Es tut mir ein wenig weh, es über die Lippen zu bringen. Denn es gehört zu den Dingen, die man als digitaler Nomade nicht gerne hören möchte.

Aber es muss einmal gesagt werden.

Eine Selbstständigkeit aufzubauen während man um die Welt reist, ist ein Mythos.

Es funktioniert nicht.

Wenn Du es mit deinem Online-Business und deiner Selbstständigkeit ernst meinst (und nicht nur am Existenzminimum leben möchtest) dann solltest du diesen Plan schnellstens über Bord werfen!

Man kann überall arbeiten. Aber nicht permanent reisen.

Verstehe mich nicht falsch: Man kann als digitaler Nomade durchaus überall auf der Welt arbeiten. Man kann auch (je nach Business) alle paar Wochen seinen Aufenthaltsort wechseln.

Aber nur die allerwenigsten digitalen Nomaden schaffen es, dabei auch permanent zu reisen. Alle drei Tage ein neuer Traumstrand, und einfach nebenher während des Reisens zu arbeiten klingt einfach zu toll! Ist aber nicht realistisch, wenn man Ambitionen hat.

Die meisten digitalen Nomaden, die permanent reisen, leben von sehr wenig Geld und haben gar nicht die Absicht, ein ernsthaftes Business aufzubauen. Oft leben sie von der Hand in den Mund. Oder sie haben bereits zuvor über Jahre ein erfolgreiches Business aufgebaut und viel Geld angespart. Beides geht.

Aber wenn du noch am Anfang stehst und es ernst meinst, dann kommst du so nicht weit.

Dein Business läuft noch nicht? Dann wirst du es während des Reisens auch nicht ans Laufen bringen.

Du bist kein Super-Minimalist, der jede Nacht im Gruppenzimmer schläft und nur Reissuppe isst? Dann brauchst du wohl auch ein richtiges Einkommen!

Reisen bedeutet Arbeiten auf Sparflamme

Hier noch ein Geheimnis: Menschen, denen das Arbeiten von unterwegs gelingt, während sie ständig alle 3 Tage den Ort wechseln, arbeiten nur auf Sparflamme. Sie machen das Nötigste, um ihr bestehendes Business am Laufen zu halten.

Ist ja auch vollkommen okay, wenn das Business schon sehr gut läuft oder man mit sehr wenig auskommt.

Aufgebaut haben Sie es aber nicht während des Reisens, sondern vor allem in Phasen, in denen sie wenig gereist sind. (Vielleicht gibt es ein paar Ausnahmen, die das geschafft haben. Aber das dir das auch gelingt, ist so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto, denn es ist extrem hart.)

Meine Erfahrung zum Thema Produktivität unterwegs

Seitdem ich mich vor einigen Jahren selbstständig gemacht habe, haben mich vor allem meine Freelance-Jobs (Architektur, Webdesign und Online-Marketing) über Wasser gehalten. Parallel habe ich kontinuierlich am Aufbau diverser Webseiten gearbeitet (unter anderem Earthcity).

Erst seit der zweiten Hälfte 2013 (also nach fast 2 Jahren) hat sich diese Mühe bezahlt gemacht und die Freelance-Tätigkeit macht nur noch einen Teil meines Einkommens aus.

In diesen 2 Jahren war ich häufig im Ausland unterwegs. Manchmal bin ich dabei umher gereist, manchmal blieb ich mehrere Monate an einem Ort.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Zeit, in der ich eine feste Basis hatte, meist sehr produktiv war, auch wenn ich dort oft nur einen oder zwei Monate blieb. Ich hatte feste Anlaufpunkte und einen gewissen Tagesrythmus.

Die Zeit hingegen, in der ich meinen Standort wöchentlich oder sogar im 3-Tages Rythmus wechselte, war in der Regel ein Produktivitäts-Disaster. Ich habe oft nur das Allernötigste erledigt. Oft habe ich die Arbeit an meinem Blog vernachlässigt, ohne das ich es mir leisten konnte, da meine Besucherzahlen noch gering waren.

Auch habe ich deutlich mehr Freelance-Arbeit bewältigt, wenn ich fest Strukturen hatte.

Ohne Zweifel habe ich in der Zeit, in der ich intensiv gereist bin, nicht nur Kunden verloren, sondern auch das Wachstumspotential meiner Webseiten ausgebremst. Ich konnte mir das Reisen zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht leisten, da ich deutlich mehr Zeit in den Aufbau meiner Freelance-Tätigkeit und meiner Projekte hätte stecken müssen.

Neue Länder kennenzulernen geht auch anders

Aber das Tolle an der Ortsunabhängigkeit ist ja eben, das man gar nicht ständig seinen Aufenthaltsort wechseln muss. Man kann sich für mehrere Monate eine Wohnung in Buenos Aires nehmen, für 4 Wochen in einem Coworking Space in Berlin arbeiten oder sich für 2 Monate in einer Berghütte in den Alpen einschliessen. Hauptsache man hat einen festen Standort. Halbwegs feste Strukturen.

Auch kann man von solch einem festen Standort die Umgebung mit Kurztrips erkunden. Wenn du beispielsweise in Bangkok arbeitest, ist der Strand nur eine dreistündige Busfahrt entfernt. Ideal fürs Wochenende.

Digitaler Nomade und fester Standort? Spinnt der Jetzt?

Nein, ganz im Gegenteil. Für mich ist ein digitale Nomade, der für seine Arbeit einen halbwegs festen Standort etabliert (und sei es nur für 3 Wochen) langfristig der erfolgreichere digitale Nomade. Es mag Ausnahmen geben. Aber die meisten Menschen benötigen diese Strukturen, mich eingeschlossen.

Die Freiheiten sind die gleichen, trotz eines festen Standortes. Ich reise nur anders. Ich bleibe an Orten für längere Zeit und reise für wenige Tage intensiv.

Was sind die Probleme beim permanenten Reisen?

Immer eine neue Umgebung = Keine Konzentration

Wenn du ständig die Umgebung wechselst, kannst du nicht die notwendige Routine entwickeln, um konzentriert für 8 oder 9 Stunden am Tag zu arbeiten. Ein Geschäft aufbauen, mit 4 Stunden Arbeit am Tag? Das wird leider nix.

immer unterwegs = Zu wenig Zeit

Gleiches Problem. Die ständigen Transfers stehlen dir deine Zeit. Nein, die Überlandbusse in Indonesien haben kein W-Lan. Ja, die Federung ist sehr hart und alt. Es wird holprig. Viel Erfolg beim Tippen.

ständig neue Eindrücke = Ablenkung

Ein neuer Strand? Erstmal Laptop auspacken? Kannst du das? Ich habe so viel Disziplin nicht. Wenn es landschaftlich irgendwo toll ist, dann muss ich mich ganz fürchterlich zwingen, gleich in den ersten Tagen mehr als eine Stunde am Laptop zu verbringen. Erst recht, wenn ich 3 Tage später schon weiter muss.

die Jagd nach dem Wifi = frustrierend

Ich habe es gerade wieder erlebt. Ich war eine Woche auf Teneriffa und wolte in dieser Zeit zumindest das Nötugste an Arbeit erledigen. Sparflamme sozusagen. Das W-Lan in der Ferienwohnung funktionierte aber nicht. Kein Café weit und breit. Ätzend. Die ständige Jagd nach W-Lan frustriert.

allein unterwegs = kein Austausch

Wenn du permanent reist, bedeutet dies auch, das dein Austausch mit Gleichgesinnten sich auf die virtuelle Welt beschränkt. Wenn du hingegen einen Monat in Saigon bleibst, kannst du dort viele andere ortsunabhängige Webworker kennenlernen und dich austauschen. Das bringt dich weiter!

Kommunikation eingeschränkt = kein Kundenkontakt

Ein Kunde will dich für einen Freelance-Auftrag kontaktieren? Du hast aber noch keine Simkarte besorgt, weil du gestern erst in Equador gelandet bist? Würdest du nicht ständig das Land wechseln, wäre das nicht passiert. Ortsunabhängigkeit hin oder her, Kunden wollen dich zumindest erreichen können. Du musst erreichbar sein.

Was Ortsunabhängigkeit dir bietet:

Du kannst selbst bestimmen, wann du dich wo (und wo du dich wann) aufhältst. Das gibt dir enorm viel Freiheit und Selbstbestimmung. Und genau darum geht es: Um Selbstbestimmung. Nicht um permanentes Reisen.

Deine Familie braucht dich zuhause

Du wirst gebraucht? Du kannst dich in den nächsten Flieger setzen und bei deiner Familie sein. Wochen, Monate, solange sie dich brauchen.

Du arbeitest am liebsten in deinem Schlafanzug

Auch kein Problem. Du kannst von zuhause arbeiten und musst sowohl deine Wohnung als auch deinen Schlafanzug für Monate nicht mehr verlassen. Wird auf Dauer ein bisschen ekelig, aber theoretisch möglich. Ich hoffe, du wohnst allein 😉

Du willst einfach mal ein neues Land kennenlernen

Du kannst dich morgen in den Flieger nach Bali setzen, dort für 3 Monate deine Zelte aufschlagen und dir ein schönes temporäres Büro einrichten oder in einen Coworking Space gehen. Am Wochenende kannst du die Insel erkunden. Why not?

Du verliebst dich irgendwo auf der Welt unsterblich

Auch in diesem Falle kannst du einfach dort bleiben. Solange du willst. Bis das der Tod euch scheidet. Wenn es doch nicht die große Liebe ist, sitzt du morgen schon wieder im Flieger.

Du startest ein Business und musst sparen

Wenn du gerade mit einer Geschäftsidee durchstarten möchtest und auf Sparflamme lebst, da du all dein Geld in das Business steckst, kannst du z.B. nach Chiang Mai ziehen, für 500 Euro im deine Monat fürstlich leben und die dortige Infrastruktur nutzen. In Chaing Mai leben viele digitale Nomaden und es gibt gute Coworking Spaces und eine kleine Start-Up Szene.

Du liebst dein Café um die Ecke und bist Latte-süchtig

Auch in diesem Fall kannst du zukünftig den halben Tag in deinem Cafe sitzen und arbeiten, während du deinen Latte schlürfst. Den restlichen Tag kannst du dann ja von zuhause arbeiten.

Du kannst dich nicht entscheiden: Land oder Stadt?

Mach es doch einfach abwechselnd: 3 Monate Land, 3 Monate Stadt. Am besten suchst du dir noch jemanden, der darauf auch Lust hat und immer mit dir die Unterkunft tauscht.

Du möchtest an einem einsamen Bergsee wie ein Eremit leben

Hey, los gehts. Pack die Koffer. 1 Jahr Einsamkeit. Vor allem für eremitische Programmierer eine interessante Option. Der Rasierer kann dann ja zuhause bleiben.

Du findest einfach nur, das Büros stinken

Jup, du musst keins mehr betreten! Arbeite WO du willst. Es ist deine Entscheidung.

Was Ortsunabhängigkeit dir nicht bietet:

Ein ortsunabhängiges Business bietet dir eben NICHT die Perspektive, permanent zu reisen. Ausnahmen: Du verkaufst es irgendwann in ein paar Jahren und hast ausreichend Geld auf der hohen Kante. Oder dein Business ist nach vielen vielen Jahren so erfolgreich, das dir 1-2 Stunden am Tag reichen, um dieses zu steuern. Oder du bist der ultimative Minimalist. Dann geht das natürlich!

Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zumindest bei mir. Daher gilt für mich: ortsunabhängig arbeiten: JA. permanent reisen: NEIN.

Moment. Sind Reiseblogger hier eine Ausnahme?

Reiseblogger sind nur bedingt eine Ausnahme. Willst du Reiseblogger werden? Dann fällt dir es sicherlich noch am leichtesten, „on the road“ zu arbeiten. Schließlich ist das Reisen ein Teil deines Jobs.

Aber selbst wenn du du es schaffst, ein gutes Monatseinkommen durch Direkteinnahmen über deinen Blog zu generieren (das sind in Deutschland bisher nur ganz wenige Personen) dann wird es dir trotzdem oft schwerfallen, von unterwegs effektiv zu arbeiten.

Ich kenne einige erfolgreiche Reiseblogger, die von ihrem Blog zu 100% leben können. Die meisten verdienen aber den Großteil dieses Geldes nur indirekt über den Blog – z.B. durch Berater-Tätigkeiten oder Freelance-Jobs, die sie über ihren Blog generiert haben. Da wird es dann schon etwas wieder schwieriger, mit dem vielen unterwegs sein.

Wenn du aber in wenigen Jahren von „Null auf Hundert“ ein ortsunabhängiges Business aufbauen willst, dann wird dich selbst als angehender Reiseblogger das permanente Reisen eher lähmen als dir zu helfen. Klar, reisen muss sein. Aber nur phasenweise.

Was sagen andere?

Ein Artikel, den ich dir zu dem Thema noch ans Herz legen möchte, stammt von Reto Lämmler und wurde auf Startwerk.ch veröffentlicht. Reto hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Vor allem nach einem Treffen mit Jon Myers erfährt er, das man sich als digitaler Nomade am besten temporär sesshaft machen sollte, anstatt dauerhaft zu reisen.

Patrick von 101Places hat gerade kürzlich auch einen sehr lesenswerten Artikel hierzu geschrieben. In seinem Artikel macht er ebenfalls viele Schwierigkeiten deutlich, die ihm beim Arbeiten von unterwegs begegnen. Auch er tendiert in seinem Artikel dazu, seinen Aufenthaltsort zukünftig seltener zu wechseln.

Wie sind deine Erfahrungen? Hast du es schon einmal probiert, von unterwegs voll durchzustarten? Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

21 Antworten zu “Arbeiten von unterwegs ist ein Mythos”

  1. Na, da werden kurz vor Jahresende ja noch ein paar Illusionen zerstört 🙂 Aber so ist es eben. Und ja, ich denke auch, dass Reiseblogger nicht wirklich Ausnahmen sind. Wir sind sogar noch mehr im Zwiespalt: Wenn wir viel reisen, kommen wir nicht zum arbeiten. Wenn wir viel arbeiten, kommen wir nicht zum reisen (und haben bald nichts mehr zum arbeiten).

  2. Da muss ich dir zustimmen – als ich auf Weltreise ein bisschen an open source Projekten mitgemacht habe, ging das auch nie so nebenbei. Aber als ich 5 Wochen auf Utila (Honduras) war – ganze Zeit gleiches Appartment – da konnte ich richtig was reißen.

  3. Ich sehe das genauso, aber als permanent Reisender von der anderen Seite. Wenn ich mir die Freiheit zum Reisen bewahren möchte, dann kann ich eben keine großen Projekte anfangen und schon gar nichts, wo Erreichbarkeit oder eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt wird. Wenn ich Skype höre denke ich für mich: „Sag mal spinnt ihr?“ Am Besten sind unverbindliche Jobs, die maximal 3 Tage dauern, also leider genau die Art von Jobs die wenig zahlen. Ich habe aber auch den Vorteil, dass ich es mir gut aussuchen kann, weil meine Freundin und ich gerne sparsam sind und ich noch einige Jahre reisen könnte, ganz ohne zu Arbeiten.

    Was die temporäre Sesshaftigkeit angeht finde ich das Projekt For91Days von Jürgen und Mike sehr spannend. Die beiden lassen sich alle 91 Tage in einer neuen Metropole (Buenos Aires, Istanbul) oder Gegend (Bolivien, Island) nieder und dokumentieren alles in großartigen Bildern. 91 Tage klingen nach einer vernünftigen Zeit zwecks Visa und auch was Abnutzungserscheinungen vom gewollten und stimulierenden Kulturschock angeht.

    Gerade sind die beiden in Yucatan: http://yucatan.for91days.com/

  4. Bei mir geht das jetzt dann ja los mit dem ganzen Reisen, arbeiten und Geld verdienen oder eben doch nicht!
    Ich finds sehr gut, dass du diesen Post noch geschrieben hast Tim. Ich hab mir nämlich so was schon gedacht. Deshalb hab ich mir genau das vorgenommen. Ich werde mir immer mal wieder schöne Plätze suchen und dort für ne Weile bleiben.
    Ich hab auch das Glück, dass ich mir genug Geld gespart habe und davon leben kann, daher bin ich nicht so unter dem Geld druck.
    Aber ich leg mir natürlich trotzdem einen Druck auf, weil ich will, dass mein Blog Fortschritte macht.
    Ich werd mal schauen, wie ich das auf die Reihe kriege!

    • Was für ein langer schöner Beitrag zum Thema Arbeiten unterwegs…puhh.
      Erstmal Vielen Dank.
      Marco hast du bereits die ersten Erfahrung gesammelt ?Würde mich mal Interessieren . Ist ja Mittlerweile fast ein Jahr her. Ich bin auch kurz davor es zumachen. Bin nur am überlegen wie ich es am besten anstelle. Parallel schreibe ich ebenfalls darüber
      Lieben Gruß

  5. Permanent reisen macht es schwerer produktiv zu sein, aber ich finde schon, dass es geht und teilweise sogar hilft. Ich war den ganzen November mit einem Freund auf den Philippinen und wir haben im Schnitt alle drei Tage den Ort gewechselt. Trotzdem war dies der produktivste Monat mit den beachtlichsten Ergebnissen im ganzen Jahr. Routinen haben uns sehr geholfen dabei. Man muss diese nur auch ortsunabhängig anwenden können. Die Konzentration ist eine Frage der Prioritäten. Bei uns kam erst die Arbeit und dann der Strand, was auch sehr motiviert hat schneller zu arbeiten. Geld ist auch ein Faktor. Wenn man bereit ist mehr auszugeben, kann man sehr viel Zeit sparen und sich sehr gute Arbeitsbedingungen erkaufen.

    Die Umgebung und das Klima hat mich super motiviert, wodurch ich produktiver war als zu Hause bzw. an einen festen Ort. Durch die niedrigen Kosten konnte ich mir viel mehr Services leisten als zu Hause. Vier Sterne Hotels und ständige Nutzung des Zimmerservices führen z.B. dazu dass man nicht selber sauber machen oder kochen muss.

    Wo ich Tim sehr zustimme, ist dass ich keinem empfehlen würde ein Business von unterwegs aufzubauen. Besser ein paar Monate zu Hause einschließen, Business gestartet bekommen und dann erst reisen gehen. Ein Business von unterwegs zu betreiben geht deutlich besser als es zu starten.

    • Hi Christian. Jeder Jeck ist anders, wie man in Köln sagt. Du gehörst da sicher zu den Ausnahmen, wenn du produktiv bist waehrend du alle 3 Tage umziehst. Aber das ist ja super, wenn es bei dir klappt .-)

      Mir gefällt dein letzter Satz besonders: Ein Business von unterwegs zu betreiben geht deutlich besser als es zu starten.

      Das unterschreibe ich gern!

  6. Sehr gut!
    Ähnlich ist es wohl mit dem Lean-Start-Up-Modell oder der 4-hour-work-week, bei dem alles einfach, umsonst und erfolgreich ist.
    Ich denke auch, dass es viel Zeit, Arbeit und oft auch Geld benötigt, um ein Geschäft (ernsthaft) aufzubauen.
    Wichtig ist aber die Haltung: frei, unabhängig, flexibel. Aber eben auch diszipliniert, planvoll und konsequent, sonst ist es nur eine Spielerei, bei der man sich in die Tasche lügt, oder eben einem Mythos aufsitzt.

    Hab heute einen sehr motivierenden Artikel in der TAZ (Silvesterausgabe) gelesen. Es geht um Emanzipation und damit ist nicht nicht (nur) die Frauenbewegung gemeint. Alte Zöpfe (Konventionen) abschneiden ist das Thema. Morgen noch am Kiosk oder als e-paper am Montag: http://taz.de/Zu-Silvester-in-der-taz/!130172/

    Danke für den ehrlichen Artikel!

  7. Danke! Was für ein herrlich-ehrlicher Text, der mir echt supergut gefällt.

    Ich sehe mich als „freiwillig sesshaften digitalen Nomaden“ – auch, weil für mich die Routine eine der wichtigsten Quellen der kontinuierlichen Arbeit ist.

    Schönes Wochenende, Tim! 🙂

    LG

    Tim2

    • Hey Tim,

      Vielen Dank 🙂 Ich freue mich, deinen Nerv getroffen zu haben!

      Ich entdecke auch zunehmend, wie wichtig die Routine ist. Wenn man aber gern häufig den Aufenthaltsort wechselt, muss man Kompromisse finden zwischen größtmöglicher Routine und Reiselust.

      Schön auch, dass du dich als „Sesshafter“ trotzdem den Nomaden zugehörig fühlst. Digitaler Nomade bedeutet: Mann KANN viel reisen, aber man muss nicht. Wie man die Freiheiten nutzt, sollte jedem selbst überlassen werden.

      Dir auch ein schönes Wochenende!

  8. Permanent reisen und 8 Stunden am Tag arbeiten, das geht nun wirklich nicht, zumindest nicht, wenn man gerade einen Road Trip macht und gar nicht genau weiß, ob das nächste Hotel überhaupt über Wifi verfügt.

    Ist man länger an einem Ort und ist eine schnelle Internetverbindung in der Nähe, lässt es sich schon einrichten, ein paar Stunden am Stück zu arbeiten. An 8 Stunden Arbeit ist allerdings nicht zu denken. Wer möchte schon 8 Stunden lang im Café sitzen? Oder an den schönsten Orten der Welt im dunklen Hotelzimmer hocken und auf der Tastatur rumtippen? Ein bisschen Arbeit ist aber auf jeden Reise drin, allerdings muss genügend Zeit für die vielen interessanten neuen Eindrücken eines solchen Reiseabenteuers bleiben.

  9. Besser kann man die Vorzüge des unabhängigen Arbeitens nicht zusammenfassen. Danke allerdings auch dafür, dass du auch die Einschränkungen des ständigen Reisens mit Arbeitsplänen nennst. Sehr schöner, hilfreicher Beitrag.

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