Den Traum von der Ortsunabhängigkeit leben: Dank meiner Weltreise habe ich erkannt, dass ich in der Selbstständigkeit meine persönliche Verwirklichung finden kann. Keiner wird dich von alleine aus deiner Komfortzone befreien und der perfekte Zeitpunkt ist JETZT und nicht morgen!

Meine Ortsunabhängigkeit: Wie alles begann

Am 05.01.2018 ging es am Abend von Bangkok aus mit dem Nachtzug nach Chiang Mai. Stark klimatisierte Zugabteile, Übernachten auf 1,80m langen Betten mit 40 anderen Reisenden in einem Abteil – nach 10 Stunden endlich in Chiang Mai angekommen. Ich hätte niemals gedacht, dass sich durch diese Fahrt in den Norden Thailands für mich so viel ändern wird.

Am zweiten Abend in Chiang Mai traf ich Lukas zum Abendessen, einen langjährigen Freund aus Dreieich bei Frankfurt. Wie klein die Welt ist, zeigte sich, als ich Lukas, der mittlerweile in Kanada lebt, in Thailand zu Beginn meiner Weltreise traf. Lukas war damals auf einer Konferenz in Thailand. Einer Konferenz für Selbstständige, die ortsunabhängig arbeiten. Mit leckerem und frisch zubereiteten Pad Thai in den Mündern unterhielten wir uns angeregt über diese Konferenz.

Lukas ist mittlerweile digitaler Nomade und kann sich aussuchen, von wo aus der Welt er mit seinem Laptop und bestehender WLAN-Verbindung arbeiten kann. Er lebte seine Ortsunabhängigkeit bereits. “Neid! Das will ich auch! Aber wie soll das gehen, ich habe doch keine konkrete Geschäftsidee?” Das waren meine Sätze im Januar 2018.

Ich muss zugeben, Lukas hat mich damals wirklich infiziert. Er erzählte vom Citizen Circle und als ich abends im Hotel ankam, trug ich mich sofort in den Newsletter ein. Denn ich hatte Träume. Ich wollte auch ortsunabhängig arbeiten und mir standen noch sechs Monate Weltreise bevor, also genug Zeit, um mir Gedanken über eine Geschäftsidee zu machen.

Muss ich meinen Job kündigen, um Ortsunabhängigkeit zu leben?

Komfortzone verlassen? Einen sicheren Arbeitsplatz aufgeben? Einfach so kündigen? Für viele unvorstellbar. Viele Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis haben viele Träume und Visionen. Einige erzählen, dass sie ihren Traum der Weltreise erst dann erfüllen können, wenn sie genug Geld angespart haben. Und dann ist da noch dieser Job, den sie mindestens drei Jahre behalten sollen – tut sich gut im Lebenslauf.

Natürlich sind auch mir diese Gedanken durch den Kopf geschossen, dass ich unmöglich jetzt einfach auf Weltreise gehen kann. Ich war neidisch auf Freunde, die sich getraut haben, ihren Job zu kündigen und zu verreisen. Eines Tages fasste ich selbst auch einen Entschluss, nahm allen Mut zusammen und kündigte meinen unbefristeten Vertrag. Kein einfacher Schritt, aber um mir meinen langjährigen Traum der Weltreise zu erfüllen, kam ich nicht um diese Entscheidung herum.

Ich kündigte meine Festanstellung als Produktmanagerin im Payment-Bereich. Meine Wohnung in Frankfurt vermietete ich für die Dauer der Reise unter, lies den Fitnessstudio-Vertrag pausieren, schloss eine Auslands-Krankenversicherung ab und buchte den Direktflug von Frankfurt nach Thailand.

Und mein Mut wurde belohnt! Noch vor Beginn meiner Reise erhielt ich ein Wiedereinstellungsangebot meines vorherigen Arbeitgebers. Ich konnte demnach jederzeit zurückkommen und wieder anfangen. Eine sehr komfortable Ausgangssituation, um ein halbes Jahr auf Reisen zu gehen und sich keine Gedanken über die Zeit danach machen zu müssen.

Gemeinsam mit einer Freundin und zugleich Arbeitskollegin verliessen wir die sogenannte Komfortzone und stiegen am 02.01.2018 in die Maschine Richtung Bangkok.

Reisen und Arbeiten kombinieren? Geht doch!

Ich stellte fest, dass ich das Reisen liebte! Allerdings merkte ich auch, dass mir eine Aufgabe fehlte. Selbstverständlich muss man bei so vielen Ländern sehr viel planen und organisieren, aber dies forderte mich nur bedingt. Ich lud mir Bücher auf mein Kindle, um mich weiterzubilden. Von Themen über Persönlichkeitsentwicklung bis hin zu Büchern über den Sinn des Lebens stiess ich dann auf Tim Chimoys Buch “Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten – kündige deinen Job und starte ein Freiheits-Business“. “Perfekt!”, dachte ich mir und fing an zu lesen.

Der Citizen Circle – die Community für ortsunabhängige Unternehmer

Voller Energie und Ideen kam dann am 4. Mai endlich die E-Mail vom Citizen Circle mit dem Titel “Es ist soweit, melde dich jetzt an!”: Der Citizen Circle war genau für 72 Stunden lang für Neumitglieder geöffnet. Irgendwo zwischen Unkrautpflücken und Kochen für unsere Workaway-Gastfamilie in San Diego entschied ich mich dafür, die Mitgliedschaft abzuschließen und buchte direkt die Citizen Circle Konferenz im Juli in Porto.

Kurz darauf wurden die ersten Mastermind-Gruppen erstellt. Gemeinsam mit fünf weiteren “Citizens” haben wir uns jeden Mittwoch für eine Stunde Skype-Call verabredet. Trotz Zeitumstellung und der Suche nach WLAN (stellt euch vor, ihr seid im Central Park in New York und müsst irgendwo WLAN für euren Skype-Call suchen! ;-)) nahm ich an jedem Call teil. Denn die lieben Jungs und Mädels aus dem Citizen Circle motivierten mich dran zu bleiben!

Ich hatte endlich meine Aufgabe gefunden und musste in der Mastermind-Gruppe Rechenschaft abliefern, ob ich in der Zeit bis zum nächsten Call an meiner Geschäftsidee gearbeitet habe. In der Mastermind-Gruppe sind wir eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Backgrounds aus verschiedenen Altersgruppen und mit durchmischten Berufserfahrungen im Bereich Online-Business.

Das Wochenende in Porto veränderte alles

Der erste Schritt war gemacht. Meine Ideen zur ortsunabhängigen Selbstständigkeit nahmen langsam Form an. Als ich Ende Juni von meiner Weltreise zurückgekehrt bin, machte ich mich an die Strukturierung meiner Geschäftsidee und führte die ersten Termine durch.

Die Initialzündung erhielt ich allerdings an dem Juli-Wochenende mit dem Citizen Circle in Porto. Durch die Workshops und Vorträge wurde ich mehr als inspiriert und viele Gespräche mit unterschiedlichen Leuten nahmen mir die Angst und gaben den Mut durchzustarten. Ich bin am Donnerstag nach Portugal geflogen mit der Einstellung, meinen Job am darauffolgenden Dienstag beim alten Arbeitgeber wieder anzunehmen. Am Montag nach der Konferenz saß ich im Flieger und entschied mich, das Jobangebot doch abzulehnen. Ein mutiger Schritt, aber ich wusste, dass ich ortsunabhängig arbeiten und leben will und auf ein Pool von erfolgreichen Leuten im Citizen Circle zurückgreifen kann, die mir Unterstützung geben und mich motivieren.

Meine Geschäftsidee für ein ortsunabhängiges Business

Nun, was ist meine Geschäftsidee? Vor meiner Tätigkeit als Produktmanagerin im Payment-Bereich war ich Projektmanagerin eines Projektes in Mönchengladbach, in dem es um die Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Einzelhandel ging. Ich habe im Bachelor BWL mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung und im Master BWL-New Media Marketing studiert. Daher eignete sich die Stelle in Mönchengladbach wunderbar. Hier konnte ich Einzelhändler beraten, wie sie mit den aktuellen Herausforderungen im Online-Handel umgehen und diese als Chance für ihr eigenes Unternehmen nutzen konnten.

Mit Passion war ich damals bei dem Thema dabei, allerdings wollte ich nach dem Projekt wieder zurück in die Heimat Richtung Frankfurt.

Das Thema lies mich lange Zeit nicht los. Während meiner Weltreise las ich Studien, hörte Podcasts oder sah mir Videos zum Thema “Handel ist Wandel” an. Und das freiwillig! Weil es mich interessierte! Demnach stelle ich mir die Frage, wieso ich mein Hobby, meine Leidenschaft, nicht zum Beruf mache? Was hindert mich daran?

Meine Ortsunabhängigkeit: Wo stehe ich jetzt und wie gehts weiter?

Der deutsche Einzelhandel ist geprägt durch einen stetigen Wandel: Durch ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden und die Digitalisierung des Handels zeichnet sich in vielen Innenstädten ein Frequenzrückgang der Besucher ab. Einzelhändler stehen vor neuen Herausforderungen, um der Nachfrage der Konsumenten gerecht zu werden. Auffindbarkeit im Internet und eine attraktive Gestaltung des Ladenlokals sind nur zwei der wesentlichen Faktoren.

Bei diesem Thema unterstütze ich Einzelhändler und Städte in Deutschland. Es gibt ein breites Spektrum an Maßnahmen, jedoch blickt bei dem großen Angebot kaum noch jemand durch. Durch meine langjährige Erfahrung im Bereich Wirtschaftsförderung und den Austausch mit Experten bin ich überzeugt, dass Einzelhändler und Kommunen mir vertrauen und sich mit meiner Hilfe für die individuell richtige Lösung entscheiden werden.

Nach wie vor bin ich überzeugt, dass es der richtige Schritt war, sich selbstständig zu machen. Zugegeben, die Entscheidung ist erst ein paar Wochen alt, aber es fühlt sich verdammt richtig an! Ich stehe morgens motiviert auf und setze mich an meine Arbeit. Bei den bisher erfolgten Terminen war das Feedback von Handelsexperten durchweg positiv. Ich bin mir ganz sicher, dass ich vielen Einzelhändlern und Städten in Deutschland Ideen mitgeben kann, wie sie in Zeiten des Online-Handels gefördert werden können. Ich greife auf ein breites Maßnahmenspektrum zurück, um diverse Handelskonzepte für jeden Einzelhändler und jede deutsche Innenstadt zu adaptieren. Denn fast jede Innenstadt erkennt die Herausforderungen im Handel und ist schlichtweg überfordert mit dem vielfältigen Angebot.

Keiner von uns möchte verödete Innenstädte vorfinden und das Ladensterben beobachten. Zeit zu handeln. “Handel ist Wandel” – ich freue mich darauf!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Eva Gancarz
Über den Autor

Eva Gancarz

Eva liebt das Reisen und neue Dinge auszuprobieren. Mit ihrem Hintergrund aus der Wirtschaftsförderung und dem New Media Marketing bringt sie mit „Handel ist Wandel“ die aktuellen Herausforderungen im Einzelhandel auf den Punkt und fördert deutsche Innenstädte mit individuellen Beratungsleistungen.

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