Gleichgesinnte Menschen treffen, sich zuhause fühlen, Inspiration bekommen für das eigene Business, Kooperationen schmieden, Spaß haben – das ist für meine Begriffe, was eine Workation beinhalten sollte. Genau das hatte ich im Frühjahr 2020 gesucht, nachdem ich von der inspirierenden Winterkonferenz des Citizen Circle auf Langkawi ins triste Deutschland und in meinen dörflichen Heimatort zurückgekehrt bin. Corona hatte das Ganze nicht besser gemacht. Deshalb wollte ich raus. Da ich keine Workation fand, die die Elemente Body und Business, Yoga und Workshops verbunden hat, habe ich nach einem Weg gesucht, selbst das anzubieten, was ich so nicht finden konnte. Sebastian Kühn vom Citizen Circle hat mir sein Vertrauen geschenkt und mir freie Hand gelassen, die Workation nach meinen Vorstellungen zu organisieren. Danke!

Anlaufschwierigkeiten

Nach dem 3. Anlauf klappte es dann auch. Zuerst fiel die CC Sommerkonferenz und damit einhergehend auch die geplante Workation in Ljubljana aus den bekannten Gründen aus. Dann fanden meine Mitstreiterin und ich keine geeignete Location rund um Köln, wo dieses Jahr das CC Frühlingstreffen stattfand. Und als dann endlich die Workation im Herbst in der Uckermark klappen sollte, hatte meine Unterstützerin andere Pläne. Aller guten Dinge sind 3 dachte ich mir und setzte alles daran, dass die Workation stattfinden konnte.

 

 

Ein Campus in der Uckermark

Die Herbstkonferenz des Citizen Circle, welche zugleich das 5-jährige Bestehen des CC markierte, fand Anfang September 2020 in Berlin statt. Naheliegend sollte dann auch der Ort für eine Workation sein. Eine Gruppe von maximal 15 Personen sollte möglichst in Einzelzimmern wohnen und in großen Gemeinschaftsräumen arbeiten und feiern können.

Und ja, Internet! Natürlich brauchten wir schnelles Internet!

Eine Location im Umfeld von Berlin war nach einiger Recherche gefunden: Der denkmalgerecht restaurierte Speicher des Schlosses Wartin. Der Eigentümer, ein neuseeländischer Professor, der an der Freien Universität Berlin gelehrt hatte, seine thailändische Frau und ein Partner betreuen das Schloss und schienen die perfekten Gastgeber für digitale und welterfahrene nomadische Businessexperten zu sein.

Charles, unser Gastgeber renoviert das Schloss und seine Nebengebäude seit 1999 unter den kritischen Augen des Denkmalschutzes. Er hat die Vision, studentisches Campusleben in das Schloss zu bringen. Ähnlich den in den USA und Großbritannien üblichen Dorms auf dem Campus, wo studieren, leben und schlafen eng beieinander liegen, sollen im umgebauten Speicher des Schlosses Wartin Gruppen genau das tun: Arbeiten, feiern und gut schlafen.

Genau das Richtige für den Citizen Circle!

 

 

Was ist eigentlich eine Workation?

Bei einer Workation geht es darum, sich mit anderen Unternehmern zusammen zu tun und für eine bestimmte Zeit an einem Ort gemeinsam zu leben, zu arbeiten und Freizeit zu haben. In unserem Fall hatten wir die Workation für 6 Tage geplant. Eine Woche, in der wir alle mal aus unserem Homeoffice raus wollten.

Was Neues erleben, uns mit Anderen in ähnlichen Situationen austauschen und uns gegenseitig unterstützen und fördern. Es gibt auch Workations, die über einen längeren Zeitraum gehen, beispielsweise einen Monat. Für uns waren 6 Tage völlig ausreichend.

Ziel ist es, eine gute Zeit zu haben, das eigene Business ein Stück nach vorn zu bringen und Menschen, die gleich gesinnt sind, besser kennenzulernen. Daher ist eine Workation: ein guter Mix aus (Work) Arbeit und (Vacation) Freizeit.

Ferienhaus vs. Hotel

Beim Suchen nach einem geeigneten Ort trifft man immer wieder auf Seminarhotels. Sie haben alles, was man für eine Gruppe braucht: Räumlichkeiten, Internet, Catering, Rund-um-Versorgung. Trotzdem haben wir ein Selbstversorgerhaus gewählt. Die absolut familiäre Atmosphäre mit gemeinsamem Kochen, Gruppendynamik, vielen Gesprächen, Privatheit ist genau das, was viele digitale Nomaden suchen: Familienanschluss. Für 6 Tage waren wir wie ein große Familie.

Die Workation in der Uckermark hat mir einen unglaublichen Energieschub für mein Business gegeben. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit waren fließend, den ganzen Tag dabei war Spaß. Der Austausch mit den anderen Unternehmern eine Bereicherung für Business und Privatleben. Es gab genügend Zeit, um alle Teilnehmer über den Small-Talk hinaus kennenzulernen. Der Blick von Außenstehenden auf mein Unternehmen eine unbezahlbare Hilfe für die weitere Entwicklung. Der Austausch auf gleicher Ebene eine große Inspiration. Community over Competition at ist best. Ich freue mich schon auf die nächste Workation!

Dagmar Kinter, Ecopreneur & Founder tjuub upcycling

 

 

14 Menschen, 6 Tage Coworking und Coliving

Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist es nicht so ganz einfach, wenn 14 fremde und völlig unterschiedliche Menschen zusammen kommen, zusammen leben und arbeiten. Und das über mehrere Tage. Da bedarf es schon etwas Vorbereitung und Planung. Gleichzeitig wollten wir uns die Zeit aber auch so offen wie möglich halten, jedem die Möglichkeit geben, sich frei in die Gemeinschaft einzubringen und sein Tagesgeschäft erledigen zu können.

Der Vormittag startete mit einer Yoga Session. Danach Zeit für Frühstück und Morgenspaziergang durch die herbstlichen Streuobstwiesen.
Vielen Onlineunternehmern tut eine Rahmenstruktur sehr gut. Daher gab es morgens eine kurze gemeinsame Coachingrunde zu Zielen und Herausforderungen. Anschließend hörten wir aus dem Teilnehmerkreis heraus super interessante Workshops:

  • Einführung ins Storytelling, Georg Schmidt, Lampenfieber- und Storytelling-Experte
    Handwerk 4.0, Taschen und andere Behältnisse aus alten Fahrradschläuchen im Online Vertrieb, Dagmar Kinter – Ecopreneur & Founder tjuub upcycling
  • How to build your brand: Startseite so gestalten, dass Leute nach 8 Sekunden weiterscrollen, Daniela „Branda“ Urban, Branding Specialist
  • Online-Marketing: Wie du deine Zielkunden erreichst und an dich bindest, Alexander Westhuis, Marketing-Sales-Business-Development

Danach hatten täglich jeweils 3 Teilnehmer die Chance, auf dem Hot Seat wertvolles Feedback abzuholen. Der Nachmittag und Abend standen komplett zur persönlichen Verfügung für die eigene Arbeit. Außerhalb des offiziellen Programms gab es die interessantesten Gespräche. So wurde ein Teilnehmer auf einem Hot Seat beim Wein so „gegrillt und festgenagelt“, dass er am letzten Workation-Tag seine seit Monaten vor sich her geschobene Website im ersten Wurf fertigstellen und online gehen konnte.

Wir haben viel gelernt und viel mitgenommen!

 

 

Leckeres Essen und Sponsoren

Jorin Eichhorn war mein Joker bei dieser Workation. Er hat sich kurz vor Start bereit erklärt, mich zu unterstützen und das Catering zu koordinieren. Da es alleine doch eine überwältigende Menge an Arbeit bedeutete war ich froh, dass ich Dinge, wie den Wocheneinkauf, die Koordinierung der Küche oder andere praktische Aufgaben ihm teilweise oder ganz überlassen konnte, um mich selbst um oben genannte Rahmenaktivitäten zu kümmern.

Die Workation in der Uckermark war wirklich traumhaft. Tolle Location, super Natur, perfekte Organisation und vor allem eine super spannende Gruppe von Online-Unternehmern, die Erfahrungen, Inspirationen, Wissen und auch Spaß teilen wollen. Eine explosive Mischung, um im eigenen Business weiterzukommen, aber auch abends beim Essen oder Wein einfach mal sich zwanglos auszutauschen über die Welt. Wärmsten zu empfehlen!

Giusi Valentini, Coach und online Entrepreneurin

Und hier noch etwas, womit wohl keiner auf der Workation wirklich gerechnet hatte: Die
Firma Nabio aus Leipzig hatte uns mit einem großen Paket gesunder Brotaufstriche und
Veganer Leckereien gesponsert.

 

 

Freizeit

Wer fleißig arbeitet, soll auch Spaß haben. Die Workation heißt ja auch Workation, weil das Wort Vacation darin vorkommt.

Also haben wir uns zu unserem Bergfest aufgemacht und eine geführte Kanutour auf der alten Oder gebucht. Bis auf 2 Unternehmerinnen fanden alle Teilnehmer Zeit, sich von der Arbeit freizumachen und gemeinsam die 4 stündige Kanutour durch diverse Nebenarme der Oder zu unternehmen. Dabei stellten wir fest, dass wir auch im Team gut zusammenarbeiten können. Nicht immer ging es einfach voran. Unsere Guide führte uns in total verwachsene Seitenarme, in denen wir staken mussten, um weiterzukommen. In manchen Kanus waren die Rollen klar verteilt (Steuermann und Paddler), in anderen gab es nur Steuerleute. Angekommen sind wir alle und das mit einer großen Menge Spaß!

 

 

Nach der Workation ist vor der Workation

Weil es so gut war und es beim Citizen Circle nun eine recht ausgedehnte Winterpause geben wird, haben Jorin und ich bereits die nächste Workation für euch im Gepäck: Im Januar 2021 geht es für 14 Tage nach Südportugal, wo wir uns dem Thema „Wie wollen wir Ortsunabhängige leben?“ widmen möchten. Sowohl praktisch austesten als auch durch Begleitung mit Vorträgen und Workshops.

Diese Frage war während des Barcamps auf der 5-jährigen Geburtstagsfeier vom Citizen Circle ein heiß diskutiertes Thema und da geht es uns wie so Einigen: Was ist eine gute Antwort auf genau diese Frage? Welche Ideen, Initiativen und konkreten Projekte gibt es schon? Welches Mindset haben wir? Welche Träume möchten wir verwirklichen? Was treibt uns an, wenn wir eine bestimmte Wohnform suchen?

Natürlich werden Business-Workshops, die Arbeit und Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Wer dabei sein möchte sollte sich möglichst bald bei Jorin oder mir melden.

Wir freuen uns auf dich und auf Portugal: Até já!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Birgit Arnold
Über den Autor

Birgit Arnold

Birgit hat während ihrer 30 Jahre als CEO unzählige Veranstaltungen in den verschiedensten Formaten organisiert. Wenn sie nicht gerade die nächste Workation vorbereitet, coacht sie über AKUT Coaching Unternehmer, arbeitet an ihrem Airbnb Business oder baut die Plattform mygreenbnb auf.

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