Musst Du Rockstar oder Millionär sein, um die Welt zu sehen?

Vor einiger Zeit hat ein Reiseveranstalter auf seiner Facebook-Seite ein fantastisches Foto von der Paradies-Höhle (Thieng Duong) im Phong Nah Ke Bang Nationalpark in Vietnam gepostet.

Ich wurde darauf aufmerksam, weil auch eine Freundin von mir dieses Foto kommentierte. Ihr Kommentar lautete ungefähr so: „Wow. Wenn ich mal reich bin, will ich auch dorthin.“

Jemand anderes schrieb: „Unglaubliche Höhlenwelt. Da muss ich auch mal hin, vielleicht klappt es ja im nächsten Leben.“

Die Kommentare unter diesem Foto brachten mich wirklich zum Nachdenken. Es hat mich fast ein wenig erschüttert.

Viele Menschen haben falsche Vorstellungen

Nach einigem Grübeln wurde mir klar: Viele Menschen denken so. Intensives Reisen und sich auch einmal Dinge anzugucken, die abseits der Touristenpfade liegen, ist für sehr wenige Menschen normal. Dabei entspricht es nicht der Realität, dass man dazu reich sein muss. Man muss nicht besonders gut verdienen, um sich die Paradise Cave in Vietnam anzusehen. Man kann sich noch viel mehr ansehen, wenn man es nur will.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Jeder kann heute um die Welt jetten, ähnlich wie ein Millionär, ohne einer zu sein! Okay, man kann sich sicher keine Suite im Sheraton erlauben, aber das muss man ja auch nicht. Reisen selbst ist für absolut Jeden drin, wenn man unterwegs einfach lebt.

Meist ist es vielmehr die Angst vor dem Unbekannten und den fremden Kulturen, die dazu führt, dass Menschen finanzielle Gründe vorschieben. Oder sie wissen schlichtweg nicht, wie sie es richtig angehen sollen. Diesem Thema will ich mich in Zukunft etwas mehr annehmen.

Dabei ist es so einfach, über den Tellerrand zu springen und auch einmal zu etwas abgelegeneren Gegenden zu reisen, denn genau dort ist das Leben meist recht günstig. Das Zauberwort heißt: Prioritäten. Man muss Prioritäten setzen. Dann klappt es auch ohne Weiteres mit einem Netto-Monatseinkommen von nur 1000 Euro, sich die Welt anzusehen. Spielend!

Klingt absurd? Habe ich selbst schon so gemacht.

Wofür gibst du all dein Geld aus? Lass mich mal raten…

Du kaufst dir monatlich mehrere neue Kleidungsstücke? Shopping ist eine Art Hobby für dich? Ein teures Hobby!!! Kauf Dir doch einfach nur Dinge, die du auch dringend benötigst. Wenn dein halber Kleiderschrank nie Beachtung findet, dann machst du etwas falsch: Du hast unnötig Geld verballert.

Du wohnst in einer Großstadt und hast ein Auto? Wozu eigentlich? Findest du die U-Bahn zu unpraktisch? Es gibt auch Carsharing. Meine Behauptung: Keiner, der relativ zentral in einer Stadt über 200.000 Einwohner wohnt, braucht heute noch ein eigenes Auto. Es sei denn, du bist Staubsaugervertreter, Arzt oder Kurier.

An einem Wochenende gehen bei dir locker mal 100 Euro nur für Getränke im Club drauf? Die sind mittlerweile echt teuer. Ist das die Sache denn wert? Wäre es nicht besser, einfach vorher zu trinken und im Club auf Wasser umzusteigen? 100 Euro ist zu viel! Ändere was.

Du liebst Technikkram? Du kaufst dir bald das neue iPhone 5s, obwohl dein Iphone 4 noch tiptop funktioniert? Kannst du machen, aber dann beschwere dich nicht, dass du kein Geld zum Reisen hast. Es gibt Dinge, die purer Luxus sind. Entscheide dich, welchen Luxus du dir wirklich gönnen willst. Die größte Höhle der Welt oder das iPhone 5? Ich wüsste da sofort, was mir mehr bringt.

Du musst einfach loslegen!

Ich könnte ewig so weitermachen, denn ich kenne all diese Geldfallen aus eigener Erfahrung nur zu gut. Und ich habe es mit der Zeit langsam geschafft, diese Löcher zu stopfen und meinen Lebensstandard in Bezug auf materielle Güter herunterzufahren. Erinnerungen und Erlebnisse zu kaufen bringt Dir am Ende viel mehr. Es ist nicht einfach. Aber man muss irgendwo anfangen.

Ein Flug nach Vietnam zum Beispiel ist, wenn man geschickt bucht, für unter 550 Euro zu haben. In Vietnam kostet Dich eine wirklich komfortable Unterkunft nicht mehr als 12 Euro die Nacht. Im Land kann man mit dem Nachtzug reisen. Das kostet auf manch längeren Strecken so wenig, für das Geld kommst Du nicht einmal von Köln nach Düsseldorf. Mit 1000 Euro kannst du problemlos einen zweiwöchigen Urlaub machen, inkl. Strand, Höhlen und vielen spannenden Erlebnissen.

Aber Vietnam war hier nur ein Beispiel, da es eine meiner Lieblingsdestinationen ist. Es gibt viele andere Länder, in denen das genauso gut funktioniert. Man muss sich nur aufraffen, ein Ticket buchen und ein wenig vorab informieren.

Über Vietnam beispielsweise kannst Du dich bestens hier auf dem Blog in meinem Vietnam-Special schlau machen.

Im Grunde müssen die am Anfang erwähnten Kommentatoren also einfach nur ihren Popo hochbekommen und sich ein Ticket holen. Millionär muss man dazu nicht sein, in der Welt umher reisen wie ein Rockstar kann man auch so.

Ich selbst bin das beste Beispiel: Vergangenes Jahr war ich von 12 Monaten nur in etwa 7 zuhause. Ich habe viel von unterwegs gearbeitet (wie man das macht, erfährst du hier, hier und hier) und ich habe insgesamt nicht mehr ausgegeben, als ich in der selben Zeit auch eingenommen habe.

Dieses Jahr wird es etwas weniger. Am Ende des Jahres werde ich vermutlich 3 Monate unterwegs gewesen sein. Dafür opfere ich einige Sicherheiten, aber daran gewöhnt man sich. Die üblichen Sicherheiten gibt es eh nicht mehr in der Form, in der unsere Eltern und Großeltern diese noch hatten. Die Renten sind sicher? Wer’s glaubt, wird selig.

Zu diesen vermeintlichen Sicherheiten habe ich auch einen Gastartikel bei Selbstständig-im-Netz.de geschrieben, den ich Dir ans Herz legen möchte.

Neben dem vorherigen Zauberwort „Prioritäten“ möchte ich nun als Letztes noch ein zweites Zauberwort in die Runde schmeissen. Dieses lautet: Eigeninitiative. Wer diese hat, kommt überall hin im Leben und verwirklicht auf lange Sicht seine Träume.

Setze Prioritäten im Leben und zeige Eigeninitiative bei der Umsetzung dieser Prioritäten. So simpel, und doch so genial. Ich glaube dran, dass Dich diese zwei Wörter überall hin bringen können, wo du nur willst. In die vietnamesische Höhle, in den Traumjob oder wo immer du auch hin möchtest.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

4 Antworten zu “Wie Du problemlos überall hinreisen kannst, ohne Millionär zu sein”

  1. Tim das klingt gut allerdings ist das nicht für alle so einfach.
    Den das Auto ist für viele die Vorraussetzung für den Job überhaupt.
    Dann brauch es die Basis des Finanziellen, bei mir ging in der Schweiz richtig Bergab, da Arbeitergeber und Behörden mich geschädigt haben.
    Der Rest stimmt dann, ich bin grad dabei alles was mich nicht weiterbringt zu streichen.
    Jeden Tag wird Tagebuch geführt, dazu zwinge ich mich eine Tagesplanung für den nächsten Tag zu machen.
    Blogs und Bücher geben mir immer wieder neue Aufgaben um das Ziel zu erreichen anders zu Leben.
    Das es mir später mal besser geht davon habe ich mich schon getrennt, den es ist nur Träumerei.
    Eigentlich könnte ich manchmal einen Trainer brauchen, nur mein Weg ist so inviduell das ich noch keinen Experten gefunden habe der eine Antwort hat, auf die Frage wie ich meine Ziele erreichen kann.

  2. Hach, Paradise Cave! Eine meiner liebsten Höhlen 🙂
    Gerade dort kann man tatsächlich auch für kleines Geld hin. Ich stimme Dir hier in allem zu, aber man muss ja noch nicht mal dauerhaft oder mehrere Monate reisen. Für Vietnam tut es erstmal auch ein 3-wöchiger Jahresurlaub, aber dann eben nicht im $70 Hotel, sondern in den sehr, sehr guten $10 Unterkünften und dann kann man eben auch Paradise Cave und viel mehr mitnehmen. Reisen ist oft viel billiger, als die meisten denken.

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