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Leben und Arbeiten im Van: Digitale Nomaden – zwischen absoluter Freiheit und alltäglichen Herausforderungen

Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Frei, selbstbestimmt und ortsunabhängig. Das ist der große Traum von immer mehr Menschen: Sie wollen Digitale Nomaden werden. Es gibt viele verschiedene Lebensweisen und Möglichkeiten für Digitale Nomaden, um die Welt zu erkunden. Wie zum Beispiel das Leben und Arbeiten im Van.

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Wir, Mary und Flo, leben und arbeiten im Van. Darüber möchten wir dir gerne mehr erzählen. Alles über unser Leben und das Arbeiten im Van zwischen den Freiheiten und Herausforderungen findest du hier.

Wie wir als Digitale Nomaden unseren Vorgarten gestalten

Eine der größten Freiheiten für uns ist die Möglichkeit, unseren „Vorgarten“ immer wieder neu zu gestalten. Wir leben und arbeiten in unserem Van und sind somit komplett ortsunabhängig. Nach Lust, Laune (und Wetter) können wir unsere Stellplätze wechseln. Unsere Vorgärten reichen von Meerblick über Küstengebiete bis hin zu Bergpanorama. Wir lieben diese Flexibilität, die wir als Digitale Nomaden haben.

Doch mal ganz ehrlich: Nicht immer haben wir so viel Glück. Ab und zu müssen wir auch nicht so schöne Übernachtungsmöglichkeiten in Kauf nehmen. Als Digitale Nomaden übernachten wir auch öfters mal auf Supermarktparkplätzen, Raststationen, an viel befahrenen Hauptstraßen oder miefigen Hafenanlagen. Auch wenn wir bewusst versuchen die schönsten Orte dieser Welt zu erreichen, ist eben nicht immer alles „Instagramable“.

Leben und arbeiten im Van Flo

Arbeiten im Van: Hier ist Kreativität gefragt!

Einerseits genießen wir es, uns durch den Platzmangel auf das Wesentliche zu konzentrieren. Als Digitale Nomaden haben wir unsere Habseligkeiten reduziert und nur Dinge mit dabei, die wir tatsächlich brauchen. Dieser minimalistische Lebensstil hat durchaus seine Vorteile. Wir wissen die Dinge, die wir besitzen, besser zu schätzen und sind dankbarer. Außerdem haben wir durch die Reduzierung der Habseligkeiten weniger Ablenkungen im Alltag, wodurch wir unseren Fokus bewusst auf die Arbeit oder die Erlebnisse legen können – was dem Arbeiten im Van natürlich zugutekommt.

Und doch bringt der Platzmangel die ein oder andere Herausforderung mit sich. Um das Arbeiten im Van für zwei Personen möglich zu machen, ist immer wieder Kreativität gefragt. So nutzen wir manchmal das Bett, mit einem kleinen Beistelltisch oder die Küchenarbeitsplatte, die mit ein paar Büchern erhöht wird, als improvisierte Arbeitsplätze.

Wohlfühlort to go vs. Empfangssuche für Digitale Nomaden

Wie schafft man es, wenn man ständig unterwegs ist, ein geregeltes Leben zu führen und Routinen zu etablieren? Als Digitaler Nomade kann das eine ganz schöne Herausforderung sein. Ständig ist man an neuen Orten, mit neuen Leuten, in anderen Zeitzonen – wie soll das funktionieren? Anfangs war das für uns eine der größten Unsicherheiten.

Hier hat uns das Leben und Arbeiten im Van positiv überrascht! Wir lieben es, unser Zuhause und unseren persönlichen Wohlfühlort immer dabei zu haben. Egal, wo auf der Welt wir uns gerade befinden, unser Rückzugsort ist immer dabei. Dadurch, dass ein Teil unserer Umgebung, in unserem Fall der Van, immer gleich bleibt und unsere Habseligkeiten am selben Platz sind, haben wir einen großen Vorteil: Es fällt uns leichter, gewisse Routinen und Abläufe in unseren Tag zu integrieren. Ob nach einem entspannten Tag am Meer, einer aufregenden Stadtbesichtigung oder einem intensiven Arbeitstag – nach Hause kommen ist doch immer das Schönste.

Das Arbeiten im Van stellt uns aber auch vor alltägliche Herausforderungen. Eine der größten ist wohl die Empfangssuche und Sicherstellung einer stabilen Internetverbindung. Wir gewährleisten diese mit einem Router und einer lokalen SIM-Karte. Meist funktioniert das sehr gut. Doch wir mussten schon den ein oder anderen Traumstellplatz wegen fehlender Internetverbindung aufgeben.

Leben und Arbeiten im Van: Zwischen Verbotsschildern und Flexibilität

Wir haben sehr schnell festgestellt: Reisetage sind keine Arbeitstage für Digitale Nomaden! Der Alltag und das Arbeiten im Van nehmen um einiges mehr Zeit in Anspruch. Das gilt auch für einen Stellplatzwechsel und das Erreichen der Reiseziele. Arbeiten im Van ist an so einem Tag undenkbar – wir können nicht mit dem Laptop auf dem Schoß auf der Autobahn fahren. Ebenfalls betrifft uns die immer größer werdende Zahl an Verbotsschildern für Camper in Europa. Diese machen uns die Stellplatzsuche und Übernachtung des Öfteren schwer. An mehr und mehr Orten ist das Abstellen von Campern verboten. Grund hierfür ist vor allem die Umweltverschmutzung, wenn Plätze verwüstet und verschmutzt zurückgelassen werden.

Trotzdem möchten wir das Vanlife nicht missen! Ein wichtiger Punkt für uns ist, dass wir unseren Hund Lennox immer bei uns haben können, ohne ihn dem Flugstress auszusetzen. Autofahren kennt er schon von klein auf und Lennox fühlt sich im Van sehr wohl. Die Flexibilität, die wir durch das Leben und Arbeiten im Van haben, ist wohl einer der größten Pluspunkte. Wir können unsere Reisegeschwindigkeit frei wählen, haben keinen Stress mit Buchungen, Umbuchungen oder Stornierungen und können immer spontan sein! Gefällt es uns an einem Ort richtig gut, bleiben wir einfach etwas länger. Und ist das Wetter nicht der Burner, dann fahren wir eben wieder.

Wenn alle Digitale Nomaden, die im Van leben und arbeiten rücksichtsvoll mit den Stellplätzen und der Natur umgehen, dann können alle auch weiterhin von der Flexibilität des Vanlifes profitieren. Und so bleibt am Ende nur eine abschließende Sache zu sagen:

Das Leben und Arbeiten im Van ist eine Gratwanderung zwischen absoluter Freiheit und alltäglichen Herausforderungen.

Autor

  • Wir sind Mary und Flo, die Hosts des Digitale Nomaden Podcast und Mentoren für Businessstarter. Gemeinsam mit unserem Chihuahua "Lennox" leben und arbeiten wir seit ca. 1,5 Jahren in unserem selbst ausgebauten Campervan. Den Start in unsere Online-Selbstständigkeit hatten wir Anfang 2019, als wir das Reisen im Van lieben gelernt hatten und unseren ungeliebten Angestelltenverhältnissen entfliehen wollten.