Indonesien ist zum Überwintern für digitale Nomaden ideal. Ich war bisher nur kurz da. Gut, dass Melissa von Indojunkie.com sich wesentlich besser auskennt. Sie hat dort lange gelebt und liebt das Land und die Leute – sicher die Hauptmotivation, warum sie vor einiger Zeit einen Themen-Blog rund um das Thema Indonesien und digitale Nomaden in Indonesien gestartet hat. 

12 Tipps für Digitale Nomaden in Indonesien

Im heutigen Gastartikel verrät dir Melissa ihre 12 besten Insider Tipps für digitale Nomaden in Indonesien. Los geht’s.

1. Indonesien Internet

Ausgenommen von Jakarta ist in Bali die WLAN Dichte am höchsten. Die Stadt Kuta und Sengigi in Lombok haben auch einige WLAN Spots. Je östlicher Du jedoch gehst, desto schlechter wird das Internet.

Wenn Du also wirklich produktiv arbeiten möchtest und konstantes Internet brauchst, solltest Du Deinen Ortsschwerpunkt auf Bali legen. Wenn Du keine Lust hast, immer in WLAN Cafés abzuhängen, solltest Du dir einen Surfstick besorgen und eine SIM Karte der Marke „3“. In ganz Indonesien ist mobiles Internet in Bali also am besten.

Die Verbindung von „3“ ist innerhalb Balis relativ gut, wodurch Du nicht vom WLAN abhängig. Dadurch können digitale Nomaden in Indonesien überall ortsunabhängig arbeiten.

2. Wohnungen Indonesien

Hast Du vor, länger als ein Monat in Indonesien zu bleiben? Hast Du ein relativ kleines Budget, was deine Unterkunft anbelangt? Dann empfehle ich das Mieten einer „Kos Kosan“. Dies sind möblierte Zimmer, die monatlich vermietet werden. Ich habe damals vier Monate in Sanur gelebt und war sehr zufrieden mit der Wohnung. Ich zahlte dort 110 Euro monatlich. Es gibt jedoch auch günstigere Varianten. Und nach oben sind hier keine Grenzen gesetzt.

Konditionen? Möbliertes Zimmer. Klimaanlage (sehr wichtig für digitale Nomaden!). Heißes Wasser. Mangobaum vor der Tür. 10 Minuten Entfernung zum Meer. Nachtmarkt um die Ecke. Oft hohe Dichte an Expats aber auch enger Kontakt zu einheimischen Nachbarn.

Man kommt weniger in Kontakt mit Touristen, sondern eher mit Menschen, die bereits länger in Indonesien leben oder natürlich mit Einheimischen. So erhält man eine authentischere Zeit und lernt viel mehr von Land und Leuten. Zusätzlich hat man immer einen Anlaufpunkt und kann auch zwischendurch innerhalb Indonesiens reisen gehen und einen großen Teil des Gepäcks einfach in seiner eigenen Wohnung zurück lassen.

Wie findet man eine solche Unterkunft? Indem man Roller mieten und die Umgebung abfahren und nach Kos Kosan schildern Ausschau halten, Preise vergleichen und Einheimische fragen kann. Meistens kennt immer irgendwer irgendwen der wiederum jemanden kennt der ein Zimmer vermietet. Aber sei vorsichtig, viele Vermieter fragen bei Touristen einen höheren Preis.

Alternative zu einer Kos Kosan? Ansonsten kannst Du natürlich auch Gästehäuser fragen, ob sie auf einen monatlichen Deal eingehen würden. Die meisten Gästehäuser gehen hierbei mit dem Tagespreis um einiges runter. Du brauchst in Bali nicht im Voraus buchen. Die Dichte an Gästehäusern ist enorm.

3. Internettelefonie Indonesien

Zum Telefonieren nach Europa, empfehle ich die indonesische SIM Karte der Marke SimPATI, welche mithilfe einer bestimmten Vorwahl relativ günstige Konditionen für Anrufe nach Europa bietet. Diese ist sehr günstig in jedem lokalen Handyladen (den es alle 10 m auf Bali gibt) zu erwerben.

Mit der Karte kannst Du auch für weniger als 10 Euro eine monatliche Internetflatrate für dein Handy dazubuchen. Sehr empfehlenswert, da die mobile Internetgeschwindigkeit überraschend schnell auf Bali ist.

4. Freizeit und Leben auf Bali

Lerne Surfen oder Tauchen. Denn Du kannst so gut wie überall innerhalb Indonesiens entweder verdammt gut tauchen oder wunderbar surfen. Und was gibt es schöneres, als nach Feierabend eine Runde aufs Brett zu steigen oder den Tag mit einer Runde Tauchen zu beginnen?

Für mich war es immer sehr motivierend zu wissen, dass nach erfolgreicher Arbeit eine wunderbare Tätigkeit auf mich wartet. Anfängerkurse für Surfinteressierte sind sehr günstig und in jeder Surfregion spontan möglich. Für einen Anfängerkurs beim Tauchen (Open Water Diver) musst du mit drei Schulungstagen und 300 Euro Schulungsgebühr rechnen, inklusive ca. vier Tauchgänge, Schulungsmaterial und Unterricht.

Was sollte man sich in seiner indonesischen Freizeit sonst nicht entgehen lassen? Lerne Gamelan oder Yoga auf Bali. Spiele mit Einheimischen auf der Gitarre Lieder von „Coconut Treez“ oder „Wali“. Geh fischen oder lass dich tätowieren. Höre dir am Abend das unendliche Angebot an Life-Musik an, gönn dir Massagen oder relaxe einfach nur am Strand.

5.Digitale Nomaden in Indonesien: Visum

Wenn Du länger als 30 Tage in Indonesien bleiben willst, solltest Du dich vor Beginn deines Indonesienaufenthalts um ein Visum kümmern. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Die wohl beste Visum für digitale Nomaden in Indonesien ist das „Social Visa“, mit dem Du bis zu sechs Monate bleiben kannst.

Hierfür brauchst Du jedoch einen einheimischen Sponsor. Ansonsten besteht die Möglichkeit ein 60-Tage Touristenvisum zu beantragen, welches um weitere 30 Tage innerhalb Indonesiens verlängert werden kann. Auf meinem Blog findet ihr detaillierte Informationen zur Visumsbeantragung.

6. Luxus

Gönne dir Entspannungspausen. Den ganzen Tag bloggen, beraten, copywriten oder Videos schneiden kann auch im Paradies ganz schön auf den Rücken gehen. Es gab Zeiten, da war ich täglicher Stammgast in einem Massagesalon. Mit diesem Luxus für 4 Euro pro Stunde kann man seine Produktivität bei der Arbeit ziemlich steigern, denn man arbeitet auf eine attraktive Belohnung hin. Javanesische Massagen sind weltklasse.

Balinesische Massagen sind auch gut, aber man sollte vorher ein paar Salons ausprobieren, bis man den perfekten Salon für sich gefunden hat. Kleiner Tipp hier: Sucht euch Massagesalons außerhalb der Touristenregionen! Sehr empfehlenswert sind auch die einheimischen Beautysalons. Die Preise liegen hier normalerweise unter 4 Euro/Stunde und beinhalten beispielsweise ein „Hairtreatment“ oder Gesichtsbehandlungen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

7. Sprache

Auf Bali kommst Du innerhalb der Touristenregionen relativ gut mit Englisch zu Recht. Möchtest Du dich jedoch auch mal ein wenig „off-the-road“ begeben, solltest Du ein wenig Bahasa Indonesia können. Es ist eine verdammt einfache Sprache und lohnt sich wirklich zu lernen! Es gibt kaum Grammatik, keine Konjugationen, keine mehrtonige Aussprache oder merkwürdige Schriftzeichen.

Es öffnet dir viele Türen und Indonesier freuen sich über jedes indonesische Wort, welches aus Deinem Mund kommt. Ich gebe auch Unterricht über Skype. Für ein paar Basics reichen hierbei vier Stunden Unterricht.

8. Transport

Innerhalb Indonesiens empfehle ich das Anschaffen eines Rollers. Dadurch ist man flexibel, mobil und unabhängig. Es gibt auch die Möglichkeit, eine monatliche Gebühr für den Roller zu bezahlen. Fotografiert am besten zu Beginn vorhandene Schäden am Roller, damit ihr am Ende nicht für bereits vorhandene Schäden aufkommen müsst. Ich habe damals rund 50 Euro pro Monat gezahlt und war sehr zufrieden.

Aber passt auf Polizeikontrollen auf. Indonesische Polizisten stehen darauf, Touristen mit erfundenen Regeln auszunehmen. Nehmt euren internationalen Führerschein mit und tragt am Besten lange Kleidung beim Roller fahren. So machen es auch die Einheimischen, und damit fallt ihr nicht so auf.

Die Leihgebühr für Autos lag in meiner Zeit bei umgerechnet 20 Euro täglich, was relativ teuer ist. Sprit ist sehr günstig in Indonesien. Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.

9. Geld in Indonesien und Kosten

Natürlich variiert das Budget von Deinen individuellen Bedürfnissen. Ich benötige rund 600 Euro im Monat für Unterkunft, Telekommunikation, Transport, Verpflegung, Massagen + Spa, Versicherung und sonstige Ausgaben, wie z.B. Medikamente, Kleidung oder Party. Es gab Monate, da brauchte ich weniger und es gab natürlich auch Monate, da benötigte ich ein größeres Budget.

Es kommt natürlich auch hier wieder darauf an, ob Du eher einige Woche an einem Ort verbringen möchtest oder regelmäßig weiter ziehst. Bei einem häufigen Ortswechseln kommen natürlich zusätzliche Kosten für Transport hinzu und teuere Mieten für den täglichen, anstatt des monatlichen Mietpreis. Hier ist einmal eine kleine Kostenübersicht über meine monatlichen Ausgaben auf Bali.

  • Unterkunft: 120 Euro im Monat bei Kos Kosan / wenn Du täglich für ein Durchschnittlich gutes Gästehaus zahlst, kannst Du mit ungefähr 200 – 300 Euro im Monat rechnen
  • Mobiles Internet: 10 Euro/ Monat
  • Telefonieren: 10 Euro/ Monat
  • Roller: Miete + Sprit 60 Euro/Monat
  • Essen und Trinken: 200 – 300 Euro/ Monat
  • Luxus: Massagen & Co: 40 Euro/Monat
  • Auslandskrankenversicherung: 25 Euro/Monat
  • Sonstiges: 100 Euro/Monat

10. Wohnumgebung

Wo genau sollte man sich als digitaler Nomade niederlassen? Hier picke ich bewusst die eher touristischen Spots raus aufgrund der Tatsache, dass eine gewisse Infrastruktur für das digitale Arbeiten vorhanden sein sollte. Ihr könnt natürlich immer mal „off-the-path“ gehen und die umgebenen Inseln, wie Flores, Sumbawa oder Sumba entdecken.

  • Hättest Du gerne eher Party, Surfen und westliche Gesellschaft? Dann Seminyak, Sanur, Kuta Bali oder Kuta Lombok.
  • Stehst Du auf Tauchen, Life-Musik, Dorfatmosphäre und einen guten Mix aus Touristen und Einheimischen? Dann Padangbai.
  • Liebst Du das Fischen, den Kontakt zu Einheimischen, Zeremonien, Märkte, und das wahre Leben Balis? Dann Singaraja oder Lovina.
  • Stehst Du auf Tauchen und Inselfeeling? Dann Gili Inseln in Lombok. Aber Vorsicht – hier kann die Internetverbindung auch schon mal streiken.
  • Bevorzugst Du Smok, Staus und Party? Dann Jakarta.

11. Digitale Nomaden in Indonesien: Arbeiten

Hast Du mal keine Aufträge und es herrscht Ebbe in der Kasse? Dann kannst Du einfach einen kurzfristigen Servicejob annehmen und arbeiten in Indonesien. Nichts da! Es ist sehr schwer, kompliziert, aufwendig und teuer an eine Arbeitserlaubnis in Indonesien zu kommen.

12. Essen und Trinken

Trinke das Bier Bintang und probiere den Reiswein Arak oder den Palmwein Perum. Aber bitte aufpassen, denn viele Einheimische brennen ihren Schnaps selber und nicht jeder dieser selbstgebrannten Reiseweine ist empfehlenswert. Probiere dich durch sämtliche Warungs (local restaurants).

Mein Lieblingsessen in Indonesien: Lalapan Goreng (fried chicken), Saté (Fleischspieße mit Erdnusssoße), Tempé, Ikan manis (Fisch mit süßer Soße), Udang manis (Schrimps mit süßer Soße), Gado-Gado (Gemüse mit Erdnusssoße) Jajan (Reiskuchen mit Kokosnusssirup und Kokosraspeln), Nasi Jampur (Reis mit unterschiedlichen Beilagen), Mie goreng Udang/Ayam (Gebratene Nudeln mit Schrimps/Huhn), Bebek goreng (gebratene Ente), Soto (indonesische Suppe) oder Bakso (Fleischbällchensuppe).

Und jetzt nichts wie hin!

Worauf wartest du noch? Pack deine Sachen, organisier dir ein Visum, lerne ein paar Worte Indonesisch und verbringe den nächsten Winter in einem der interessantesten, geheimnisvollsten und schönsten Ländern dieser Erde. Es wird nicht nur dir selber, sondern auch deiner Produktivität zu Gute tun. Denn zufriedene und glückliche Menschen sind effizienter und produktiver.

Das waren meine 12 Tipps für Digitale Nomaden in Indonesien. Du kannst als digitaler Nomade sehr gut auf Bali leben, die Wohnungen kosten nicht viel und das Internet auf Bali ist ausreichend gut.

Hast du noch weitere Tipps zum Überwintern in Indonesien?

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Melissa Schumacher
Über den Autor

Melissa Schumacher

Mit ihrem Blog Indojunkie möchte Melissa Backpackern, Auswanderern, digitalen Nomaden und Menschen mit Fernweh nach Indonesien einen visuellen und informativen Einblick in dieses magische Land schenken. Wenn ihr mehr über Indonesien erfahren wollt, schaut bei ihr vorbei auf www.indojunkie.com

5 Antworten zu “12 Insidertipps fürs Leben und Arbeiten als digitaler Nomade in Indonesien”

  1. […] In Indonesien gibt es so genannte „Kos Kosan“. Dies sind möblierte (Einzimmer-)Wohnungen, die monatlich vermietet werden. Oftmals haben die Zimmer Klimaanlage und heißes Wasser. Der Preis liegt bei rund 100 Euro aufwärts. Elektrizität ist meist nicht inbegriffen. Trotz allem liegt der Preis für monatliche Unterkünfte meist um einiges unter den Preisen von touristischen Homestays, für die man einen Tagespreis zahlt. Wenn du also weißt, dass du mehr als einen Monat an einem Ort wohnst, solltest nach Kos Kosan Schildern Ausschau halten. Bei Tim quatsche ich ausführlich über die Tipps und Tricks für das Leben auf Bali. […]

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