Möchte man sich mehr Freiheit verschaffen und von überall arbeiten können, so sollte man sich eine Einkommensquelle erschliessen die auch dann noch weiter sprudelt, wenn man gerade einmal nicht vor dem Rechner sitzt. Mit einem passivem Einkommen ist dies möglich.

„Passiv“ bedeutet an dieser Stelle aber nicht, dass man generell weniger Arbeitszeit investieren muss. Ein passives Einkommen erfordert sehr viel Vorarbeit, und das noch bevor der erste Cent auf dem Konto landet.

Die Vorteile liegen aber darin, dass langfristig der Arbeitsaufwand sinkt und das Einkommen steigt. Im Gegensatz zu Auftragsarbeiten investiert man die Arbeit vor allem ganz zu Anfang und erntet die Früchte danach. Egal ob Nebenverdienst oder Haupteinkommen, mit einem passiven Einkommen verdient man theoretisch Geld selbst während man schläft oder im Park die Tauben füttert.

Ein passives Einkommen aufzubauen ist nicht so leicht. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, dieses zu realisieren. Die Entwicklung eigener Apps ist ein solcher Weg. Die Goldgräber-Zeiten in der App-Branche sind zwar vorüber, ein gutes Nebeneinkommen ist aber durchaus noch realisierbar. In dieser Artikelserie erläutere ich, wie jeder mit einer guten Idee eine eigene App veröffentlichen kann und sich auf diesem Wege auch ein passives Einkommen aufbauen kann.

Artikel 1 hat erst einmal ein Verständnis dafür gegeben, wie jeder seine eigene App programmieren (lassen) kann.

Artikel 2 beschäftigt sich nun mit der Preisfindung und dem Marketing. Heute geht es also weiter mit Artikel 2.

Nachdem wir nun bereits für das Design der App und auch für die Programmierung ein Team zusammengestellt haben, welches vielleicht sogar bereits angefangen hat zu arbeiten, ist es nun Zeit, dass wir uns damit auseinandersetzen, wie wir unsere App an den Mann oder die Frau bringen.

Idealerweise ist unsere App ein Nischenprodukt. Diese sind später nämlich wesentlich leichter zu vermarkten. Allgemeine Apps für „jedermann“ hingegegen haben heute nurnoch schwerlich eine Chance. Spiele-Apps zum Beispiel haben heute eine hohe Qualität erreicht, und man muss eine Menge investieren um eine solche App zu entwickeln.

Nischen-App

Unsere App sollte also relativ simpel sein und für eine ganz bestimmte Benutzergruppe zugeschnitten sein. Nehmen wir einmal an, wir machen eine App, die sich an Wanderer richtet – beispielsweise einen Kompass. Diese App können wir nun gezielt an diese Gruppe vermarkten.

Wir können uns sämtliche Blogs und Magazine im Internet heraussuchen, die sich mit dem Thema wandern beschäftigen, und auf diesen Gastartikel anbieten in welchen wir von unserer App erzählen. Darüber hinaus können wir den Autoren dieser Blogs unsere App kostenlos zum Testen zur Verfügung stellen, in der Hoffnung das Sie positiv darüber schreiben werden.

Es gibt auch Blogs, die sich ausschliesslich mit App-Tests beschäftigen. Da diese aber sehr viele Anfragen bekommen, ist der Weg über die Nische hier erfolgsversprechender. Auch haben Nischen-Apps den Vorteil, dass sie über Suchworte gezielter in Apples App-Store gesucht und somit auch gefunden werden.

Haben wir eine App mit ….. „einem lustig hüpfenden Ball“ kreiert, die einfach nur unterhalten soll, so gibt es sicher Menschen die daran etwas unterhaltsames finden könnten (oder auch nicht) – es wird jedoch im App Store keiner nach dem Suchwort ‚hüpfender Ball‘ die Tiefen des Apple-Stores durchwühlen. Nach ‚Kompass‘ hingegen wird sicher hin und wieder gezielt gesucht.

App-Store

Apples App-Store ist im Grunde nichts anderes als eine Suchmaschine für Apps. Zwar gibt es dort auch Empfehlungen, die besonders weit oben aufgeführt werden, oder auch Sortierungsmöglichkeiten, bei denen man die sich am besten verkaufenden Apps angezeigt bekommt – jedoch würde ich nicht auf eine gute Positionierung setzen sondern durch eine Nischen-App auf ein ganz bestimmtes Publikum bauen.

Ich empfehle aber, sich den App-Store einmal ganz genau anzusehen. Dies ist nicht nur zu empfehlen um sich einen Markt-Überblick zu verschaffen, sondern auch um zu verstehen, wie dieser aufgebaut ist. Es gibt verschiedenste Kategorien – manche Kategorien sind wesentlich stärker umkämpft als andere. Darüber hinaus gibt es noch eine Unterscheidung zwischen den kostenlosen Apps und den kostenpflichtigen Apps.

Generell kann man davon ausgehen, das Apple die kostenpflichtigen Apps stärker promotet – schliesslich verdient Apple an diesen prozentual mit. Die kostenlosen Apps finanzieren sich über eingeblendete Werbung, hier verdient Apple nichts daran.

Preisfindung

Trotzdem kann man nicht pauschal empfehlen, ob es sinnvoller ist eine kostenpflichtige oder kostenfreie App zu entwickeln. Dies ist vom Inhalt der App und vom Zielpublikum abhängig. Es gibt durchaus Apps, die als kostenlose Version wesentlich lukrativer sind. Genauso gibt es aber auch Apps, die ohne Werbung und mit einem Preis von 79 Cent am lukrativsten sind. Ebenfalls findet man im App-Store auch Apps die 5,- Euro oder mehr kosten. Dies sind allerdings meist sehr komplexe Apps – für einen Kompass oder etwas vergleichbares bezahlt das sicher keiner – es sei denn er hat besonders tolle Features.

Einen Trick auf den viele App-Entwickler zurückgreifen kann ich nur wärmstens empfehlen, sollte man sich nicht sicher sein für welches Modell man sich entscheiden möchte: Ihr bietet einfach eine kostenlose Version mit limitierten Funktionen an und eine zweite, komplexere Version, die kostenpflichtig ist. Diese Strategie ist gang und gäbe.

Man findet sie im App-Store zu Hauf. Jedoch hat die Strategie den Nachteil, dass man auch 2 Apps in den App-Store stellen muss – was die Initialkosten erhöht, nach Adam Riese gar verdoppelt!

Um nun für eine kostenpflichtige App den besten Preis festzulegen, schaut man sich am besten gründlich im App-Store um. Jedoch ist es kein Problem, den Preis der App im Nachhinein noch zu korrigieren oder damit zu experimentieren. Schliesslich sind App-Käufer in der Regel Einmal-Käufer.

Wäret Ihr beispielsweise Metzger und hättet jeden Tag mit denselben Kunden zu tun, so würden diese Kunden verständlicherweise mit der Nase rümpfen, wenn die Wurst gestern 1 Euro, heute 3 Euro und morgen 2 Euro kosten würde. Im App-Store ist dies jedoch „Wurscht“! Eure Kunden kommen selten ein zweites Mal – experimentiert also ruhig mit dem Preis!

Wer nun ernsthaft darüber nachdenkt, zum App-Entwickler zu werden, dem kann ich nur dringend empfehlen, sich das E-Book „Creating I-Phone Apps without Programming Knowledge“ anzuschaffen. Es bietet sehr ausführliche Anleitungen von der ersten Ideenfindung bis hin zur Veröffentlichung im App-Store. Das E-Book ist mit 99 USD zwar kein Schnäppchen, jedoch ist es jeden Cent wert. Wer Nägel mit Köpfen machen will, der sollte es sich zulegen! Es wurde von einem sehr erfolgreichen App-Developer veröffentlicht, welcher in diesem Buch seine eigenen Erfahrungen weitergibt.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

2 Antworten zu “Mit iPhone Apps ein passives Einkommen aufbauen (Teil 2)”

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