10 Insidertipps für digitale Nomaden, die in Thailand überwintern möchten

Es ist mal wieder einmal Zeit für einen spannenden Gastbeitrag. Heute von Sebastian Prestele von Phuketastic.com, der dir seine Geheimtipps zum Überwintern in Thailand verrät.

Sonne, Strand und Meer anstelle von Schneematsch, Minusgraden und trüb-grauem Himmel. Wer hat nicht schon davon geträumt, den tristen Alltag in Deutschland hinter sich zu lassen und den Winter im Warmen zu verbringen, zum Beispiel in Thailand zu überwintern.

Als digitaler Nomade, der zum Arbeiten nichts weiter als den Computer und eine Internetverbindung benötigt, ist dieser Traum gar nicht so weit entfernt. Destinationen zum Überwintern gibt es weltweit unzählige. Nicht alle liegen am Strand, wie Tim in seinem Artikel zu den 5 Städten für digitale Nomaden gezeigt hat.

Weltweit ist vor allem Südostasien und dort insbesondere Thailand, eine beliebte Region – nicht nur für alle, die ihr Geld im Internet verdienen.

Egal ob Du derzeit mit dem Gedanken spielst kurzfristig der Kälte zu entfliehen oder Dir geschworen hast, dass dies Dein letzter Winter ist: Mix Dir einen Mai Tai, zieh die Boardshort an und erlaube Dir für einen Moment zu träumen. Denn in diesem Artikel gebe ich Dir meine besten Tipps für das Überwintern in Thailand.

Hier nun die 10 Insidertipps zum Überwintern in Thailand

1. Thailand Visum

Wenn Du länger als 30 Tage in Thailand bleiben willst, brauchst Du ein Thailand Visum. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Die wohl beste für digitale Nomaden ist das Non Immigrant Visum „ED“, das Educational Visum. Dieses Visum erhältst Du in Verbindung mit einem Sprachkurs oder als Muay-Thai Student.

Bei der Walen Language School z.B. kannst Du für gut 600€ einen Thaikurs mit 180 Stunden buchen. Dafür hilft Dir die Schule ein einjähriges Visum zu bekommen, bei dem Du keine Visaruns machen musst. Die dafür notwendigen Visa Extensions alle 90 Tage kosten nochmals je ca. 45€. Ganz nebenbei kannst Du auch Thai lernen und lernst gleich ein paar andere Studenten kennen. Weitere Infos hier: www.thaiwalen.comAber ACHTUNG: Arbeiten darfst Du mit diesem oder irgendeinem anderen Visum offiziell nicht. Siehe weiter unten…

2. Flüge

Der Vorteil eines Non Immigrant Visum ist, dass Du keinen Rückflug brauchst. Du kannst Dich also auch später entscheiden wann, ob und mit welcher Airline Du zurückfliegst.

Wie immer bei Flügen ist es hilfreich, wenn Du zeitlich flexibel bist. Je flexibler, desto billiger könnte man sagen. Am besten ist es soviele Online-Portale wie möglich zu vergleichen und auch nach evtl. Error Fares (z.B. bei Urlaubsguru.deAusschau zu halten, um die Flugkosten niedrig zu halten. Hier noch einige Tipps für die beste Nahost Airline.

3. Kosten Thailand und dein Budget

Ganz klar, um in Thailand überwintern zu können, brauchst Du entweder etwas Erspartes oder Du hast bereits ein Einkommen, das Du ortsunabhängig verdienen kannst.

Der grosse Vorteil von Thailand ist, dass es deutlich billiger ist, als in Deutschland. Wobei hier ganz klar gesagt werden muss, dass Du an einem Tag ohne Probleme 20, aber auch 2000€ ausgeben kannst. Deshalb ist es hilfreich, sich ein monatliches Budget zu setzen.

Ich denke, dass ab einem Budget von 1000 € pro Monat vor Ort ein gutes Auskommen möglich ist. Wenn Du sehr local lebst, nur Thai isst, nie Party machst und absolut keinen Alkohol trinkst, dann auch mit deutlich weniger. Aber seien wir ehrlich: Ab und an willst Du auch ein bisschen Spass haben, oder?

4. Wohnort

Natürlich kannst Du auch den ganzen Winter über von Ort zu Ort ziehen. Allerdings frisst jedes Weiterziehen ins Budget und ist für regelmässiges Arbeiten auch eher hinderlich. Deshalb empfehle ich einen festen Wohnort, den Du als Ausgangsbasis für Trips in Thailand nutzen kannst. Überwintern in Thailand heißt zugleich: Eine feste Basis, aber auch herumreisen.

Hier hast Du die Qual der Wahl. Deine Entscheidung ist vor allem von Deinen persönlichen Vorlieben abhängig:

Bist Du ein Grosstadtmensch? Dann Bangkok.

Stehst Du auf Tempel, Kultur und Berge, und hast gerne einen Haufen Traveller um Dich herum? Dann Chiang Mai.

Wie wäre es mit einem Mix aus Meer, Party, Tauchen und vielen Ausflugszielen in der Umgebung? Dann Phuket oder Samui 

Ich empfehle auf jeden Fall die kleineren Partyinseln der Backpacker, wie Phi Phi, Koh Tao und Koh Phangan zu vemeiden, wenn Du arbeiten musst. Zu instabil sind hier die Strom- und Internetverbindungen, wenn man wirklich über das Internet Geld verdienen muss.

Das heisst nicht, dass dies gute Ziele für einen Kurzurlaub sind…

5. Unterkunft

Unterkünfte gibt es in allen Preisklassen, ab etwa 50€ im Monat für ein möbliertes 1-Zimmer Studio mit Internverbindung. Nach oben sind hier keine Grenzen gesetzt.

Unterkünfte zu finden ist, ausserhalb der totalen Peakseason um Weihnachten und Neujahr, kein Problem. Am besten buchst Du erst einmal ein kleines Guesthouse oder Hotel für die erste Woche und schaust Dich dann vor Ort um. Somit bekommst Du ein Gefühl dafür wo es Dir überhaupt gefallen könnte.

Über diverse Internetseiten werden Unterkünfte auch zur Langzeitmiete angeboten. Hier zahlt man in der Regel etwas mehr, als wenn man den Kontakt selbst herstellt.

Deshalb lautet meine Empfehlung: Moped mieten und die Umgebung abfahren, vor allem in Seitenstrassen und Wohnviertel. Du wirst sehr schnell auf For Rent – Schilder stossen. Nach einigen Besichtigungen bekommst Du schnell ein Gefühl für das Angebot und die Preise.

Sehr hilfreich sind auch Infos von vor Ort lebenden Ausländern. Also so schnell wie möglich erste Kontakte knüpfen.

6. Internetverbindung und Strom in Thailand

In den grossen Städten und den touristisch entwickelten Orten in Thailand, wie Phuket ist die Internetverbindung relativ schnell und stabil. Viele Mietwohnungen bieten Internetverbindung mit an. Wenn dies nicht der Fall ist oder diese zu langsam ist, dann musst Du Dich selbst darum kümmern. Dabei kann aber der Vermieter oder sein Verwalter helfen.

Anbieter sind TOT, 3BB und TRUE. Alle drei bieten unterschiedliche monatliche Pakete an, wobei hier gilt, je höher der Preis, desto mehr Bandbreite.

Beim Strom sind Stromausfälle und Spannungsschwankungen ein großes Problem. Besonders bei Regen. Um elektronische Geräte nicht zu schädigen, empfiehlt sich auf jeden Fall ein UBS, das kurzfristige Schwankungen ausgleicht.

Neben den Gefahren für Geräte gibt es aber auch reale Gefahren für Menschen. Die Isolierung von Kabeln lässt oft zu wünschen übrig. Leider auch in Bädern. Erdungskabel und SI-Schalter sind zwar bekannt, aber dennoch zu oft nicht installiert. Darum solltest Du auf jeden Fall die Kabel im Bad prüfen (Durchlauferhitzer!!) und notfalls freiliegende Stellen isolieren. Im Zweifelsfall lieber kalt duschen.

7. Fortbewegung

In Bangkok kommt man ganz gut ohne eigenen Transport aus. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut und Taxis sind sehr billig. Auf Phuket dagegen bist Du ohne eigenes Fahrzeug komplett aufgeschmissen. Unabhängig davon ist es Teil der Freiheit in Thailand mit einem Moped rum zu düsen und die Umgebung erkunden zu können.

Mopeds können ab etwa 50-60€ pro Monat gemietet werden, als Semiautomatik, Automatik-Modelle sind etwas teuerer. Autos können tageweise(für Ausflüge) ab 20€ oder monatsweise ab 400€ je nach Modell gemietet werden. Dafür brauchst Du nur Deinen deutschen Führerschein. Ein internationaler Schein ist nicht zwingend notwendig.

8. Überwintern in Thailand und Arbeiten in Thailand

Als digitaler Nomade bist Du an keinen Ort gebunden, kannst von überall aus arbeiten. Denkst Du! Denn offiziell ist arbeiten in Thailand für dich nicht erlaubt. Dafür brauchst Du eine Arbeitsgenehmigung. Diese erhältst Du aber nur als Angestellter einer thailändischen Firma. Natürlich könntest Du eine eigene Firma gründen, über die Du Dir eine Arbeitsgenehmigung besorgst. Dies ist aber gar nicht so einfach und mit unverhältnismässig hohen Kosten verbunden.

Eine Grauzone ist es, wenn Du ausschliesslich Kunden ausserhalb von Thailand über das Internet betreust. Denn dann hat Deine Arbeit nichts mit Thailand zu tun. Doch auch hier ist es im Ermessen der thailändischen Behörden.

In der Realität ist es unwahrscheinlich, dass irgendjemand mitbekommt, dass Du von zu Hause aus einige Kunden in Deutschland betreust. Wer weiss schon, was Du an Deinem Computer machst. Am besten ist es auf jeden Fall ein „Low-Profile“ zu bewahren. Je weniger Leute wissen, was Du machst, um so besser. Sei offiziell als Urlauber und Sprach-Student in Thailand und alles ist gut.

9. Krankenversicherung

Versicherungen sind wie Sicherheitsgurte: Man nutzt sie in der Hoffnung sie nie zu brauchen. Deine normale Versicherung in der Heimat hilft Dir in Thailand nichts. Du brauchst also eine Auslandskrankenversicherung. Das Problem ist nur, dass fast alle Reiseversicherungen nur 6 Wochen gültig sind.

Hier gibt es einige nennenswerte, preiswerte Ausnahmen:

  • Die DKV Auslandsversicherung ist bis zu 2 Jahre gültig und kostet je nach Alter um die 50€ im Monat. Es werden alle Kosten bezahlt. Infos: www.dkv.com 
  • mein Geheimtipp: Kostenlos an Bargeld im Ausland kommen, ganz easy mit der DKB Kreditkarte: DKB Konto und Kreditkarte
  • AXA Auslandskrankenversicherung. Ab 1€ pro Tag und maximal 18 Monate. Alle Kosten werden erstattet, kein Selbstbehalt. Infos. www.axa-auslandskrankenversicherung.de

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, keine Versicherung abzuschliessen und evtl. kleine Krankheiten und Unfälle in Bar zu bezahlen. Solange alles in Ordnung ist, die günstigere Variante. Aber, wenn Du einen Unfall hast oder wirklich ernsthaft erkrankst, dann belaufen sich die Kosten schnell auf viele 10-tausende Euro. Leider habe ich zu viele Fälle erlebt, bei denen dieser Versuch Geld zu sparen nach hinten losging, als dass ich es empfehlen würde. Geh hier lieber auf Nummer sicher und schliesse eine Auslandskrankenversicherung ab.

10. Thai lernen

Dein Aufenthalt in Thailand wird Dir um einiges mehr Spass machen, wenn Du ein bisschen Thai lernst. Auch wenn Du vielleicht gehörst hast, dass Thai extrem schwer zu lernen ist, oder gar unmöglich, lass Dich nicht einschüchtern. Du musst ja nicht perfekt sprechen. Aber ein paar Wörter und Sätze sind echte Eisbrecher und ermöglichen Dir Einblicke die Du sonst nie bekommen würdest.

Entweder Du lernst über eine Sprachschule, siehe auch weiter oben beim Punkt Visum, oder im Selbststudium und viel Praxis. Am besten ist wohl eine Mischung aus beidem. Auf meinem Blog biete ich seit Januar, als neues Feature, einmal wöchentlich Tipps und Infos zum Thailändisch lernen

11. Trau Dich!

Wenn Du mit dem Gedanken spielst, den Winter in Thailand zu verbringen (oder in den Tropen – es muss ja gar nicht Thailand sein), dann mach es einfach! Was hast Du zu verlieren? Ich habe so viele Menschen getroffen, die gesagt haben: „Oh, ich würde auch so gerne in Thailand leben. Wie hast Du das gemacht?“ Die Antwort ist ganz einfach: „Ich habe es einfach gemacht!“

Was denkst Du über das Überwintern in Thailand? Warst Du schon mal in Thailand oder hast Du dort bereits für einige Zeit gelebt? Würdest Du noch etwas ergänzen? Wir freuen uns auf Deine Kommentare!

Danke an Sebastian Prestele für diesen Beitrag. Sebastian lebte von 2004 bis 2011 auf Phuket. Nach einem guten Jahr in Deutschland überwintert er jetzt wieder mit seiner jungen Familie in Thailand. Er spricht fliessend Thailändisch und berichtet auf seinem Blog Phuketastic.com über alles, was du über Phuket wissen musst.