Leser zu recht sagen, dass die verlorene Zeit eigentlich gar nicht so richtig verloren ist, wenn man sie genossen hat. Dem kann ich nur zustimmen. Man sollte also die Zeit die man hat so gut es geht geniessen.

Geld geschenkt bekommen

Wenn man die Zeit, die man einsetzt um sich sein täglich Brot zu verdienen, geniessen kann – man also Spaß an der Zeit empfindet die man in Geld eintauscht, dann bekommt man das Geld quasi geschenkt!

Denn Zeit, die man geniesst, ist nicht verloren. Wenn man also eine ‚gute Zeit‘ gegen Geld tauscht, so hat man am Ende beides: eine gute Zeit gehabt und nebenbei quasi ‚gratis‘ Geld dafür bekommen. Kann man sich etwas Besseres überhaupt vorstellen? Ich nicht.

Okay, es gibt Jobs in denen man (und gibt man sich noch so viel Mühe) niemals zu dem Punkt kommen wird, an dem man sagen kann  „meine Arbeit macht mir Spass“. Hat man einen solchen Job und möchte man ihn aufgrund der finanziellen Sicherheit oder anderen Verbindlichkeiten auch nicht aufgeben, so muss man das Problem der verlorenen Zeit anders lösen.

Man sollte versuchen, möglichst wenig Zeit eintauschen zu müssen, um möglichst viel Zeit übrig zu haben für die Dinge die einem Spass machen oder einen interessieren. Am besten lässt man sich an seiner Effizienz messen. Beschäftigt auszusehen ist in vielen Büros leider der Indikator für Fleiß. Wer mehrmals täglich mit Aktenordnern beladen am Büro des Chefs vorbeiläuft und nicht vor 19 Uhr das Büro verlässt, gilt als vorbildlicher Mitarbeiter.

Schafft man seine Arbeit aber in der Hälfte der Zeit und leistet dazu noch fantastische Ergebnisse, so muss man die letzten 4 Stunden des Tages wohl trotzdem eintauschen und kann diese nicht zum Eigengebrauch einfordern. Sollte jemand aber einen Weg finden, die Effizienz zum Maßstab aller Dinge werden zu lassen und nicht den Zeiteinsatz, so ist er auf der Gewinnerspur.

Trotzdem empfehle ich jedem, der seine Arbeitszeit nicht als „Quality Time“ empfindet, doch vielleicht eine andere Möglichkeit des Brötchenverdienens in Erwägung zu ziehen. Möglichkeiten gibt es genug.

Man muss nur tief genug in sich selbst nach den Interessen suchen, die sich auch verkaufen lassen. Nahezu jeder hat solche Talente oder Interessen und mit einer Menge Dinge lässt sich auch Geld verdienen. Sollte man diese Interessen oder Talente nicht in sich entdecken können, benötigt man entweder Hilfe bei der Suche oder ist sich seiner Talente nicht voll bewusst, oder aber man ist vom Langeweile-Virus befallen.

Sollte es der Langeweile-Virus sein, wird der Weg anfangs etwas steiniger. Chronische Langeweile ist eine Krankheit wie jede andere auch. Menschen, die von Langeweile geplagt werden, sind vom Virus des Desinteresses befallen. In unserer Welt gibt es Millionen von Möglichkeiten, wie sich durch interessante, spannende oder unterhaltsame Dinge die Zeit sinnvoll vertreiben lässt. Viele von diesen Dingen lassen sich in der einen oder anderen Form auch zu Geld machen.

Aber das Virus des Desinteresses lähmt einen, man wird zu träge sich tief genug unter die Oberfläche eines Themas zu graben. Somit kann man den nötigen Funken des Interesses an einem Thema auch nicht erwecken, dieser Funke ist aber nöti,g um sich mit etwas intensiver beschäftigen zu wollen.

Nichts ist so endlich wie Zeit.

Ich vermute, dass 99% aller Leser sicher nicht das Problem des Langeweile-Viruses haben, sondern lediglich etwas verunsichert sind darüber, welche Ihrer Interessen sich dazu eignen damit Geld zu verdienen. Hier hilft folgendes: Man nehme ein Notizbuch und schreibe sich täglich alle Dinge auf, die einem an diesem einen Tag Spaß gemacht haben oder das Interesse in irgendeiner Form geweckt haben.

Zusätzlich schreibt man auf die selbe Seite alle die Dinge, die man an diesem Tag getan hat welche ein gewisses Level an Vorwissen, oder besonderen Fähigkeiten erfordert haben. Macht man dies über einige Tage, wird man feststellen, dass sich zwischen den Interessen und den Fähigkeiten Überschneidungen finden lassen. Diese Dinge kommen dann auf eine eigene Seite und sollten unbedingt bzgl. ‚Monetarisierungs-Optionen‘ weiter durchleuchtet werden.

Nie war es so einfach, sich auf die eigenen Füße zu stellen und Geld zu verdienen. Nicht nur das Internet bietet unendlich viele Möglichkeiten. Wer es schafft, seine Zeit nicht sinnlos zu verschwenden und mit sinnvoll genutzer Zeit bequem seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, der hat gewonnen! Zeit ist die wahre Währung. Nichts ist so endlich wie Zeit.

 

 

 

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

Eine Antwort zu “Verschwende keine Zeit! Ein Plädoyer von Tim Chimoy.”

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