Heute kommen zwei Väter zu Wort. Beide haben Kinder, beide sind nebenberuflich selbstständig. Und sie stehen vor einer der wohl größten Herausforderungen: Beruf, Selbstständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Sie verraten, wie sie es schaffen angestellt, nebenberuflich selbstständig und zugleich tolle Familienväter zu sein.

„Mein Papa ist selbstständig!“ „Oh, na dann siehst du ihn ja bestimmt nicht sehr oft, oder?“ Kommt dir solch ein Dialog bekannt vor? Wenn du Familie hast und selbstständig bist, dann hast du das bestimmt schon einmal gehört. Die Einstellung der Deutschen zum Thema Selbstständigkeit und Familie ist häufig keine Positive:

„Wenn du selbstständig bist, arbeitest du selbst und ständig“. Diesen Satz mussten wir uns sehr häufig anhören, als wir in unserem Umfeld erwähnt haben, dass wir uns nebenberuflich selbstständig machen wollen.

Wir sind Chris und Tobias, zwei Mittdreißiger mit insgesamt fünf Kindern: Chris hat zwei, Tobias drei. Alle Kinder sind unter zehn Jahren und noch stark aufmerksamkeitsbedürftig (um es mal diplomatisch auszudrücken ;-)). Wir arbeiten beide in einer Festanstellung und haben nebenbei kleine Unternehmen gegründet.

Wie passt das alles unter einen Hut?

Selbstständigkeit und Familie ist eine Frage der Motivation und des „WARUMs“

Wenn du eine Vollzeitstelle ausübst, wendest du in einer Arbeitswoche (Montag bis Freitag) etwa 40 Stunden für die Arbeit auf. Wenn du An- und Abreise sowie eventuelle Überstunden oder Geschäftsreisen mit einberechnest, gehen wir bei unserer kleinen Beispielrechnung von 50 Stunden aus.

Hinzu kommt die Zeit, in der du schläfst. Der durchschnittliche Deutsche schläft ungefähr sieben Stunden pro Nacht. Das macht dann insgesamt 35 Stunden (7 Std. × 5 Tage). Von den insgesamt 120 Stunden, die du pro Arbeitswoche verfügbar hast, gehen also schonmal 85 Stunden für Arbeit und Schlaf drauf. Bleiben noch 35 Stunden übrig. Aufgeteilt auf fünf Tage.

Diese Zeit verbringen wir Väter natürlich mit unserer Familie – es gibt da ja einen Grund, warum wir uns dafür entschieden haben. Nebenbei dann noch ein wenig einkaufen, Haushalt, Hobbys, Sport, Freunde und auch mal einfach nichts tun. Zack, schon ist die Woche um.

Gerade Letzteres ist eine beliebte Beschäftigung, wenn du als Daddy abends von der Arbeit nach Hause kommst, habe ich Recht? Einfach aufs Sofa werfen, Fernseher an und Füße hoch.

Nicht falsch verstehen: Auch wir machen das manchmal gerne. Aber nicht jeden Tag. Und genau das ist der springende Punkt: Der Durchschnitt geht auf das Sofa, wir wollen Freizeit, Hobby und den Drang nach Selbst-Chef-Sein verwirklichen. Also, biegen wir vor dem Sofa zum Schreibtisch ab.

Gerade mit einer Familie ist das Sicherheitsbedürfnis weitaus höher. Digitale Nomaden benötigen da weitaus weniger, da sie oftmals alleine reisen. Die Verantwortung für die Familie zu übernehmen ist ein großer Schritt. Noch größer wird dieser, wenn du dich entscheidest Selbstständigkeit und Familie zu vereinen.

Aus diesem Grund können wir unsere Arbeitsstellen nicht von heute auf morgen kündigen – solange das Sicherheitsbedürfnis nicht gedeckt ist. Insofern ist es hier vor allem wichtig mit der Familie zu bestimmen, wie groß das Sicherheitsbedürfnis ausgedrückt in Euro ist. Und genau das tun wir. Bis dahin werden wir in der Nebenselbstständigkeit unseren Erfindergeist wüten lassen und auf das Ziel hinarbeiten.

Wir empfehlen jedem Familienvater (und natürlich auch Müttern), das Ganze nebenberuflich anzugehen.

Sich vor oder nach der Arbeit hinzusetzen und am eigenen Unternehmen zu arbeiten, benötigt vor allem zwei Dinge: Motivation und Disziplin. Um diese zu finden und den langen Zeitraum durchhalten zu können, brauchst du ein ganz fettes „WARUM“.

Das „WARUM“ sollte dir an der Stelle immer die passende Antwort geben, wenn du an deinem Tun, an deinen Zielen und an dir selbst zweifelst. Da wir uns selbst gerade in diesem Prozess befinden und damit du weißt, was wir meinen, haben wir mal ein paar typische „WARUMs“ zusammengestellt:

    „Immer muss ich Überstunden machen oder bin tagelang auf Geschäftsreise. Wenn ich dann nach Hause komme und nicht im Verkehr steckengeblieben bin, sehe ich meine beiden Kinder gerade mal zum Gute-Nacht-Kuss. Das kann es doch nicht sein. Daran will ich etwas ändern!“ (René, Vater von zwei Jungs)
    „Auf der Arbeit ging es in letzter Zeit steil bergauf. Ich wurde zum Abteilungsleiter ernannt. Gleichzeitig wurde unsere erste Tochter geboren. Damit ich bei der Arbeit nicht ins Hintertreffen geriet und befördert wurde, konnte ich es mir bislang nicht leisten, Elternzeit zu nehmen. Das möchte ich nicht weiter so hinnehmen.“ (Max, Vater einer kleinen Tochter)
    „Ich bin eigentlich zufrieden mit meinem Job, habe aber immer wieder gute Geschäftsideen, die ich mich nicht traue umzusetzen. Schließlich kann ich als Familienvater und Alleinverdiener nicht von heute auf morgen ein Startup gründen. Geht das nicht irgendwie nebenher?“ (Jürgen, dreifacher Familienvater)

Die Situationen dieser drei Beispiele brachten alle drei Väter dazu, sich auf die Suche nach Ideen zu begeben. Nach Ideen, die es ihnen ermöglichen, ein eigenes „Side-Business“ neben dem Beruf zu starten.

Selbstständigkeit und Familie ist eine Frage des Zeitmanagements

Ganz egal, ob du nebenberuflich selbstständig bist oder in Vollzeit: Es ist eine Frage des Zeitmanagements, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Wir können hier nur von unseren eigenen Erfahrungen berichten:

Optimiere deine Arbeitszeit

Um welche Uhrzeit kannst du mit deiner Arbeit beginnen? Wenn du da keinerlei Restriktionen hast, beginne so früh wie möglich. Tobias beginnt täglich bereits um 4 Uhr mit seiner Arbeit. Er arbeitet im Logistikbereich. Dort ist es nicht unüblich um diese Uhrzeit im Büro zu sein. Sein großer Vorteil: Er hat um 13 Uhr Feierabend und holt dann ganz entspannt seine Kinder vom Kindergarten ab. Dazwischen und in den Abendstunden verschafft er sich Zeiträume, in denen er seiner nebenberuflichen Selbstständigkeit nachgeht.

Prüfe also, ob du früher mit der Arbeit startest und dann den Nachmittag für die Familie freischaufelst. Vielleicht investierst du in den Abendstunden noch etwas Zeit in das Business. Vielleicht musst du nicht früher im Büro sein, arbeitest aber morgens eine Stunde für deine Selbstständigkeit, indem du früher aufstehst.

Reduziere deine Arbeitszeit

Auch hier gilt. Egal ob du voll- oder nebenberuflich selbstständig bist, wenn du es dir leisten kannst, deine Arbeitszeit zu reduzieren, dann ziehe diesen Schritt in Erwägung. Staatlich wird das sogar gefördert. Informiere dich über die Themen Elterngeld oder ElterngeldPlus.

Chris macht es z. B. so, dass er mit der Geburt seines zweiten Kindes in Teilzeit gegangen ist. Er hat seine Arbeitszeit von 40 auf 30 Wochenstunden reduziert. Im Rahmen des ElterngeldPlus bekam er den damit verbundenen „Verdienstausfall“ zu 65 % erstattet.

Gerade wenn du bei deinem Arbeitgeber mit der Begründung „Ich möchte mich mehr um meine Kinder kümmern“ nach einer Eltern- oder Teilzeitregelung fragst, lassen sich Betriebe eher auf solche Modelle ein. Und bevor jetzt der Sturm losbricht: Wir wollen uns um unsere Kinder kümmern, aber die zwei Stunden der täglichen Fahrtstrecke ins Büro wollen wir auch für die Nebenselbstständigkeit verwenden können!

Übrigens: Die ElterngeldPlus-Regelung gilt auch für Vollzeit-Selbstständige.

Selbstständigkeit und Familie ist eine Frage der Unterstützung

Wenn du noch nicht selbstständig bist, dir dies aber vorgenommen hast, kommst du ohne Unterstützung deiner Familie nicht weit. Binde deine Liebsten also rechtzeitig in deine Überlegungen ein. Eine Selbstständigkeit bringt im Vergleich zu einer Anstellung einige Änderungen mit sich.

Räumliche Änderungen

Du bist komplett oder teilweise von Zuhause aus tätig. Stelle daher sicher, dass du im Homeoffice in Ruhe arbeiten kannst. Gerade für Kinder ist es schwer zu verstehen, dass Papa zu Hause ist, aber nicht gestört werden will.

Gerade am Anfang fiel es uns schwer hier eine Grenze zu ziehen. Insofern solltest du deiner Nebentätigkeit dann nachgehen, wenn die Kinder in der Betreuung sind oder schlafen. So hast du „deine Ruhe“ und konzentrierst dich auf deine Aufgabe. Hast du diese Möglichkeiten nicht, kannst du mit Sicherheit in der Nähe in einem Café mit einer ruhigen Ecke oder in einem Coworking-Space arbeiten.

Finanzielle Änderungen

Eine Familie bringt komplett andere finanzielle Herausforderungen mit sich, als das Leben als Single oder Paar. Es fallen mehr Kosten für Haus oder Wohnung & Lebensmittel sowie Kleidung an. Dazu kommen Kosten für Kinderbetreuung, größeres Auto und vieles mehr.

Nicht selten haben junge Familien durch Hauskauf einen Kredit an der Backe, der getilgt werden will. Es ist also wichtig, dass du als Familienvater für ein regelmäßiges Einkommen sorgst. Das typische finanzielle Auf und Ab, das Selbstständige in der Anfangszeit durchleben, kannst du dir als Familienvater nicht leisten.

Überlege also genau, wie viel Geld deine Familie zum Leben braucht und plane deine neben- oder hauptberufliche Selbstständigkeit so, dass deine Frau und Kinder nicht unter finanziellen Engpässen leiden müssen. Sind temporäre finanzielle Engpässe unausweichlich, hole deine Familie rechtzeitig mit ins Boot und überrasche sie damit nicht.

Zeitliche Änderungen

Auch hier gilt: Egal ob neben- oder hauptberuflich selbstständig – der Faktor Zeit spielt eine große Rolle. In der Selbstständigkeit ist es nicht so, dass du nach acht Stunden den Stift fallen lässt und nach Hause gehst. Eine Selbstständigkeit begleitet dich 24/7. Das heißt nicht, dass du immer arbeitest, aber du hast dein Business immer im Kopf. Ganz egal, ob es neue Ideen, Ängste oder Kundenprobleme sind. Als Selbstständiger ist es schwerer abzuschalten. Wenn du Spaß an deiner Nebentätigkeit hast (und das solltest du haben), ist das ja nichts Schlechtes.

Während andere Familienväter Fußball spielen oder schauen, möchten wir uns mit unserem „Hobby“ der Nebenselbstständigkeit beschäftigen. Dazu bedarf es in einer Beziehung und natürlich in einer Familie der entsprechenden Absprache. Du solltest also unbedingt darauf achten, dass deine Arbeitszeiten nicht zu Lasten der Familie gehen. Vielmehr solltest du absprechen, wann „deine“ Zeit ist, in der du arbeiten kannst. Während dieser Zeit hast du dann deine Ruhe und wirst nicht gestört. Es ist genau der gleiche Ansatz, als wenn andere Papas sich mit Fußball, Serien oder Ähnlichem beschäftigen, während Mama beim Yoga ist.

Achte darauf, dass sich die gegenseitig gewährten Zeiten für die eigenen Hobbys die Waage halten. Geht Mama zweimal in der Woche zum Sport, kannst du eine ähnliche Zeitspanne beanspruchen – das ist fair. Brauchst du mehr Zeit oder möchtest mehr Zeit verwenden, solltest du die Randzeiten dazu nutzen. Morgens und/oder abends, wenn alle anderen schlafen, kannst du hervorragend arbeiten, hast deine Ruhe und dein Körper kommt auch einmal in der Woche nur mit 4,5 Stunden Schlaf aus. Dein Business bedankt sich für die Extra-Stunden wohlwollend, wenn du in dieser Zeit fokussiert arbeitest.

Deine Familie sollte diesen Aspekt mittragen. Als Lohn für schwere Zeiten winkt dafür ein Leben ohne finanzielle oder zeitliche Grenzen. Erfolgreiche Unternehmer können arbeiten, wann und wo sie wollen und verdienen so viel sie wollen.

Fazit

Die Zeiten, in denen Familienväter an eine starre 9-bis-17 Uhr Arbeitswoche gebunden waren und ihre Kinder gerade mal noch am Abend sahen, sind unserer Meinung nach, längst vorbei. Mit den heutigen digitalen Möglichkeiten hat jeder Dad die Möglichkeit ein Entrepreneur zu werden. Daraus ergibt sich der Begriff „Dadpreneur“. So würden wir beide uns bezeichnen: Als Dadpreneure!

Starre, alte Systeme und Lebensmodelle sind seit geraumer Zeit überholt. Das digitale Zeitalter bietet uns und unseren Familien große Chancen, die wir nutzen möchten. Wir wollen Selbstständigkeit und Familie vereinen. Wir wollen reisen, uns mit unserer Familie die Welt ansehen und Erfahrungen sammeln. Unsere Kinder sollen selbst entscheiden können, was sie wollen und vor allem was sie nicht mehr wollen.

Das ist unser großes Warum! Natürlich wollen wir uns gerne selbst verwirklichen und selbstverständlich lockt uns jeder Euro, den wir nebenbei verdienen. Ganz am Ende wollen wir jeden Euro haben, um uns Zeit mit unserer Familie zu kaufen und das Leben anders zu gestalten und zu genießen, als es veraltete Lebensmodelle gesellschaftlich vorschreiben.

Wenn du jetzt mehr über uns und unsere Geschichte erfahren willst, dann schaue mal auf dadpreneur.de vorbei und lade dir am besten gleich unser kostenloses E-Book herunter. Darin findest du fünf Wege, mit denen du noch heute in dein nebenberufliches Business startest.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tobias und Christopher
Über den Autor

Tobias und Christopher

Beide Autoren sind verheiratet und haben Kinder. Tobias arbeitet nebenberuflich als Texter und Buchautor im Selfpublishing. Chris ist ebenfalls nebenberuflich selbstständig. Seine Passion ist Online Marketing und dort vor allem Suchmaschinenoptimierung (SEO), er baut Affiliate Projekte auf und berät Kunden dazu. Zusammen betreiben sie die Website Dadpreneur.

Hinterlasse eine Antwort