“Suchmaschinenoptimierung ist tot!” – Diesen Spruch habe ich auch im Jahr 2017 immer wieder gehört. Fakt ist: Im Trend sind gerade vor allem eher die Plattformen Facebook und Amazon. Google, insbesondere der organische Traffic, gerät bei vielen schon leicht in Vergessenheit.

Doch ist das alt bekannte SEO wirklich tot? Ich möchte in diesem Artikel meine Erfahrungen von eigenen Projekten sowie der Plattform kaufberater.io aus den letzten beiden Jahren mit dir teilen, die sich insbesondere für kleinere Unternehmen, Solopreneure oder Blogger eignen. Ich versuche dabei, das komplexe Thema SEO bzw. die einzelnen Teilbereiche davon auf die wichtigsten Elemente herunterzubrechen, so dass es auch jeder Anfänger verstehen kann.

Wichtig zu erwähnen ist, dass sich der Begriff Suchmaschinenoptimierung nicht ausschließlich auf die Google Suche beziehen kann. Im Prinzip kann jedes System, welches einen Suchalgorithmus besitzt, durch bestimmte Methoden beeinflusst werden.

Ich werde im Artikel immer wieder auf verschiedene Quellen verweisen – schlichtweg, um den Artikel so kurz wie möglich zu halten. Wer mehr über das jeweilige Thema erfahren möchte, darf gerne den Links folgen.

Was möchte Google überhaupt?

Bevor wir uns mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung befassen, sollten wir uns darüber bewusst werden, was das eigentliche Ziel von Google ist. Ein Konzept, welches in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist, ist die sogenannte Relevanz von Inhalten. Der Google-Algorithmus ist heute durchaus in der Lage, Sprache zu verstehen. Darüber hinaus ist Google durch unterschiedliche Methoden in der Lage, die Suchintention hinter verschiedenen Keywords und Sucheingaben zu verstehen.

Googles Ziel ist es, für jede Suchintention die jeweils relevantesten Ergebnisse mit der besten Qualität zu liefern, was sicherlich Spielraum für Interpretationen des Begriffs Qualität zulässt. Deshalb haben es neue Projekt auch häufig schwer, schnell in den Suchergebnissen nach oben zu gelangen, da Google der neuen Seite schlichtweg nicht genug Vertrauen schenkt.

Die Grundlagen: Das technische SEO-Framework

Mit einer technisch schlechten Grundlage bzw. einer veralteten Website wird es umso schwerer, bei Google gut gelistet zu werden. Deshalb sollten die technischen Aspekte deiner Seite wie:

  • Ladezeiten des Servers
  • Modernes Webdesign mit optimierter, mobiler Ansicht (Responsive Design)
  • Dateigrößen der Bilder
  • Lesbarkeit der Inhalte (Strukturiert, mit Überschriften, Passende Pixelgröße)

optimiert sein. Im Prinzip zählen diese Faktoren bereits zur Suchmaschinenoptimierung, ich sehe sie jedoch auch als Grundlage für jedes Projekt, egal ob Suchmaschinenoptimierung später zu einem Hauptbaustein wird oder nicht. Potenzial für Optimierungen gibt es immer, die solide technische Basis der Website muss aber in jedem Fall stimmen.

Keyword-Research als Grundlage für erfolgreiches SEO

Wenn die Grundlagen gelegt sind, geht es darum, zu analysieren, welche Inhalte denn überhaupt gefragt werden. Dafür eignet sich die sogenannte Keyword-Research, die mit zahlreichen kostenlosen und kostenpflichtigen Tools ausgeführt werden kann.

Hintergedanke einer Keyword-Recherche ist es, die eigenen Inhalte möglichst präzise auf die Suchanfragen der Nutzer auszurichten, um eine maximale Relevanz derer herzustellen. Im Prinzip geht es darum, herauszufinden, welche Inhalte die Nutzer eigentlich sehen wollen bzw. nach welchen Fragen, Produkten oder Themen allgemein sie googlen. Was viele bei der Keyword-Research jedoch vergessen, ist die oben erwähnte Suchintention. Experten unterschieden häufig nach transaktionalen, informellen und navigationalen Suchanfragen.

Ein Beispiel:
Für die Suchphrase “Gartenzwerg kaufen” werden mir in der Top 3 ausschließlich Shops, inklusive Google-Shopping angezeigt. Die weiteren Ergebnisse in den Top 10 sind ebenfalls Shops oder allgemein Seiten, wo man Gartenzwerge kaufen kann.

SEO

Konkret bedeutet das, dass wir uns für jeden Artikel, jede Seite und generell jede Art von Textinhalt bestimmte Keywords überlegen und diese recherchieren sollten. Selbstverständlich ist es möglich auf einer Seite für hunderte von Begriffen und Suchphrasen zu ranken.

Die Keyword Recherche wird durch zahlreiche Tools erleichtert, das bekannteste unter den kostenlosen ist der Google Keyword-Planner. Dieser hat allerdings den Nachteil, dass er sehr auf relevante Keywords für Google AdWords ausgelegt ist. Das keywordtool.io ist in der Grundversion kostenlos, zeigt allerdings keine Zahl der Suchanfragen an. Tools wie answerthepublic.com werfen Fragen aus, die Nutzer zu einem bestimmten Thema stellen.

Mit der sogenannten WDF*IDF Analyse lassen sich bestehende Inhalte in ihrer Relevanz zu bestimmten Themengebieten weiter verbessern.

Siehe: Hollistischer Content
Siehe: WDF*IDF Analyse

Für Selbstständige, Inhaber von Kleinunternehmen oder Blogger ist die Keyword-Recherche ebenso wichtig, wie für Betreiber von Affiliate-Seiten. Gerade im Longtail-Bereich (Keywords, die sich in der Regel aus mehr als einem Wort zusammensetzen und ein geringes Suchvolumen, der durchschnittlichen Anzahl an Suchanfragen pro Monat, besitzen) steckt häufig viel ungenutztes Potenzial mit geringer Konkurrenz. Eine sehr gelungene Anleitung für eine Keyword-Recherche findet sich hier.

Backlinkaufbau – Entscheidender Faktor für deine Sichtbarkeit

Das Thema Backlinks bzw. der Aufbau von Backlinks ist seit Jahren sehr umstritten. Im Grunde handelt es sich bei einem Backlink einfach nur um eine Verlinkung zu deiner Seite, welche über eine HTML-Formatierung implementiert wird. Man kann Backlinks auch als eine Art Empfehlung ansehen. Wenn ein Inhalt gut ist oder ich auf ein ganz bestimmtes Projekt hinweisen möchte, dann verlinke ich. Immer wieder gibt es Leute, die behaupten, dass guter Content für ein gutes Ranking ausreicht. In manchen Nischen mag das vielleicht stimmen, ich habe jedoch bei meinen eigenen sowie bei Kundenprojekten festgestellt, dass ohne einen Linkaufbau die meisten Projekte nicht wirklich vorankommen. Backlinks sind nach wie vor ein sehr entscheidender Faktor für das Ranking.

Gute oder sehr gute, vor allem relevante Inhalte, sind meiner Meinung nach die absolute Grundbasis für ein gutes Ranking. Kombiniert mit einem smarten Linkaufbau werden deine Projekte uneinholbar – das gilt für jede Art von Webseiten.

Was ist ein guter Backlink?

Sicherlich lassen sich auf diese Frage gleich mehrere Artikel schreiben. Für Anfänger ist es oft schwer zu erkennen, ob ein Backlink gut oder schlecht ist. Folgende Faktoren spielen die wichtigste Rolle:

  • Themenrelevanz
  • Linkprofil der verlinkenden Domain
  • Ankertext (Mit welchem Wort / welchen Wörtern werde ich verlinkt?
  • Position des Links / Unterseite
  • Dofollow / Nofollow
  • Anzahl der ausgehenden Links der verlinkenden Domain

Es benötigt teilweise viel Erfahrung, um Backlinks bzw. deren Qualität einschätzen zu können. Deshalb solltest du bei dem Aufbau langsam und mit Bedacht vorgehen.

Wo bekomme ich die ersten Backlinks her?

Gerade bei einem neuen Projekt ist die Anfangssituation die schwerste: Keiner kennt dich, niemand verlinkt auf dich und du hast in der Regel auch keine Ahnung, wo du anfangen sollst.

Eine der einfachsten Möglichkeiten für relativ gute Links am Anfang sind die sogenannten Branchenverzeichnisse. Dort kann man sich als Unternehmen oder auch als Freelancer kostenlos eintragen und bekommt einen Backlink auf seine Webseite.

Branchenverzeichnisse spielen vor allem für die lokale Suche eine große Rolle. Das bekannteste Verzeichnis ist Google MyBusiness, welches sich insbesondere für lokal agierende Unternehmen eignet und eine gute Traffic-Quelle sein kann.

Als Blogger eignet sich die Möglichkeit besonders gut, Gastartikel bei anderen, populären Bloggern in deiner Nische zu schreiben. Wenn es Bestenlisten in deiner Branche gibt, solltest du dich dort unbedingt listen lassen. Leider verlangen die Betreiber dieser Seiten häufig eine finanzielle Entschädigung.

Als Inhaber eines kleinen Unternehmens oder als Solopreneur solltest du spannende Fachartikel in den wichtigen Magazinen deiner Branche veröffentlichen. Dadurch machst du nicht nur auf deinen Expertenstatus aufmerksam, sondern gewinnst auch thematisch relevante Backlinks. Lohnenswert ist auch die enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, Händlern oder Zulieferern. Leider müssen diese oftmals erst auf das Thema Online Marketing aufmerksam gemacht werden. Die Backlinks lohnen sich aber in den meisten Fällen.

Für regionale Rankings bringen vor allem regionale Backlinks, also beispielsweise von der Lokalzeitung oder einem anderen lokalen Betrieb, einen großen Schub. Richtet sich deine Dienstleistung oder dein Produkt vor allem an Kunden aus der Region, empfiehlt es sich einen lokalen Backlinkaufbau zu betreiben.

Gastartikel sind eine sehr gute Möglichkeit um an hochwertige Links zu kommen. Vor allem kannst du darüber hinaus Beziehung zu anderen Seitenbetreibern aufbauen und langfristig davon profitieren. Wer auf Blogs auf sich aufmerksam machen möchte, dem empfehle ich hochwertige Kommentare zu hinterlassen und sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Früher oder später wird der Blogger auf dich aufmerksam und es entsteht ein Austausch. In Beziehungen zu anderen Menschen zu investieren kann sich langfristig auch beim Suchmaschinenranking bezahlt machen.

Weiterhin ist es extrem wichtig, dass du dir die Backlinks deiner Konkurrenten sehr genau anschaust und dir überlegst, welche du davon nachbauen kannst. Das funktioniert leider nur so richtig mit kostenpflichtigen Tools. Majestic ist beispielsweise bei Einsteigern sehr beliebt. Als Alternative zum Kaufen dieser Tools kannst du aber auch einen Freelancer damit beauftragen, das Profil der Konkurrenz zu analysieren. Diese Services gibt es bereits für wenig Geld.

In gewisser Art und Weise ist das Thema Backlinkaufbau sehr stark mit Public Relations verbunden. Es geht immer stärker um Beziehungen und kreative Ansätze. Auf andere Menschen zugehen, sein Projekt aktiv vermarkten – nur dadurch entstehen wirklich hochwertige Backlinks ohne große Kosten.

Als Alternative kannst du natürlich auch, sofern das Budget vorhanden ist, Backlinks kaufen. Gerade stärkere Magazine, regionale Zeitungen oder große Blogs verlangen für eine Publikation auf deren Seite eine finanzielle Entschädigung. Bevor du allerdings größere Summen in Backlinks investierst, solltest du genau wissen, was du tust. Das Kaufen von Backlinks kann unter Umständen sehr gefährlich sein. Entweder die gekauften Links entpuppen sich als wertlos und werden von Google nicht gewertet, oder sie führen sogar dazu, dass dein Projekt oder deine Seite abgestraft wird. Oftmals stecken Lieber mit einem kleinen Budget anfangen, als schnell viel Geld zu verbrennen. Eine gute Anleitung, wie man Backlinks beurteilen kann, findet sich hier.

Tipps für den Gastartikel E-Mail Outreach

Unter dem Wort Outreach versteht man in der Regel das Anschreiben von anderen Webseitenbetreibern mit einer E-Mail.

Zunächst jedoch ein paar Grundlagenregeln: Die Quelle für den späteren Artikel muss seriös sein, möglichst viel Vertrauen besitzen und genau zum Produkt bzw. Dienstleistung passen. Für ein Startup im Amazon-FBA Bereich eignet sich deshalb ein Artikel auf einem Blog über Amazon-FBA sehr gut. Wichtig ist auch, dass du die Gastbeitragsanfragen personalisierst und dich etwas über die potenzielle Zielseite informierst.

Hast du bereits in anderen bekannten Blogs oder Magazinen publiziert, so kannst du diese Beispiele auch gerne in der E-Mail verwenden. Social Proof steigert deine Glaubwürdigkeit. Fang am besten nie direkt bei größeren Magazinen an, sondern fokussiere dich auf die kleineren, eher unbekannteren Blogs.Du kannst den Seitenbetreiber direkt beim ersten Anschreiben darauf hinweisen, dass du den Artikel nicht werblich schreiben möchtest. Viele schreckt das nämlich direkt ab. Unser Ziel ist es, durch einen sachlich geschriebenen Artikel einen relevanten Link auf unsere Seite zu bekommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der E-Mail Outreach für Gastbeiträge sehr zeitintensiv werden kann, was sich aber durchaus lohnt.

Suchmaschinenoptimierung im Jahr 2017 – Das Fazit

Es ist wichtiger denn je, hochwertige Inhalte auf deiner Seite zu präsentieren. Google wird immer besser darin, Manipulationsversuche aufzudecken. Aus Sicht eines Anfängers, welcher SEO nebenbei betreibt, werden leider auch die technischen Anforderungen immer wichtiger. Schnelle Ladezeiten, eine responsive Ansicht auf dem Smartphone oder dem Tablett sowie eine HTTPS-Verschlüsselung sind ebenfalls wichtige Rankingfaktoren, die sich oft nicht mit wenigen Klicks umsetzen lassen.

Für mich persönlich zeigt sich, dass Suchmaschinenoptimierung, Content-Marketing sowie PR-Maßnahmen immer mehr verschmelzen. Es reicht heute in vielen Fällen nicht mehr aus, einfach ein paar Texte zu optimieren und darauf zu hoffen, dass User sie finden. Gute oder ausgezeichnete Inhalte müssen clever vermarktet und Beziehungen zu anderen Webseitenbetreiber sollten stark ausgebaut werden.

Im Idealfall sollte jedes Unternehmen, das mehr Reichweite im Internet aufbauen möchte, Suchmaschinenoptimierung betreiben. Essentielle Fähigkeiten wie eine Keyword-Research lassen sich durchaus selbst beibringen. Das Informationsmaterial im Internet ist sehr groß, ähnlich wie das Angebot an Schulungen, teils sogar kostenlosen. In vielen Nischen steckt noch eine Menge Potenzial, von welchem vor allem kleinere Unternehmen und Blogger profitieren können.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Jannik Lindner
Über den Autor

Jannik Lindner

Jannik Lindner ist seit 2015 im Online-Marketing tätig. Er betreibt seine eigne Agentur und arbeitet mit Spaß an Projekten im Bereich Affiliate-Marketing. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit der Suchmaschinenoptimierung. Mitglied im Citizen Circle ist er seit September 2017.

Hinterlasse eine Antwort